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UEFA-Cup, Saison 11/12, 15.09.2011 |
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S.C. F.C. Steaua Bucuresti - FC Schalke 04 0:0 Cluj, Stadionul Dr. Constantin Rădulescu (18.000 Zuschauer) |
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Klausenburg Es hätte eigentlich eine ganz lässige Tour werden können, aber wie schon bei der Auslosung ging im Prinzip alles schief, und alle Hoffnungen und Wünsche wurden jäh zerstört. Mit Bukarest als Los konnte man noch zufrieden sein, mit dem dazu gehörigen Spieltermin allerdings nicht. Mit der Einschränkung, dass ich am Freitagabend schon wieder in Berlin sein musste, wurden die möglichen Flugrouten noch geringer und so blieb mir nur die Hauptstadtfluggesellschaft in Verbindung mit der Ausnutzung des Meilenkontos, um kostengünstig nach Bukarest zu kommen. Dass die anderen beiden Lose übrigens total für die Füße sind sollte nicht ungeschrieben bleiben. So galt es, noch das Beste aus dem verkürzten Programm herauszuholen. Der Plan sah dann wie folgt aus: Anreise Mittwochabend, gemütlich das Hostel beziehen, zwei Tage und Nächte in der rumänischen Hauptstadt verleben und entspannt die Heimreise antreten. Aber eine Woche vor dem Spiel machten böse Gerüchte ob der Bespielbarkeit des Bukarester Rasens die Runde, und als nach Nerven zerrenden Stunden endlich feststand, dass am Spieltermin festgehalten wurde, war erstmal Erleichterung angesagt. Aber da wusste man auch noch nicht, dass 488 km in Rumänien eben nicht in vier Stündchen runterzuhobeln sind. Clever (oder nicht) wie man war, entschieden wir uns sehr früh gegen die kostenlose Bustour, nahmen unser Unglück lieber selbst in die Hand und buchten für kleines Geld einen Leihwagen. Aber der Reihe nach! Die Anreise erfolgte offiziell mit Air Berlin über Wien, die Flieger wurden allerdings von NIKI bereitgestellt. Absolut top! Verpflegung und Platzangebot waren vom Feinsten. Die drei Stunden Aufenthalt in Wien wurden gut überbrückt und der anschließende Weiterflug nach Bukarest war letztlich auch nur noch ein Katzensprung. Nach der Landung am Flughafen Otopeni, welcher zwar größer als sein Gegenstück Băneasa, dafür aber etwas weiter außerhalb des Zentrums liegt, sah man sich zunächst umzingelt von der Taxifahrermeute. 180 Lei (100 Lei. ca. 25 EUR) wurden für die einfache Fahrt in die Stadt aufgerufen, allerdings kann man sich die Kohle getrost sparen. Der Bus kostet nur sieben Lei und bringt den Reisenden entweder bis in die Innenstadt (Linie 783) oder zum Gara de Nord, der Haupt- und gleichzeitig Kopfbahnhof (Linie 780) ist. Letztere Destination wählte ich und beim Verlassen des Busses erwarteten mich eine Bullenhitze und Miss Zentralschweiz. Vom Namensvetter, mit dem ich eigentlich verabredet war, fehlte dagegen jede Spur. Clever, sein mobiles Telefon außer Funktion zu setzen. Nachdem der Rucksack im ca. 15 Gehminuten entfernten Hostel abgelegt werden konnte, steuerten wir auf direktem Wege die Altstadt an, wo richtig Betrieb war. Auf einer mörderlangen Fußgängerzone reihte sich eine Bar an die andere und wir ließen uns da nieder wo noch Platz war. Die Bierspreise bewegten sich je nach Marke zwischen sechs und neun Lei, also im angenehmen Rahmen. Im weiteren Verlauf des Abends stießen noch D. L. aus Köln und etwas verspätet die Fratelli confusione dazu. Eine gemütliche Runde, die sich objektiv betrachtet viel zu spät auflöste. Da wir keinen Bock auf Stadtplansucherei hatten und Reiseführerin Andrea schon in ihr Hotel entschwunden war, ließen wir mal alle Fünfe gerade sein und gönnten uns für den kurzen Weg ein Taxi. Etwas widerwillig akzeptierte ein Chauffeur unser Festpreisangebot und schon machte er sich, sein klapprigen Gefährt und wir auf den Weg zum allenfalls zwei Kilometer entfernten Hostel in der General-Dona-Straße. Zu Fuß hätte man die Strecke selbst im besoffenen Kopp in weniger als 20 Minuten zurückgelegt. Unser Kutscher brauchte doppelt so lange. Wenigstens waren danach wieder alle nüchtern und so konnten wir uns voller Euphorie unserem Projekt „Pennen bei 30 Grad“ widmen. |
