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1. Bundesliga, Saison 08/09, 25.04.2009

 

FC Bayern München – FC Schalke 04

0:1

München, Arena (69.000 Zuschauer, ausverkauft)

 

Trotz des selbstauferlegten Fahrverbots bis zum Saisonende, vollmundig formuliert nach dem Pokal-Aus in Mainz vor 53 Tagen, war das Angebot nach München einfach zu verlockend. Zum Einen spielte die Mannschaft in den letzten Wochen gegen solch namhafte Truppen wie Cottbus, Karlsruhe und Bielefeld sehr erfolgreich und zum Anderen bot sich mal ein anderer  Fahrer inklusive Rückreise über Tschechien an (was letztlich nur an meiner penetranten Maulerei bei der letzten Fahrt durch Böhmen lag, als  die Mitfahrer sich lustig die Alkoholika reinlöffelten und ich  auf dem Trockenen saß). Überpünktlich wurde der Verfasser dieser sinnlosen Buchstabenaneinanderreihung vor seiner  Haustüre seitens  der königsblauen  Leibgarde (Freddy, Nils, Ronnie) empfangen und just in dem Moment als das Gepäck verstaut war, betraten zwei weitere Darsteller die Szenerie. Erst kam der sich noch kurzfristig selbst eingeladene Kollege Harza um die Ecke und fast gleichzeitig kreiste in ungefähr einem Kilometer Höhe ein an Diarrhoe erkrankter Andenkondor über uns. Das Ergebnis mit Letzterem war unheilvoll und führte dazu, dass der Fahrer (Freddy) sein einziges für das Wochenende zur Verfügung stehende Hemd waschen  musste. Unglaublich, wie viel  so ein Vogel scheissen kann. Mit leichter Verspätung ging es dann mit den  7-Uhr-Nachrichten in den Lauscherchen gen Süden. Das Jungvolk verpennte die Fahrt, unser Quoten-Zoni erlabte sich an der Landschaft, der Fahrer fuhr und der Beifahrer malträtierte die Insassen mit seinen neuesten musikalischen Errungenschaften. Nach fünf Stunden war das erste Etappenziel an diesem Wochenende erreicht und nach dem Abstellen der Karre in einem Wohngebiet hieß es auf ins bajuwarische Getümmel. Der ursprüngliche Plan, am bekannten Tennisclub die Zeit bis zum Anpfiff zu überbrücken, scheiterte an der Tatsache, dass wir zufällig am Sportplatz des SC Freimann vorbeikamen, der eine außerordentlich gemütliche Gastronomie zu bieten hatte. Feist die Leiber in die Sonne gepackt und zu den Schnitzelchen (zwei Riesenlappen) mit hellen Getränken servierte der einheimische Sportclub die C-Jugendpartie des SC Freimann gegen den ESV Freimann II (Endstand für die Interessierten 0:2).

 

 

Zwei Stunden nach unserem opulenten Mahl brachen wir die Zelte beim SC Freimann ab und steuerten einen anderen regionalen Fußballclub an, der mit dem Protzbau an der A9. Die Einlasskontrollen waren lässig bis freundlich und die Gästeblöcke nach Erklimmen selbiger schon recht voll. Ich tippe mal 10.000 Gleichgesinnte verteilten sich in dem Dreiranggebilde und verbreiteten eine sehr gelöste Atmosphäre. Dass es danach noch besser wurde ist den Ereignissen auf dem Rasen geschuldet. Trotz anfänglicher Heimoffensive, gewann das Schalker Spiel nach der Anfangsviertelstunde an Sicherheit und wenig später stand auch schon 1:0 für die Guten. Eine geschlossene Mannschaftsleistung reichte letztlich aus um den vierten Sieg in Folge einzufahren. Endlich mal ein Spiel, dass zwar nicht gutklassig, dafür aber mal wieder richtig Spaß gemacht hat.

Tor: 0:1 (21. Min.) Altintop

 

 

 

Stadion:

Schlappe 340 Millionen Euro hat die Allianz-Arena gekostet und sie gehört zu gleichen Teilen dem TSV 1860 München und dem FC Bayern München. Standort dieser neuen Spielstätte ist Fröttmaning und damit ziemlich abseits irgendwelcher Amüsiermöglichkeiten. Außer ca. 10.000 Parkplätzen und einer nicht gerade nahe gelegen U-Bahn-Station gibt es hier nur plattes Land.

Die offizielle Zuschauerkapazität liegt bei 69.000 (bei Umbau der Steh- in Sitzplätze 66.000) Plätzen, die sich wie folgt aufteilen: 20.000 im Unterrang, 24.000 im mittleren Rang und 22.000 im Oberrang. Wobei, wie gesagt, die Kapazitäten schwanken. Dazu kommen noch mal 2.200 Businessseats und 400 Presseplätze. Für die Konsumenten gibt es 28 Fress- und Trinkbuden, zwei restaurantähnliche Stätten und sage und schreibe 550 WC-Kabinen. Lange Schlangen wie in ähnlichen Etablissements haben sich zumindest nicht gebildet. Auch die Wartezeiten an den Kiosken waren erfreulich kurz, kürzer zumindest als in Gelsenkirchen. Kulinarisch waren die dort feilgebotenen Waren allerdings nicht sonderlich empfehlenswert und dazu noch ziemlich teuer. Auch das Bezahlsystem erinnert an ähnliche Sportarenen, denn auch hier muss man sich Guthaben auf eine Chipkarte laden, um damit im Stadion bezahlen zu können. Der Restbetrag kann nach dem Spiel wieder in Bares umgetauscht werden. Der Baubeginn war im Oktober 2002 und die Bauzeit betrug weniger als drei Jahre. Mal abgesehen von der ziemlich beschissenen Lage und der damit verbundenen mühsamen An- und Abreise ist die Allianz-Arena so schlecht nun nicht. Das Innenleben ist nüchtern und praktisch und die Sicht selbst vom Oberrang aus noch ganz gut. Sehr positiv zu bewerten sind die zahlreichen und zumeist recht freundlichen Ordnungskräfte sowie die Bewegungsfreiheit gerade für die auswärtigen Fans. Was der Arena fehlt, was letztlich aber allen Arenen fehlt, ist das gewisse Etwas. Sie wirkt doch ein bisschen steril und man sucht vergeblich optische Reize. Aber nun gut, das sind die Stadien der Neuzeit. Wer noch schöne alte Haupttribünen mit Holzbänken sucht, der wird sie in den Oberligen oder im Ausland finden.

 

 
 

Tageskilometer:                 582 km mit dem KFZ von Berlin nach München

Saisonkilometer:          51.449 km: 13.967 km Flugzeug, 28.061 km Bahn, 9.201 km KFZ, 220 km Bus

zum Vergleich 07/08: 63.094 km: (34.822 km Flugzeug, 15.407 km KFZ, 10.895 km Bahn, 1.157 km Bus, 490 km Schiff)

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