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2. liga, Saison 07/08, 06.10.07 |
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FK Dukla Praha - FC Vítkovice 1:0 Praha, Stadion Juliska (487 Zuschauer) |
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Sodele, das Chambre war auf jeden Fall astrein, zwei Betten plus Fernseher mit 10 Knöppen und acht Programmen und vor allen Dingen alles picobello sauber. Nach dem kurzen Frischmachen galt es, die nächste Tagesaufgabe zu erledigen, die da hieß, Essen fassen. Der Magen knurrte gewaltig, denn seit dem 35-Sekunden-Mahl vom Morgen in Oslo wurde dem Magen nix Festes mehr zugeführt. Was sahen die Äuglein beim Verlassen des Hotels? Richtig, zwei Pensionen. Ist auch so ein Running-Gag der Menschheit, dass wenn man ein Hotel sucht, keins findet und wenn man keins sucht, tausend sieht. Der weitere Weg führte über den recht großen Platz des ehemaligen Iglaus und gleich das erste Restaurant entsprach den preislichen und geschmacklichen Vorstellungen. Der Ober servierte Schnitzel in vergessen welchem Mantel und Hochlandkartoffeln, die fein mundeten (Preis plus zwei großen Bierchen und einem Kaffee = 250 Kronen = ca. 9 Euro). Nur Mr. Beautyful aus dem vorderen Pommern hätte an der Summe noch was zu meckern gehabt. Es folgte der bizarrste Teil dieser Tour, denn als ich gerade das Lokal verlassen wollte, lernte ich drei bildhübsche Wesen namens Kristyna, Eliska und Marketa kennen. Nach ein bisschen Smalltalk luden sie mich auf eine Art Oben-oben-Party ein, welche man sich natürlich nicht entgehen ließ. Es mögen vielleicht dreißig Gestalten (davon nur 1/3 männlich) anwesend gewesen sein, als plötzlich ein Vieh den Raum betrat, der aussah wie ein Bär, den ich euch gerade aufgebunden habe. Ha, jetzt sind alle wieder wach, wir lassen Fantasie mal Hirngespinst sein und kehren zum harten und öden Alltag zurück. Nachdem eine nervige tschechische Fliege Opfer eines gemeinen Attentates wurde, gingen die Lichter aus und erst wieder an als der zum Wecker umfunktionierte mobile Fernsprecher um Punkt 5:45 Uhr zwitscherte. Eigentlich wollte ich erst den Bus um 08:45 Uhr gen Prag nehmen, aber da erstens die Zeit bis zum Anstoß um 10:30 Uhr bei Dukla ein wenig knapp geworden wäre und zweitens das ganze Theater mit den vollen Bussen noch immer in den Gliedern steckte, versuchte ich mein Glück zwei Stunden früher, zudem auch gleich zwei davon fahren sollten. Eine Viertelstunde vor Abfahrt war ich dann wieder am Busbahnhof und siehe da, die gelbe und etwas schnellere Variante war bereits hoffungslos ausgebucht. Bei der zweiten Alternativen sah es schon viel besser aus und außerdem war die ganze letzte Reihe noch frei. Diese Gelegenheit musste man einfach beim Schopfe packen und so wurde der am frühen Morgen verpasste Schlaf nachgeholt. Der Bus erreichte überpünktlich sein Ziel (Florenc) und da noch bis zum Anstoß ein bisschen Zeit war, habe ich diese zum Frühstück und zur Planung des weiteren Tagesprogramms genutzt. Nach dem Spiel wollte ich bis zur Abfahrt (18:46 Uhr) des Zuges zurück nach Berlin noch ein wenig Sightseeing betreiben, wozu sich Prag geradezu anbietet. Selten habe ich eine solch schöne (und leider voller Touristen) Stadt wie diese gesehen. Fußballtechnisch wäre ohnehin bis auf irgendwelche Murmelspiele nicht viel drin gewesen, denn das Prager Derby wurde eh schon auf den unchristlichen Montag gelegt. Der Weg zum Stadion Juliska ist eigentlich ganz