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UEFA-Cup, Saison 07/08, 04.10.07

 

   

Valerenga IF - Austria Wien

2:2

Oslo, Ullevål (3.863 Zuschauer)

 

Gemütlich schlenderten wir nach dem blauen Sieg der Glorreichen (oder andersrum) aus dem Gästeblock und mischten uns unter das einheimische Volk. Die 22 NOK für den Bus haben wir uns gespart und so trugen uns unsere Füße Richtung Innenstadt. Unterwegs sammelten wir noch Klausi ein und am Ziel der nächtlichen Wanderung erblickten wir am Horizont (bildlich gesprochen) den schon bekannten Pub, wo allerlei GEsindel rumlungerte und entweder soff oder dem ersten Bus am nächsten Morgen entgegenpennte. Gegen halb drei war die Kohle dann alle und Zeit sich ins Reich der Albträume zu verabschieden. Klausi brachten wir noch schnell zu seiner Bruchbude namens Radisson und schlichen dann berghoch Richtung unserer Nobelherberge. Schnell haben wir noch den Treffpunkt für morgen vereinbart (Matthias wollte mit dem Zug von Trondheim nach Oslo fahren) und dann hieß es ab in den Pumakäfig. Vier stinkende Typen auf ca. 4 qm, na wenn da keine Freude aufkommt. Die nächsten 4 ½ Stunden wurden dann wie folgt verbracht: 03:30 Uhr kam der letzte Zimmergenosse und machte alle wach, um 05:00 Uhr drückte die Blase, um 06:00 Uhr stand der Tanzschüler auf, um 07:00 Uhr der Unbekannte und total genervt eine halbe Stunde später auch ich. Wenigstens konnte ich die Wasserrechnung noch ordentlich in die Höhe treiben, ehe es zum kargen Frühstück ging und direkt danach auf die Menschheit. Der Morgen war recht frisch, die Sonnenstrahlen umkitzelten die Stadt am Trondheimfjord und so waren die besten Vorraussetzungen für einen morgendlichen Spaziergang geschaffen (Bild).

Am Ende dieser ausdehnten Wanderung thronte der Bahnhof, wo gemeinhin Züge u. a. zum Flughafen fahren. Mit 64 NOK war dieses Transportmittel etwas günstiger als der Bus und bietet wesentlich mehr optische Leckerbissen. Einchecken, Platz nehmen und Äuglein schließen wurden routiniert absolviert, so dass ich Gardermoen (ca. 50 nördlich von Oslo) immer noch ziemlich übermüdet erreichte. Der Bahnhof war perfekt ausgeschildert und die Fahrkarte schlug mit 86 NOK (ca. 11 Euro) zu Buche. Die Fahrzeit nach Oslo Central betrug ca. 40 Minuten und damit doppelt so lang wie der Airportexpress, der aber dafür auch gleich doppelt so teuer war. Ganz schön happig – in Berlin zahlt man gerade mal 2,10 Euro, egal von welchem Flughafen bis in die City. Auch in Oslo habe ich eine Herberge im Voraus gebucht und dieser Unterschlupf hörte auf den klangvollen Namen „Hotel Anker“. Der Preis und die Leistungen entsprachen exakt denen in Trondheim und diesmal waren zwei Schweden und ein Unbekannter (vielleicht auch der Typ von der Nacht davor, man weiß es nicht) meine neuen Freunde in der Räuberhöhle. Der Typ, den ich nicht zu Gesicht bekam war entweder angehender französischer Frauenarzt oder –schänder, denn zumindest deutete ein aufgeschlagenes Buch mit total entstellten Damenoberkörpern auf ein solches Interessengebiet hin. Vielleicht kann ich bei einer Mordserie mit zerhackten Frauenbrustkörpern mal den entscheiden Hinweis (seht doch mal im Hotel Anker nach) geben.

 

 

Zeit für Sightseeing, denn bis zum Kickoff der UEFA-Cup-Partie waren vier Stunden Zeit. Um die Leserschaft nicht noch mehr zu langweiligen, überspringe ich diesen Punkt jetzt einfach mal, ohne nicht doch noch den Hinweis zu geben, dass Oslo über eine ganz nette (und teuere) Innenstadt verfügt und auch die Burganlage und der kleine Hafen durchaus einen Abstecher wert sind.

Um sechs Uhr erreichte ich das Ullevålstadion an der gleichnamigen S-Bahn-Station und machte mich erstmal auf die Suche nach einem Ticketschalter, der nach einigen Mühen auch gefunden wurde. 100 NOK hinter dem Tor oder 150 NOK für die Haupttribüne lauteten die beiden einzigen Preiskategorien, und da eh alles schon zu teuer war, entschied ich mich für die zweite Variante. Ein Fehler, wie sich kurze Zeit später herausstellte, denn als Matthias pünktlich am Treffpunkt erschien, hatte er in weiser Voraussicht zwei Tickets reserviert. Da es keinen Sinn machte, getrennt ins Stadion zu gehen, musste also einer in den saueren Apfel beißen. Das Stadion (wieder so ein Teil der Marke außen pfui, innen besser) füllte sich anfangs nur spärlich und dabei blieb es auch.

 

 
Spiel und Stimmung:
 

Noch nicht einmal 4.000 Zuschauer wollten Valerenga im Rückspiel gegen Austria Wien sehen. Ob es an der 0:2 Hinspielniederlage lag oder ob Valerenga generell nicht die Wurst vom Tisch zieht, mag ich nicht zu beantworten. Aus Wien waren ca. 60 Gestalten angereist plus eines Dynamos aus Dresden, der auch fleißig mit seinem Lappen wedelte. Spiel war in der ersten Halbzeit eher – vorsichtig formuliert – taktisch geprägt und so war es auch nicht verwunderlich, dass der Gast mit der ersten Torchance gleich in Führung ging. In der zweiten Halbzeit drehte Valerenga zwar noch mal auf, aber letztlich war das Weiterkommen der Austria nie in Gefahr. Überraschend war die Stimmung ganz gut, denn der Heimmob feierte und feuerte an.

Tore: 0:1 (22. Min.) Kuljic, 1:1 (51. Min.) Dos Santos, 2:1 (87. Min.) Holm, 2:2 (90. Min.) Acimovic

 
 
 
Stadion:
 

Neben Valerenga trägt Lyn Oslo seine Heimspiele im Ullevål aus, welches mit seinen 25.572 Plätzen das größte Stadion in Norwegen ist. Erbaut und eröffnet wurde diese Stätte schon 1926 und erst Ende der 90er Jahre in eine Arena umgebaut. Die Zuschauer finden auf zwei Rängen Platz, dazwischen befinden sich die Logen und die Wichtigen und Reichen.

 
 
 
 

Tageskilometer:                678 km: Trondheim - Varnes & Gardermoen -Olso (85 km Bahn), Vaernes - Gardermoen (593 km Flug)

Saisonkilometer:          24.671 km (21.683 km Flugzeug,  682 km KFZ, 1.831 km Bahn, 475 km Bus)

zum Vergleich 06/07: 44.890 km (21.098 km KFZ, 15.117 km Bahn, 7.284 km Flugzeug)

Grüße an Matthias

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