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MSDL - Sstarší Dorost, Saison 07/08, 02.05.2008

 

 

FK Fotbal Třinec - SK Rostex Vyškov

1:0

Trinec, Mestsky Stadion (ca. 100 Zuschauer bei freiem Eintritt)

 

 

 

Planung ist die gedankliche Vorwegnahme der Mittel und Schritte sowie deren Abfolge, die zur effektiven Erreichung eines Zieles notwendig scheinen. Angesichts knapper Ressourcen und Zeit Entscheidungen zu treffen und vorhandene Bedürfnisse zu befriedigen, macht Planung ebenso erforderlich wie die Zukunftsunsicherheit und die Unübersichtlichkeit von Umweltbedingungen und Nebenfolgen eines jeden Handelns. Soweit die Theorie – den Praxisteil übernahm großteils Maik aus dem schönen Tecklenburger Land (der musste jetzt einfach sein), denn der Gute hat(te) im Gegensatz zu mir mehr Ahnung und vor allen Dingen mehr Zeit. Es galt vier freie Tage mit einigermaßen sinnvollen (oder auch sinnlosen – je nach Auge des Betrachters) Kicks zu füllen und jeder einzelne Tag dieser Tourenplanung war voll von Unwägbarkeiten, so dass wir täglich neu ausloten und uns entscheiden mussten. Einzig das Reisemittel (Mietwagen) sowie Start- und Endpunkt (Berlin) waren die fixen Elemente. Auf eine komplette Übersicht aller denkbaren Varianten möchte ich an dieser Stelle verzichten (interessiert wahrscheinlich eh keinen) und daher nur die wichtigsten Überlegungen tagesabschnittsweise benennen. Die Entscheidung für das Spiel am Donnerstag (Kampftag der Arbeiterbewegung) fällten wir recht früh mit dem Klassiker in der dritten polnischen Division Resovia - Hutnik Kraków und damit auch gegen den Doppler in Brno (Brno B gegen Frýdek-Místek und das Pokalspiel von Brno A gegen Slovan Liberec). Zwar liegen zwischen Berlin und Rzeszów (unweit zur ukrainischen Grenze) mehr als 800 km, aber zum einen versprach das Match eine gewisse Emotionalität und zum anderen spekulierten (hoffen ist ein besseres Wort) wir nicht unbegründet auf die freitägliche Ansetzung des Spiel von Uzhgorod  gegen Dynamo Kiew. Als die Ukrainer endlich mit dem Spielplan aus dem Quark kamen, legten die Hunde vom Verband das „Derby“ in Kharkiv auf unseren Wunschtermin. Schlappe unrealistische 1.200 Kilometer wären das noch mal gewesen und obendrein war Maik schon mal dort. Letzteres Problem begleitete uns übrigens auf der ganzen Tour, viele Möglichkeiten mussten aus eben diesem Grund aus der Planung genommen werden. Letztlich einigten wir uns trotz der gerade beschriebenen Problematik auf den tschechischen Zweitligisten Jihlava am Freitagabend, obwohl ich diesen Club erst im Oktober besucht hatte. Aber da Stadt, Hotel und Restaurant begeistern konnten, hielt sich das Malheur in Grenzen. Soweit die Hypothese für die erste Hälfte der Tour.

Die harte Wirklichkeit sah leider völlig anders aus. Der Donnerstag war gerade ein paar Minuten alt, als Maik aus Osnabrück kommend in Berlin einschneite. Nach einem obligatorischen Pils aus dem Hause Lech und ein paar Stunden Schlaf nahmen wir um 06:30 Uhr erst die Mietkarre und dann das Mitfahrerpärchen (Eine Russin, ein Ire mit Ziel Wrocław) in Empfang. Die Fahrt ging zügig voran und mit dem Iren hatten wir auch einen guten Gesprächspartner, der sich als Supporter der Sligo Rovers entpuppte und obendrein auch mit der irischen Nationalmannschaft sehr geile Touren gemacht hat. Am Etappenziel in der niederschlesischen Hauptstadt mussten wir dann unsere erste der zwei Stunden Zeitpuffer abgeben, da wir zwar ziemlich schnell in die Stadt kamen um die beiden abzusetzen, aber sich dann die zusammengefummelten vermeintlichen Abkürzungen als Megaflop erwiesen. Alles kein Problem, müsste man meinen. Der Stau vor Kraków und dessen Umfahrung via Nowa Huta (nicht gerade hübsch hier und obendrein Heimat von Hutnik) verschlimmerte die Lage dramatisch, so dass wir 150 km vor dem Ziel mit ausschließlich schlimm verstopfter Landstraße und nur noch 90 Minuten auf dem Chronometer die Fahrt für Beendet erklärten. Teilweise selbst schuld, muss man sich im Nachhinein eingestehen, denn wären wir noch eher losgefahren und/oder hätten wir auf die Mitfahrer und deren Kohle verzichtet, hätte das alles sicherlich geklappt. Zugegeben, ziemlich viel Konjunktiv!

