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A lyga, Saison 2010/2011, 25.07.2010

 

FK Šiauliai - FK Suduva Marijampole

0:0

Šiauliai, Miesto Savivaldybes Stadionas (ca. 300 Zuschauer)

 

Schaulen

Damit war die Pflicht des Tages erfüllt es wurde Zeit zum gemütlichen Teil des Abends überzugehen. Wir wollten eigentlich zum Strand, blieben allerdings an der ersten Bierbude hängen und landeten irgendwann in einem Klub, wo man keinen Wert auf irgendwelche Kleidervorschriften legte. Es wurde gelacht, getanzt und getrunken und als es langsam hell wurde gönnten wir uns den Luxus eines Taxis (4 Lat, ca. 6 Euro war ein fairer Kurs für die Strecke) um schnellstmöglich in unsere Heiabettchen zu gelangen. Dementsprechend sahen wir am nächsten Morgen auch aus, zumal die Sonne uns fett in die Gesichter brannte. Recht früh verließen wir nach sechs Kaffee und drei Omeletts unsere Butze und mussten erst mal den Fahrer ausknobeln. Der Harza konnte gerade 2 ½ Meter gerade ausgucken und Oli hat strategisch klug für sich entschieden keine Fahrerlaubnis zu erlangen (selbst wenn, wäre er sie wahrscheinlich auch schon wieder los) und so blieb nur der Schreiber dieser Zeilen übrig. Vorbei die Zeiten „ist der Motor auch mal kalt, ich dreh ihn trotzdem bis achteinhalb“ und fortan wurde das Automobil aus Rüsselsheim sanft, leise und zügig durch den Tag gesteuert. Auf dem Weg zurück nach Litauen entschieden wir uns bewusst gegen die Schnellstraße und eierten ein wenig über die Dörfer um noch etwas von der Landschaft zu sehen. So führte unser Weg über einen alten Militärflughafen der Russen, ein paar Schotterwege und die grüne Grenze, die trotz Schengener Abkommen von einem alten Storchenehepaar kontrolliert wurde. Wieder in Litauen angekommen fuhren wir diesmal ohne große Umwege zum Berg der Kreuze, der eigentlich nur ein Hügel ist und die Pilgerstätte in Litauen schlechthin ist. Unzählige dieser christlichen Symbole stecken in diesem Hügel um dessen Entstehung sich zahlreiche Legenden gebildet haben. Leider war es an diesem Sonntag mächtig voll (vielleicht auch jeden Sonntag), da eine im TV ausgestrahlte Messe dort zelebriert wurde. Ansonsten ein Ort der durchaus einen Besuch wert ist und nur ein paar Kilometer nördlich von Šiauliai (keine Ahnung wie man das ausspricht) entfernt liegt. Dorthin begaben wir uns als nächstes, da wir Hüngerchen hatten. Die Innenstadt war zwar recht ausgestorben, aber die paar Lokalitäten hatten alle auf. Wie schon vor zwei Tagen war das Essen köstlich, günstig und recht mickrig in seinen Portionen. In Ermangelung echter Alternativen machten wir uns anschließend auf den Weg zum Stadion, kauften uns die Tickets (umgerechnet ca. 2 Euro pro Karte) und lungerten rum, vor uns die Sonne und hinter uns die Stadionpforten

 
 
 
 

Hurra, wir waren die ersten offiziellen Zuschauer beim Match of the day in Litauens Primera Division. Die nach uns gekommen 297 Besucher mussten sich daher mit den bestenfalls viertbesten Plätzen zufrieden geben. Gerade bei diesen Fußballschmankerl ist es wichtig den Pupillen ein freies Sichtfeld zu verschaffen um dies ganz den anmutigen Darbietungen der Mannen in den kurzen Höschen widmen zu können. Das dachten sich auch die neun Schlachtenbummler aus dem Marijampole, welches an der Grenze zu Polen liegt und das Mekka der internationalen Autoschieberbanden ist, die sich ebenfalls auf „unserer“ unüberdachten Gegengerade niederließen und sich dabei von den wärmenden Strahlen der Abendsonne verwöhnen ließen. Der restliche Pöbel nahm dagegen auf der überdachten Haupttribüne Platz, deren Bestuhlung in den alles andere als augenschonenden Farben schwarz und gelb gehalten ist. Der FK Šiauliai hat es unlängst mit zwei knappen Niederlagen (0:2, 0:5 gegen Wisla Krakow) in die Top-Nachrichten der internationalen Sportpresse geschafft und schnuppert derzeit als Tabellenfünfter wieder an der großen weiten Fußballwelt, sprich internationaler Wettbewerb. Gleichwohl ging der FK Suduva Marijampole als Favorit in die Partie, da er mit nur zwei Punkten Rückstand auf den Tabellenführer noch den Traum vom litauischen Fußballmeister träumt. Allerdings ist der 1968 gegründete Verein auch erst vor ein paar Tagen mit einer 2:4 Niederlage bei Rapid Wien zurückgekommen. Beiden Teams waren die Reisestrapazen deutlich anzumerken und so endete dieses jämmerliche Match folgerichtig 0:0.

 
 
 
 
 

Tageskilometer:                      1.090 km, davon 351 km von Liepajas via Šiauliai nach Kaunas KFZ 6 739 km Flug Kaunas - Berlin

Saisonkilometer:                    3.957 km (1.478 km Flugzeug, 2.479 km KFZ) 

zum Vergleich 09/10: 59.940 km: (8.914 km Flugzeug, 24.610 km Bahn, 21.416 KFZ)