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Oberliga NOFV-Süd, Saison 08/09, 31.05.09

 

1. FC Gera 03 - 1. FC Lokomotive Leipzig

 2:0 

Gera, Stadion der Freundschaft (986 Zuschauer)

 

Für mich eher untypisch stand seit langer, langer Zeit mal wieder ein Wochenend-Ticket (liebevoll abkürzt auch WET genannt) auf dem Programm. Von den paar Angeschriebenen gab es bis auf eine Ausnahme nur negative Rückmeldungen und das trotz des verheißungsvollen Zusatzes meiner versprochenen Abwesenheit auf der Rückfahrt. Einer tappte dann doch in die Falle und zwar BFC-Daniel, der sich obendrein pünktlich am Treffpunkt Berlino Centrale einfand. Die Fahrt zog sich bis Leipzig wie Kaugummi und dort rechneten wir eigentlich mit einem mit Lokisten vollpackten Regionalexpress, aber bis auf einen Kutten-Fanclub aus Eilenburg ging die Fahrt ruhig bis in die Otto-Dix-Stadt weiter. Am etwas unübersichtlichen Bahnhof in Gera angekommen, kam es noch zu einem kurzen verbalen Schlagabtausch zwischen dem BFCer und der Trulla namens Bahnbedienste, die sich allen Ernstes weigerte ihm eine Zugauskunft zu erteilen, weil wir das WET (Definition, siehe oben) am Automaten gekauft hatten. Sachen gibt’s, unglaublich…oder? Wir setzten unseren Weg auskunftslos, dafür aber mit Meister Jacoby im Schlepptau, fort und waren sichtlich überrascht über das recht nette Panorama, welches Gera zu bieten hatte. Nun gut, der Weg zum Stadion der Freundschaft ist nicht wirklich weit und so bekamen wir allenfalls einen sehr kleinen Eindruck der kreisfreien und thüringischen Stadt vor die Linse. Sehr nett ist der Weg zum Haupteingang der Mehrzweckwettkampfstätte aber allemal, denn hier kommt die Weiße Elster auf ihrem Weg von As in Tschechien nach Halle an (besser in) der (noch besser die) Saale vorbei. Das nenne ich mal saubere Städteplanung, so ein Flüsschen zur weiteren Aufwertung des Stadions direkt hier lang fließen zu lassen. Wäre ja auch mal eine Maßnahme für solch unbedeutende Städte wie Düsseldorf und/oder Köln.

Der einheimische und sehr auf Vermeidung von Papiermüll bedachte 1. FC Gera wartete mit einer Kombination aus Programmheft und Eintrittskarte am Kassenhäuschen auf. Lediglich für den exklusiven Zutritt unter die Bedachung der Haupttribüne gibt es nichtkostenfreien Extrabillets. Das Stadion der Freundschaft war eine halbe Stunde vor Anpfiff nur sehr spärlich gefüllt und es wurde auch nicht besser. Aber mit Nils aus der hässlichsten Stadt im Universum konnte wenigstens noch ein bekanntes Gesicht begrüßt werden.

Die Geschichte des 1. FC Gera 03 ist kurz, schließlich entstammte der Verein einer Fusion des 1. SV Gera (Pleite 2003 und ehemals BSG Wismut Gera) und dem TSV Gera-Zwötzen. Letzterer entstand bereits unter dem Namen Sportclub Wacker Zwötzen 1919 und war zu DDR-Zeiten als BSG (später) TSV 1880 Modedruck Gera-Zwötzen weitgehend unbekannt und stand immer im Schatten des von der Uranindustrie geförderten BSG Wismut Gera, der mehrere Jahre in der Oberliga, der höchsten DDR-Fußballklasse spielte. Auf der Homepage des Vereins wird dieser Zusammenschluss wie folgt erklärt: "2003 löste sich die Sektion Fußball aus dem Verein TSV 1880 Gera-Zwötzen heraus und gründete den 1. FC Gera 03. Dies fand nicht im Twist statt, sondern um den Spielerinnen und Spielern eine bessere Förderung zu garantieren. Unter der Führung von Vereinspräsident Peter Harthaus lößte sich die Sektion mit über 200 Mitgliedern vom Verein los, um den Gerarer Fußball wieder zu einer Marke in Thüringen zu machen." So ist das!

Für Lok ging es zumindest noch theoretisch um den Aufstieg, für die Ostthüringer um Nix mehr. Das Spiel war mittelmäßig und wurde erst in den letzten Minuten entschieden. Trotz der ca. 400 mitgereisten Leipziger war die Stimmung eher bescheiden. Mehr fällt mir jetzt auch nicht mehr ein.

Tore: 1:0 (80 . Min). Franz  2:0 (90. Min.) Franz

 
 
 

Stadion:

Wie bereits erwähnt liegt, das Stadion der Freundschaft am Ufer der Weißen Elster und nicht, wie fälschlicherweise auf einer anderen grünen Webseite verbreitet, am Fluss Gera. Schmuckstück des 1954 als Mehrzweckstadion gebauten Gebildes ist die Haupttribüne mit der bogenförmigen Dachkonstruktion. Mitte der 90er Jahre erfuhr das Stadion der Freundschaft eine Komplettsanierung und seitdem fasst es ca. 16.000 Zuschauer, wovon ca. 1.000 überdacht sitzen können.

 
 

Tageskilometer:                 255 km mit der Bahn von Berlin nach Gera

Saisonkilometer:          55.020 km: 13.967 km Flugzeug, 28.812 km Bahn, 12.021 km KFZ, 220 km Bus

zum Vergleich 07/08: 63.094 km: (34.822 km Flugzeug, 15.407 km KFZ, 10.895 km Bahn, 1.157 km Bus, 490 km Schiff)

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