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3. Liga, Saison 08/09, 24.08.2008

 

   

SV Stuttgarter Kickers - SV Sandhausen

0:1

Stuttgart, Waldau-Stadion (3.230 Zuschauer)

 

Der Zugzwang entsteht, wenn man nur noch Züge zur Verfügung hat, die die eigene Stellung nicht verbessern. In Anlehnung an das Spiel der Könige heißt das: Man muss halt – ob wann will oder nicht. Ausschlafen wäre eine mögliche Alternative gewesen, aber nachdem der letzte Rest an Motivation zusammengekratzt wurde brachte mich die Flatratefahrkarte in schlanken 5 ½ Stunden von Berlin nach Stuttgart, genauer in den Bezirk Degerloch, Heimat der Stuttgarter Kickers. Die Tabellenkonstellation und der Gegner aus Sandhausen versprachen nicht die Wurst vom Tisch zu ziehen, aber zumindest ist das Stadion ein absoluter Pflichtground.

Schlappe 10 Minuten fährt man mit der U-Bahn (U7, Richtung Ostfildern) fast direkt vor das Waldaustadion und dank der Sonne am Firmament erstrahlte die 1905 erbaute Sportstätte in voller Pracht.

Nur drei von 20 Vereinen werden am Ende der Saison absteigen, man muss also nicht sonderlich viel tun um zu den drei Unglücksraben gehören zu wollen. Die besten Chancen in der nächsten Saison nicht mehr drittklassig zu sein haben die noch sieg(-und torlosen) Stuttgarter Kickers. Beim SV Sandhausen sieht es dagegen ein bisschen besser aus und dieser reiste heute mit gut 300 Gästefans, davon ca. 15 Männlein im Ultrastyle, an. Bei meinem Besuch im Hardtwaldstadion vor gut vier Jahren hatten die noch nicht mal eine Zaunfahne, heute hing dagegen eine ganz staatliche Anzahl an schwarz-weißen Lappen an den Zäunen und im Pufferblock.

Das Spiel war nicht gerade ein Knüller. Sandhausen ging früh in Führung und im weiteren Verlauf der ersten Halbzeit scheiterten sie einige Mal am guten Stuttgarter Schlussmann und versäumten es damit, den Sack zuzumachen. Die Stimmung im ersten Durchgang war bis dahin noch ganz passabel, da auf der Gegengeraden etwa 100 blau-weiße Anhänger für Support sorgten. Im Durchgang verschoss Sandhausen einen Elfmeter, ein eingewechselter Stuttgarter flog mit glatt Rot vom Platz und am Ende trafen die Kickers die Latte. Die Stimmung im zweiten Durchgang war geprägt von lautlosen Gästefans und einzelnen Verzweifelungsrufen seitens des Heimanhangs.

Tor: 0:1 (10. Min.) Göttlicher

 
 
 
 

Stadion:

Es gibt nicht viele Fußballstadien in Deutschland, die älter sind als das Waldau-Stadion und es gibt keinen Verein in unserer wiedervereinten Republik, der länger an gleicher Stelle zu Hause war als die Stuttgarter Kickers. Im Sommer des Jahres 1905 bezog der Verein diesen Platz und nur ein Jahr später wurde eine kleine Tribüne eingeweiht, im Jahre 1913 wurde eine wesentlich größere gebaut, die 1975 den exklusiven Ansprüchen des DFB weichen musste. Der „Ersatzbau“ ist dafür noch heute zu bewundern. In den 80er und 90er Jahren wurden weitere Renovierungen durchgeführt, wie z. B. der komplette Umbau (und spätere Überdachung) der Gegengeraden. 1988 kaufte die Stadt dem Verein das Stadion ab, die später notwendigen Umbauten durfte der Klub aber dennoch selber zahlen. Eine Flutlichtanlage bekam das Stadion erst 1997 und im gleichen Jahr wurden die Stehränge hinter den Toren völlig neu gestaltet, dafür mussten eine Holz- und eine Stahlrohrtribüne weichen.

 
 
 

Tageskilometer:              1.463 km mit der Bahn von Berlin nach Stuttgart und zurück

Saisonkilometer:          18.783 km: 5.350 km Flugzeug, 12.587 km Bahn, 476 km KFZ, 100 km Bus

zum Vergleich 07/08: 63.094 km: (34.822 km Flugzeug, 15.407 km KFZ, 10.895 km Bahn, 1.157 km Bus, 490 km Schiff)

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