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Serie A, Saison 09/10, 25.10.2009

 

A. S. Bari – S. S. Lazio

2:0

Bari, Stadio San Nicola (20.675 Zuschauer)

 

Eigentlich stand heute das Spiel zwischen Taranto und Potenza (endete 2:2 vor 4.700 Zuschauern) auf dem Plan, aber seit der Hinfahrt und der damit verbundenen Vorbeifahrt am Ufo, äääh Stadio San Nicola in Bari entschied ich mich dann doch im letzten Moment um. Als Ausgleich für das Nichtbesuchen von Taranto (welches wir aber ein paar Tage später nachholten und der Besuch der Stadt ist absolut empfehlenswert, wobei man sich auf keinen Fall von riesigen Industrieanlagen irritieren lassen sollte) durfte die Herzdame das Vorprogramm bestimmen. Uneigennützig schlug ich die Altstadt von Bari vor, während Madame das Trulli-Land und eine Grotte im Visier hatte. Letztere Variante setzte sich am Ende durch und so zockelten wir durch das Trulli-Land, wo es dann doch ein paar Hügel und daneben kleine Häuschen mit komischen Kegeldächern gab. Diese waren aber nicht nur Zierde, sondern erfüllten ihren Zweck als Wohnhäuser. Die anschließend besuchte Grotte hieß mit Nachnamen „di Castellana“ und ist nix anderes als eine Tropfsteinhölle, nur in Italien. Eine Stunde nach Beendigung des Untertagesausfluges kamen wir (eher ich) zum touristischen und architektonischen Höhepunkt, dem Stadio San Nicola. In Fachkreisen wird die Schüssel wie folgt beschrieben: Als enge Verschmelzung von Ingenieurs- und Kunstform erhebt sich das San Nicola-Stadion bei Bari von Renzo Piano und Alain Vincent (1987–90) als Solitär ähnlich dem Castel del Monte aus der apulischen Landschaft. Viel besser hätte ich es auch nicht formulieren können.

Vor dem Stadion herrschten dann endlich die chaotischen Zustände, die  ich in den vorangegangen Partien vermisst habe. Lange Schlange an den Einlasskontrollen, keine offenen Kassenhäuschen und Verkehrschaos hoch zehn. So muss das sein und wenn man dann obendrein noch ein bisschen spät dran ist und sich im Eiltempo ein praktisch nicht vorhandenes Billet kaufen muss, dann war mal eine halbe Stunde Schwitzen angesagt. Aber wenn nix geht, in Italien geht immer was. Zehn Minuten vor Anpfiff hieß  es dann „Hinein in die gute Stube!“ und wer den Andrang draußen gesehen hätte, der hätte auf eine recht ordentlich gefüllte Hütte spekuliert. Aber weit gefehlt, meine Damen und Herren. Nur die Curva im Oberrang hinter dem Tor war rappelvoll, ansonsten verloren sich die restlichen paar tausend im Oval. Der Blick ins Innere bestätigte den von außen; für einen (relativen) Neubau ist das Stadion mit der Anordnung der Blöcke, der Dachkonstruktion und der 26 Aufgänge phantastisch. Erbaut wurde es anlässlich der WM 90 und war ursprünglich als Mehrzweckarena konzipiert, wobei es nur als Spielstätte für den A. S. Bari dient. Das ausgediente Stadio della Vittoria gibt es immer noch (unweit des Stadtzentrums), allerdings finden hier seit 1990 keine Veranstaltungen mehr statt (sieht mal von der Funktion als Gefangenenlager für albanische Flüchtlinge ab).

Aus Rom waren 1.000 Anhänger angereist, die zumindest in der Anfangsphase für einen ordentlichen Support sorgten. Die Heimseite war ein echter Augen- und Ohrenschmaus. Zahlreiche Fahnen wurden dort geschwungen und die Gesänge waren laut und melodisch. Über die gesamten 90 Minuten wurde die Kurve von ihren Capos, die auf der Balustrade rumtanzten dass einem schon beim Hingucken schwindelig wurde, angetrieben. Das hörte sich, im Gegensatz zu den drei vorherig besuchten Spielen, nach Fußball in Bella Italia an – zurücklehnen, fett in der Sonne sitzen, der Kurve lauschen und sich nebenbei dem Geschehen auf dem Rasen widmen. Bari war die wesentlich agilere Mannschaft und gewann gegen die etwas lustlos wirkenden Gäste völlig verdient.

Tore: 1:0 (11. Min.) Barreto, 2:0 (69. Min.) Meggiorini

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

Tageskilometer:                     300 km von Lecce nach Bari und zurück

Saisonkilometer:               25.487 km KFZ (3.196 km Flug, 15.672 km Bahn, 6.619 km KFZ)

zum Vergleich 08/09: 59.549 km: (16.833 km Flugzeug, 30.001 km Bahn, 12.355 KFZ, 360 km Bus)

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