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Die Nacht wurde mehr schlecht als recht rumgebracht und auf das spärliche Frühstück verzichteten wir, um pünktlich bei der wenige hundert Meter entfernten Verleihbude unseren Mietwagen in Empfang zu nehmen. Die Madame hinter dem Tresen war nicht sonderlich vergnügt über unser Erscheinen eine halbe Stunde vor der offiziellen Eröffnung. Es hat trotzdem eine gute Stunde gedauert bis wir endlich den Innenraum unseres fast neuen Golfs bewundern durften. Dieses Wunderwerk der Technik war zwar ausreichend geräumig, fuhr dagegen gelinde gesagt beschissen. Nachdem wir Bukarest mitten im Berufsverkehr quälend in Richtung Osten hinter uns ließen, ging es auf den ersten 100 Kilometern recht zügig voran. Dieses Teilstück war eine astrein ausgebaute Autobahn und noch waren wir guter Ding das Kännchen Kaffee am späten Vormittag in Cluj einnehmen zu können. Als die Autostrada zu Ende war, mussten wir auf die Landstraße wechseln und kaum auf dieser Platz genommen, zuckelten wir hinter einem Eselskarren her. Herrlich, endlich wurden die Klischees bestätigt, nachdem wir am Gare de Nord vergeblich nach den Schnüffelkindern und Banditen Ausschau gehalten hatten. Allerdings sahen wir derlei Fuhrwerke auch nur ca. alle 100 Kilometer einmal. Was die Strecke so mühselig machte waren die ganzen LKW’s. Wir durchquerten die Walachei den südlichen Kaparten entgegen und irgendwo zwischen Pitești und Râmnicu Vâlcea machten wir Rast, ungefähr zu dem Zeitpunkt als der erste Knappen-Bus Bukarest verlassen sollte. Ein gemütlicher Gasthof offerierte appetitliche Speisen für schmales Geld und so ließen wir es uns bei 35 Grad im Schatten gut gehen. Nach einer Stunde Müßiggang machten wir uns auf die „letzten“ dreihundert Kilometer nach Cluj. Der Verkehr und Freddy waren dicht und so zogen sich die Stunden wie Kaugummi, zumal wir durch ständige Pinkelpausen jäh gebremst wurden. Da riskierten wir bei jeder LKW-Überholung unser Leben, nur um eine halbe Stunde später den Tross an 40-Tonnern wieder an uns vorbei ziehen zu lassen, weil Kollega Bäumchen bewässern musste. Aber wir hatten ja Zeit und außerdem hätten wir ja sonst nix zu erzählen gehabt. Besonders malerisch war die Strecke ab Călimănești im Nationalpark Cozia, sie verlief parallel zum Fluss Olt. Als das Gelände endlich wieder etwas flacher wurde, erreichten wir Siebenbürgen bzw. Transsilvanien, das geographische Zentrum Rumäniens. Der Weg führte uns vorbei an Orten wie Talmaicu (Talmesh), Sibiu (Hermannstadt) und Turda (Thorenberg). Für das letzte Teilstück kann man entweder weiter auf der Landstraße weiter fahren oder eine funkelnagelneue, kaum befahrene Autobahn nutzen. Trotz dieses kilometermäßigen Umweges wählten wir die letzte Variante, da uns der ganze Schwerlastverkehr mächtig auf den Pinsel ging. Um 17 Uhr, nach ca. siebenstündiger Fahrt, erreichten wir dann endlich das ehemalige Klausenburg und heutige Cluj (300.000 Einwohner mit einer kleinen, aber feinen Innenstadt). Das Navigationsgerät führte uns direkt zum Hotel Alexis oder so, am Rande der Innenstadt gelegen, wo Freddy und Nils sich eine kleine Kemenate gebucht hatten. Obendrein bot uns die Hütte einen sicheren Parkplatz und Aufbewahrungsort für unsere Habseligkeiten. Im Foyer erwarteten uns schon Bussi und Peter, die einen Tag zuvor mit der Bahn aus Bukarest (schlanke 10 Stunden Fahrzeit) angereist sind. Ein erstes (und letztes) Kaltgetränk überbrückte anschließend die Wartezeit auf die restlichen Konsorten, die wenig später sicher in Cluj landeten. |