einfach. Man fährt mit der Metro bis zur Station Hradcanská und fährt von dort mit der Linie 8 (östliche Richtung) bis zur Endhaltestelle. Dort sieht man ein riesiges Hotel feinster sozialistischer Bauweise und von dort läuft man einfach den Berg hoch. Vorher sollte man allerdings gut frühstücken, ansonsten droht ein Hungerast. Der FK Dukla Praha spielte letzte Saison in der fünften Liga und der Sprung in die Zweitklassigkeit war nur möglich, weil der mährische Dorfclub (700 Einwohner) Jakubčovice Fotbal seine Lizenz verscherbelte. Der eigentliche und sehr bekannte Armeesportverein (immerhin 11-mal Tschechoslowakischer Meister, zuletzt 1982) ging 1996 Pleite und fusionierte mit dem FC Pribram. Das erste Jahr spielte man noch unter dem Namen Dukla Prag in der tschechischen Landeshauptstadt. Ein Jahr später zog der Verein aber nach Pribram und spielte unter dem Namen FK Dukla Pribram. Im Jahre 2000 wurde der Lebensmittelkonzern Marila Hauptsponsor und seitdem heißt der Verein eben FK Marila Pribram. Die Jugendmannschaften blieben aber in Prag und fusionierten wiederum mit einem anderen alten Armeesportverein, Dukla Dejvice. Alles andere als erfolgreich kickte der „neue“, „alte“ oder „andere“ FK Dukla in den Niederungen des tschechischen Fußballs rum, aber da in Mähren der besagte Dorfclub Jakubčovice Fotbal siebenmal hintereinander aufstieg, ging der Besitzer auf den FK Dukla zu und bot ihnen die Lizenz für die zweite Liga an. Nur die Stadionfrage blieb noch ungelöst, denn die Armee wollte es partout nicht rausrücken und gab erst im Sommer nach. Ohne Stadion hätte der Verband nämlich der Lizenzübertragung nicht zugestimmt. In der zweiten Liga kicken jetzt im Prinzip zwei Vereine, die sich ehe- und elfmaliger Tschechoslowakischer Meister schimpfen, denn der FK Marila Příbram ist letzte Saison aus der ersten Liga abgestiegen. |
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| Spiel und Stimmung: | ||
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Nun ja, es gab sicherlich spielerische Leckerbissen, gefunden wurden sie aber nicht. Ein Tor fiel sehr zur Freude der noch nicht mal 500 Zuschauer (mit Ausnahme der Handvoll Gästefans). Ansonsten galt, das Stadion ist der Star und der Rest schmuckloses Beiwerk. Es ist eigentlich schwer vorstellbar, dass sich Dukla in der Hauptstadt etablieren kann, denn mit Sparta, Slavia, Bohemians 1905 und FK Viktoria Žižkov ist die Konkurrenz um die Zuschauergunst einfach zu groß. Tor: 1:0 (72. Min.) Kulvajt |
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| Stadion: | ||
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Das Stadion Juliska beeindruckt in erster Linie wegen der Haupttribüne, die steil in den Berg gebaut wurde. Eher mickrig erscheint dagegen der restliche Ausbau, der obwohl er über eine mehr als ausreichende Zahl an Stufen verfügt. Daneben fallen auch noch die recht überdimensionierte Anzeigetafel und der Sprecherturm inmitten der Gegengerade auf. Alles in allem eine sehr feine Anlage. |
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Tageskilometer: 490 km: Jilhava - Prag (Bus 120 km) Prag - Berlin (370 km Zug) Saisonkilometer: 26.472 km (22.824 km Flugzeug, 682 km KFZ, 2.251 km Bahn, 715 km Bus) zum Vergleich 06/07: 44.890 km (21.098 km KFZ, 15.117 km Bahn, 7.284 km Flugzeug) |
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Grüße an den Wettergott für die vier Tage ohne Regen |
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