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1. Bundesliga, Saison 09/10, 26.09.2009

 

Borussia Dortmund – FC Schalke 04

0:1

Dortmund, Westfalenstadion (80.522 Zuschauer, ausverkauft)

 

Gefühlt gerade erst aus Bochum zurück, ging es ein paar Tage später mit identischer Wagenbesatzung wieder in den goldenen Westen. Wieder auswärts, wieder siegreich? Im Vorfeld gab es natürlich wieder reichlich Gesprächsstoff rund um einige Plakataktionen und den ungeplanten Marsch (genaugenommen eine ganz nette Ente) quer über die Müllkippe. Letzterer wurde leider zum großen Bedauern  aller Willigen „abgesagt". Trotzdem parkten wir die Karre am Bahnhof um dort mit ein paar Bekannten aus Gelsenkirchen den Weg zum Stadion gemeinsam in Angriff zu nehmen. Dieses Vorhaben ging leider auch in die Buchse, da die Staatsmacht alles was auch nur irgendwie nach Fußball aussah einkesselte und versuchte in die U-Bahn zu zwängen. Das hat nicht nur Zeit, sondern auch Nerven gekostet und da war es nicht verwunderlich, dass die Staatsmacht schon weit vor Anpfiff alle Knüppel voll zu tun hatte. Als man sich endlich bis zum Bahnsteig vorgekämpft hatte, fuhr die mit nur rund zwei Dutzend Blauen besetzte Bahn ab und unterwegs verhinderte die zahlenmäßig deutlich überlegene Schutzmacht den Zustieg von Fehlfarbenkreaturen. Am Stadion rannte dann doch wieder alles kreuz und quer durcheinander und so fragt sich der geneigte Steuerzahler: Wozu ist das alles gut? Die Hürde Einlasskontrolle wurde gekonnt gemeistert, wobei ich nicht müde werde anzumerken, dass sich die Ordnungskräfte hier (keine Ironie) zurückhielten und obendrein noch freundlich waren. Viel schwieriger war es noch in den Block zu kommen, denn dieser war proppenvoll und so mancher der eigentlich oben hätte (theoretisch) sitzen dürfen, zog es vor, seinen Körperschweiß im Stehplatzblock großzügig zu verteilen -  ein Gedränge und Geschiebe ohne Ende! Aber alle waren euphorisch!

Beim Blick auf die Startelf fiel auf, dass es Magath ernst mit der Jugend meint, denn gut die Hälfte der Spieler waren um die 20 Jahre alt (Neuer, Höwedes, Zambrano, Moritz, Schmitz und Kenia). In der ersten Viertelstunde passierte so gut wie gar nix, und erst eine Zufallsaktion zwang Neuer zu einer herzhaften Parade. Nach weiteren 15 Minuten rutschte den ca. 10-12.000 Schalkern das Herz in die Buchse, als ein abgefälschter Ball unter die Latte knallte. Ich ahnte dass er drin war, die Umstehenden eher nicht. Bei der Nachbetrachtung war meine Vermutung falsch, wenngleich es eine Millimeterentscheidung war. Ganz lustig war der Doofmunder Kasper von der Seitenlinie, der allen Ernstes (sinngemäß) meinte, dass wenn der Ball eher über der Linie ist als nicht, dann soll es halt Tor sein. Ein Blick ins Regelbuch erleichtert die Torentscheidung! Der Schiedsrichter machte zumindest alles richtig und entschied auf Abstoß. Die von drüben tobten mächtig und wenn der Feind von Sinnen ist, dann muss der Todesstoß folgen. Altintop spielte Farfan in der Mitte frei, der daraufhin erst seinen grobmotorischen Bewacher abschüttelte und dann zum 0:1 einnetzte. Die Jubelorgie riss einem den Boden unter den Füßen weg und die ganze Anspannung entlud sich in dem Bruchteil einer Sekunde. Auf dem Platz haben sich die Spieler natürlich auch gefreut, was bei den schlechten Verlierern natürlich gar nicht gut ankam. Macht man aber auch nicht!

Mit einem nicht wirklich komfortablen Vorsprung ging es dann in die letzten 45 Minuten und obwohl ich eigentlich immer Pessimist bin (was das Schalker Spiel angeht), hatte ich an diesem herrlich sonnigen Nachmittag keine Bedenken, dass die drei Punkte an die Richtigen gehen. Die Anderen bemühten sich, Blau konterte. Eine Viertelstunde vor Schluss jubelte die andere Seite dann doch, aber vergebens – Abseits. Unspektakulär erfolgte der Schlusspfiff und zum Nachschlag versammelten sich alle Spieler im Mittelkreis zum kollektiven Geschubse. Die Medien und die Lügenbarone in den Fehlfarben gaben nach dem Spiel zu Protokoll, sie wären von den Blauen (namentlich wurde unser Tormann genannt) richtig verkloppt worden, so mit Ellebogen, Haare ziehen, beißen, kratzen und genau genommen Mord und Totschlag. Alle vermeintlichen Zeugenaussagen wurden erst ein paar Tage später als glatte Lügen identifiziert, als der WDR doch noch bewegte Bilder rausrückte. So hatte das Derby wieder einmal die üblichen Vor- und Nachgeschichten und völlig untergegangen ist, dass das Spiel kein Dolles war und einzig von ein bisschen Spannung lebte. Randale gab es bis auf die üblichen Scharmützel vor den Stadiontoren auch nicht und so endete das Spiel zwischen Gut und Böse wie fast immer: Viel Rauch um Nix und drei Punkte für uns!

Tor: 0:1 (30. Min.) Farfan

 
 
 
 

Tageskilometer:                     980 km von Berlin nach Doofmund und zurück

Saisonkilometer:               23.224 km KFZ (3.196 km Flug, 15.672 km Bahn, 4.356 km KFZ)

zum Vergleich 08/09: 59.549 km: (16.833 km Flugzeug, 30.001 km Bahn, 12.355 KFZ, 360 km Bus)

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