Mundabputzen - das Leben geht weiter. Der Fahrerwechsel verbesserte die Laune ein wenig, da der Schreiber dieser Zeilen ein Fahrzeug mit Automatik-Getriebe fährt und unser Leihwagen aus dem Hause Ford nicht über derlei Luxus verfügte. Der Motor jaulte, das Getriebe krachte und die anderen Fahrzeugführer staunten. Als Ziel für diese getriebezerstörende Fahrt gaben wir die tschechische Grenzstadt Český Těšín aus um den Tag wenigstens noch für Kilometermachen zu nutzen. Via Bielsko Biala ereichten wir die geteilte Stadt (früher war Český Těšín und das polnische Cieszyn mal eins) gegen 19 Uhr und nachdem der örtliche Supermarkt ein paar Waren weniger im Regal hatte, ging es auf Hotelsuche, die ziemlich exakt fünf Minuten dauerte. Unsere erste Wahl (schön ranzig und ostalgisch) war leider ausgebucht, aber die von außen etwas teurere Variante passte auch noch in unser Budget. Allein schon wegen der bildhübschen Servicekräfte unbedingt zu empfehlen, wer allerdings schon mal den Spakenfilm „Hostel“ gesehen hat, sollte vorsichtig mit den servierten Drinks sein. Nach ein bisschen UEFA-Cup gucken und kostenlosem Internetsurfen ging es in das Hotelrestaurant um den knurrenden Mägen das heiß ersehnte Schnitzel und kühlendes tschechisches Bier zuzuführen. Dank neuer Informationslage nutzten wir die Gunst der Stunde um mal alle möglichen Spiele für den Freitag unter die Lupe zu nehmen. Von Český Těšín bis Jilhava waren es noch gut 280 km Autobahn, bis Wien auch nicht viel weiter. Da wir zudem am Samstag in Bratislava mit unserem Mottospielen „Quantität statt Qualität“ starten wollten, schien Wien irgendwie sinniger zu sein. Maik wollte zur Hohen Warte, ich zum FAC-Platz – passte alles. Mit dem Elfmeterschießen des zweiten UEFA-Cup-Semifinales ging es in die Horizontale um die 1.100 Frustkilometer wegzupennen. Dies klappte allerdings nur leidlich, da unser Zimmer zwar so groß wie eine Turnhalle war und obendrein über ein Whirlpool verfügte, dafür aber keine Vorhänge hatte. So brannte uns erst die ganze Nacht die Hotelreklame auf den Schädel und danach die Morgensonne. Nicht wirklich erholt waren wir dann wenigstens früh wach und nach einem ausgiebigen Frühstück schnell wieder auf der Bahn. Bevor es jedoch nach Wien ging, wollte Maik mir noch eine alte Bruchbude im nahegelegenen Trinec präsentieren. In Trinec angekommen, fanden wir zwar den Sportkomplex mit Eishalle, Schwimmbad und zwei Stadien, aber die Bruchbude war weg und wurde durch einen Neubau ersetzt. Der hiesige Zweitligist kickt im kleinen Stadion mit einer ausgebauten Seite daneben und im neuen Großen wird normalerweise kein Fußball gespielt. Die Betonung liegt bei normalerweise (Meister Zufall schlug unbarmherzig zu), denn kaum betraten wir das Areal, erklang der Anpfiff zu dem U19-Match zwischen  FK Fotball Trinec und SK Rostex Vyskov. Na, den Schnapper kann man mal mitnehmen. Das Spiel war zwar nicht der Rede wert, dass Stadion schon, denn eine recht große überdachte Tribüne und eine gut ausgebaute Gegengerade schmücken es. Die Kurven sind gegenüber dem Vorgängerbau zurückgebaut worden und bestehen aus einfachen Rasenflächen. An das alte Stadion erinnern nur noch die vier Plattformen, auf denen die Flutlichtmasten montiert waren.

 
 
 
 
 
 
 
Fortsetzung
 

Tageskilometer:              1.100 km mit dem KFZ von Berlin nach Trinec

Saisonkilometer:          56.581 km: (34.822 km Flugzeug, 10.419 km KFZ, 9.683 km Bahn, 1.157 km Bus, 490 km Schiff)

zum Vergleich 06/07: 44.890 km (21.098 km KFZ, 15.117 km Bahn, 7.284 km Flugzeug)

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