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Challenge League, Saison 2010/2011, 30.07.2010

 

FC Schaffhausen – FC Vaduz

2:1

Schaffhausen, Stadion Breite (1.060 Zuschauer)

 

Reinfall

Der Deutschlandpass ist tot, es lebe der Jubiläumspass! Am Anfang ist man meist mächtig motiviert und dann knallt man sich gleich eine lange Strecke ins persönliche Fahrtenbuch. Gegen Ende kann man sich dann meist nicht mal mehr zu einer 90-minütigen ICE-Fahrt für einen Oberliga Kick in Hamburg aufraffen. Aber schauen wir mal! Recht früh (5:04 Uhr) klingelte der Wecker und eine Stunde später rollte der Zug gen Süden. Man hätte auch später fahren können, aber der Rheinfall wollte auch noch was von mir. Nach Umstiegen in Stuttgart und Singen betrat ich nach langer Zeit mal wieder eidgenössischen Boden. Mit einer Art S-Bahn ging es dann noch eine Station weiter (Neuhausen) und von dort begab und per pedes auf die gut ausgeschilderte große Panorama-Tour. Ist schon ganz nett anzuschauen, immerhin fällt das Wasser 150 Meter in die Tiefe. Dachte ich zumindest und diese Mär habe ich vor ein paar Jahren mal einem Ami erzählt, der diese Daten etwas ungläubig hinterfragte. Da war ich mir aber ziemlich sicher und stellte heute mit Entsetzen fest, dass das Teil 150 Meter breit ist und das Wasser nur etwas mehr als 20 Meter in die Tiefe fällt. Das ungläubige Gesicht erklärte sich heute zumindest, da die Niagarafälle gerade mal 50 Meter hoch sind, und ich stelle mir gerade vor wie er seinen Kumpels im Amiland von einem sagenumwobenen Wasserfall in Europa erzählt, der dreimal so groß ist wie die Falls zwischen den USA und Kanada. Aber da die auch von sonst nix ne Ahnung haben, ist das letztlich auch scheissegal, zumal seine Landsleute das hübsche Schaffhausen im 2. Weltkrieg irrtümlich bombardierten.  Zurück in der Stadt war noch etwas Zeit um sich ggf. doch noch eine Unterkunft zu sichern, da im Netz preislich nix Bezahlbares zu finden war. Mitten im Zentrum gibt es ein Backpackerhotel, welches offiziell noch nicht geöffnet hatte, aber irgendwie dann doch. Nach einer kleinen Verhandlungsrunde war ein Zimmer für 50 Franken zu haben. Eigentlich immer noch zu teuer, aber die Lage war schon klasse.

 
 

Nach kurzem Frischmachen und zwei Cheesburgern (happige 3 Franken pro Stück) begab ich mich auf den Anstieg Richtung Stadion (für die Fußamputierten – es gibt auch einen Bus). Als einer der Ersten durfte ich ein Billet lösen und saß dann inmitten einiger Einheimischer, deren Worte ich vergebens zu lauschen versuchte. Das Stadion ist zwar nicht der Knaller, verfügt aber zumindest über zwei überdachte Tribünen.

Bundesjogi und der legendäre Souleyman Sané (dieses göttliche Geschöpf schoss die alte Schlampe Hertha mal in die Oberliga) schnürten einst für den FC Schaffhausen die Fußballstiefel. Gäbe (vielleicht gibt es die ja) eine ewige Tabelle der 2. Schweizer Liga, dann würde der FCS den vordersten Platz einnehmen, da er fast nur (bis auf ein paar Spielzeiten vor  Jahren in der ersten Liga) in dieser Division zu Hause war. Über tausend Zuschauer bevölkerten an diesem Freitagabend die Sportanlage, was meine Erwartungen deutlich übertraf. Es gab es sogar einen richtigen Fanblock mit Support und handgezählte 12 Gästefans. Der Mann des Tages war ausnahmsweise mal kein Spieler sondern der Schiedsrichter, der konsequent seine Linie hielt und am Ende zehn gelbe (können aber auch neun oder elf gewesen sein) und eine rote Karte zückte sowie einen Elfmeter verhängte. Der Sieg der Hausherren über die favorisierten Lichtensteiner ging voll in Ordnung und das freute natürlich die Einheimischen.

Tore: 1:0 (5. Min.) Biscotte, 1:1 (30. Min.) Burgmeier, 2:1 (55. Min.) Valente (FE)

 
 
 
 
 
 
 
 

Tageskilometer:                        900 km mit der Bahn von Berlin nach Schaffhausen

Saisonkilometer:                    4.857 km (1.478 km Flugzeug, 2.479 km KFZ, 900 km Bahn) 

zum Vergleich 09/10: 59.940 km: (8.914 km Flugzeug, 24.610 km Bahn, 21.416 KFZ)