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3. Liga , Saison 08/09, 12.09.2008

 

SC Paderborn 07 - FC Rot-Weiß Erfurt

2:0

Paderborn, Arena (9.963 Zuschauer)

 

Aus dem kleinen Umtrunk und der Derbynachbetrachtung in Gelsenkirchen wurde nix, weil viele schlicht keinen Bock mehr hatten und ich eigentlich auch nicht. So konnte dann wenigstens das Sonntagsprogramm ausgeschlafen angegangen werden, welches mit einer gut zweistündigen Zugfahrt nach Paderborn begann. Apropos Paderborn, bereits zum dritten Mal (zum zweiten Mal wegen Fußball) war ich nun Gast dieser Stadt und dieser Abstecher war auch der letzte in meinem Leben (mal schauen wie lange das jetzt wieder durchhalte). Paderborn, das seine große Blütezeit während der Hexenverfolgung erlebte (und aktiv betrieb), hat jetzt auch ein neues Möbelhaus direkt neben dem Stadion – Quatsch, umgekehrt!

Pünktlich wie die Maurer erwarteten mich Jörg und Julian am Paderborner Hauptbahnhof und dann ging sie ab, die wilde Luzie. Straße, Ampel, Landstraße, Parkplatz, den Oberlehrer und Derbybetrüger einladen und schon waren wir der neuen Arena ganz nahe. Da die hiesigen Sicherheitskräfte die Anfahrt zu den Parkplätzen versperrte und uns ein Parkpatzeinweiser falsch einwies, wurde es zeitlich noch mal ziemlich knapp. Letztlich unbegründet, denn ohne weitere Verzögerungen und exakt sieben Minuten vor dem Anpfiff durchschritten wir *trommelwirbel* die Eingangspforte zur Arena mit dem komischen Namen. Der erste Eindruck des Stadions war schrecklicher als befürchtet, mag heißen, alles noch schlimmer als das bzw. die Stadien in Holland 2. Division. Doch dazu später mehr.

Zunächst hieß es, sich zurücklehnen und versuchen dem ganzen Spuk einen Hauch an Aufmerksamkeit zu schenken. Rund 1.500 Erfurter versammelten sich im Gästeblock und machten bis zur 75. Minute ganz gut Alarm. Auffällig im Paderborner Block waren die Zaun- bzw. Wandfahnen, die alle so aussahen als kämen sie aus ein und demselben Wandfahnenfachgeschäft. Support war durchaus vorhanden, allerdings wurde dieser bis zur 75. Min. von recht wenigen aktiv betrieben. Erst als das Spiel zugunsten der Hausherren kippte, bequemten sich auch die Ärsche auf den Sitzplätzen ihre Stimmen zu erheben. Aber nun gut, dies ist allerdings auch kein Paderborn spezifisches Problem. Das Spiel war eher durchschnittlich, Erfurt dominierte die Anfangsphasen beider Halbzeiten. In der 75. Minute ging Paderborn in Führung und fünf Minuten dezimierten sich die Gäste selbst. In Überzahl erhöhten die Hausherren wenig später auf 2:0.

Tore: 1:0 (75. Min.) Lindemann (73.), 2:0 (85. Min.) Löning

 
 
 

 

Stadion:

 

15.000 Zuschauer fasst die neue Arena in Paderborn und diese Plätze verteilen sich wie folgt: 9.200 Stehplätze, 5.800 normale Sitzplätze und 730 VIP-Plätze (wobei letztere anscheinend nicht zur Gesamtkapazität gezählt werden). Hervorzuheben ist, dass alle Plätze überdacht sind. Neben 2.842 PKW-Parkplätzen gibt es noch 2.000 Stellplätze für Fahrräder und die Länge der Werbebanden bemisst sich auf stolze zwei Kilometer. Erbaut wurde dieses tolle Stück in den letzten Jahren, ständig unterbrochen von den Wehklagen der Anwohner. Der aufmerksame Besucher wird sehr schnell feststellen, dass es rund herum gar keine Anwohner gibt, sieht man mal von ein paar Schnittblumenfeldern und einem Möbelhaus ab. Von außen betrachtet weiß man nicht, ob es sich beim Stadion um das Möbelhaus oder die Heimstätte des SC Paderborn handelt. Innen drin wird es gruselig. Die Blöcke sind über Aufgänge zu erreichen, so dass der Zuschauerbereich erst in ein paar Meter Höhe beginnt und nach ein paar Reihen schon wieder aufhört. Da die ganze Arena über 23 Meter hoch ist, sind die vier Wände das optisch dominierende Element in diesem seelenlosen Bau. Das einzig positive an dieser architektonischen Vergewaltigung sind die ausreichend vorhandenen Stehplätze.

 
 
 

Tageskilometer:                 506 km wieder zurück mit der Bahn nach Berlin via Paderborn

Saisonkilometer:          25.000 km: 8.103 km Flugzeug, 16.81 km Bahn, 596 km KFZ, 220 km Bus

zum Vergleich 07/08: 63.094 km: (34.822 km Flugzeug, 15.407 km KFZ, 10.895 km Bahn, 1.157 km Bus, 490 km Schiff)

Grüße an Jörg, Julian und Zumsel

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