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Für eine kurze Stadtbesichtung, inklusive Einkehr in eines der zahlreichen Brauhäuser, blieb noch ausreichend Zeit und als die Sonne sich endgültig verabschiedete, machten wir uns mit etwa 20 Gleichgesinnten auf zum Dr.-Constantin-Rădulescu-Stadion. Die Hütte ist nach einem ehemaligen Trainer benannt, der vor Uhrzeiten die rumänische Nationalmannschaft betreute. Die Wiege des rumänischen Fußball steht wohl hier in Siebenbürgen, wobei die Stadt Arad (liegt an der Grenze zu Ungarn) als der Ort angegeben wird, wo zum ersten Mal in den 1880er Jahren der Ball gerollt sein soll. Das erste Länderspiel wurde erst 1922 ausgetragen, 1930 wurde Rumänien FIFA-Mitglied und durfte gleich mit zur Weltmeisterschaft nach Uruguay. Angeblich soll Steaua (Stern) der populärste Verein in Rumänien sein, der erfolgreichste ist er allemal. Der ehemalige Armeesportverein wurde 23-mal Meister, das erste Mal 1951 und damit gerade einmal vier Jahre nach seiner Gründung. 1986 gewann Steaua den Europapokal der Landesmeister (gegen Barcelona im Elfmeterschießen) und drang drei Jahre später sogar noch einmal ins Finale vor, verlor jenes aber klar mit 0:4 gegen Milan. Dass derlei Erfolge eine Garantie für ein Stadion mit einem bespielbaren Rasen sind ist übrigens eine Mär. Etwa eine Stunde später trafen wir am recht spärlich besuchten Gästeeingang ein, nahmen zunächst unsere Karten (Schnäppchenpreis von 8,80 Euro) im Empfang und warteten anschließend auf die vier Busse aus Bukarest. Diese kamen dann auch, sogar noch pünktlich. Am Ende waren so ungefähr 400 Leutchen im Gästeblock, hermetisch abgeriegelt von den rumänischen Fußballfreunden. Über die nachfolgenden 90 Minuten muss man keine großen Worte verlieren. Der Support war von beiden Seiten dünne und das Spiel arg schlimm anzuschauen. Bis auf einen kleinen Aufreger kurz vor Schluss, als der Holländer die Querlatte traf, hätte man die Zeit auch für ein kleines Nickerchen nutzen können. Das wäre eigentlich auch nötig gewesen, da der Leihwagen um neun Uhr morgens von seinen Besitzern erwartet wurde. Daher ging es direkt nach dem Spiel wieder zurück und obwohl die Strecke einigermaßen bekannt und frei von Verkehr war, zogen sich die Stunden wie Kaugummi. Der Kampf gegen die Müdigkeit zerrte doch ungemein, zumal die Mitfahrer getauscht wurden. Gebrüder B. raus, Miss Zentralschweiz (ohne Führerschein) rein. Tore: keine…. |
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Die Karre konnte fast pünktlich in der Bukarester Innenstadt abgestellt werden. Zu zweit (Namensvetter und ich) nutzten wir dann die Stunden bis zum Abflug für ein kleines Frühstück und ein bisschen Sightseeing. Berlin hatte uns am Freitagabend um 18 Uhr wieder. Fazit: Anstrengend, aber Rumänien hat doch positiv überrascht. |
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Tageskilometer: 3.730 km, davon Flug 2.754 und 976 km KFZ Saisonkilometer: 23.593 km: (17.623 km Bahn, 4.994 km Bahn, 976 KFZ ) zum Vergleich 10/11: 68.753 km: (19.473 km Flugzeug, 38.526 km Bahn, 10.580 KFZ, 173 km Bus) |
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