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Sofort nach dem Abpfiff bei Stal brachen wir in Richtung Süden nach Debno auf und ließen die Doppelveranstaltung in Stargard (übrigens beide Spiele auch IV liga, grupa zachodniopomorska) im wahrsten Sinne des Wortes links liegen. Begleitet von herrlicher Landschaft erreichen wir Debno, welches bis 1945 Neudamm hieß, gegen 14 Uhr. Die Stadt gehörte bis zu deren Auflösung im Jahre 1836 zum Landkreis Cüstrin, danach bis zum Ende des zweiten Weltkrieges zum Landkreis Königsberg Nm. 1945 kam die zu einem Drittel zerstörte Stadt zu Polen und erhielt den Namen Dębno. Zwischen 1950 und 1975 war sie Kreisstadt in der ehemaligen Woiwodschaft Stettin, der Sitz des Powiats war jedoch in Chojna. Von 1975 bis 1998 gehörte die Stadt zur Woiwodschaft Gorzów. All diese Informationen sind nachzulesen auf der Homepage der Gemeinde und wer sich noch tiefgründiger mit Debnos Geschichte auseinandersetzen möchte, dem empfehle ich folgenden Link! Da wir ja noch zwei Stunden Zeit hatten, schlenderten wir durch das kleine, aber sehenswerte Städtchen und aßen danach lecker Mittag. Der Weg von der Innenstadt bis zum Stadion ist kurz und eine Viertelstunde vor dem Anpfiff war hier noch nicht wirklich viel los. Zwei Nasen aus der BRD (genauer aus Greifswald und Leipzig-Leutsch) liefen uns noch vor die Flinte und nach ein bisschen Smalltalk fieberten wir dem Anpfiff entgegen. |
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| Spiel und Stimmung: |
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Dab Debno (wobei Dab eigentlich Botanik heißen müsste) ist Tabellenführer dieser fünften Liga und schon sicher aufgestiegen. Zwischen Mieszkowice und Dab liegen gerade einmal 19 km und daher könnte man eigentlich von einem Derby sprechen. Allerdings verbindet beide Fanlager eine innige Freundschaft, die allein dadurch zementiert ist, dass auch beide Fangruppen gleichzeitig Pogon-Fanclubs sind. Kurz vor dem Anpfiff betraten lautstark und geschmückt mit allerlei Fahnen die Auswärtsfans das Stadion und steuerten gleich die Jungs von Dab Debno an. In den folgenden 90 Minuten supportete man gemeinsam Dab, Mieszko, Pogon und auch Legia (Freundschaft mit Pogon). Das ganze Allianzsystem in Polen ist ein bisschen komplizierter als bei uns. Da auch noch optisch was geboten wurde und in der Halbzeit noch kostenlos Suppe mit Würstchen gereicht wurde, kamen Jakob und ich einhellig zur Meinung: Alles richtig gemacht. Schienbeinschoner waren bei diesem Spiel überflüssig, Augenklappen hätten es auch getan. Unterm Strich war es aber ein Kick von dem sich die Region eigentlich noch in ein paar Jahren erzählen müsste, hätten sich die potentiellen Schilderer nicht ihr Hirn weggesoffen. Gerade die neben uns sitzende Gruppe (von uns in „Die VIPs“ umgetauft) schleuderte sich Starkbier und Schnaps in den Schädel, dass beim Anblick unweigerlich das Bild einer leergeschossenen Stalinorgel in den Sinn kam. Mitte der zweiten Halbzeit versuchten sie sich dann daran das Stadion ohne Knochenbrüche zu verlassen. Die 22 Mannen auf dem Rasen vollführten hingegen feinste Fußballästhetik, die gar keinen Vergleich braucht. Gerade Debno mit einer Viererkette im Sturm, einem ebenen Viereck (Fußballproleten sprechen auch von Raute) in der Abwehr, die ständig in Antiparallelogramm wechselte und dazu diese feine taktische Finesse der Rochade zwischen Torwart und dem klassischen Sechser waren ein echter Gaumenschnalzer für die Betrachter aus Nah und Fern. Am Ende stand es 2:1. Tore: 1:0 (50. Min.) Majewski, 2:0 (80. Min.) Skoczek, 2:1 (85. Min.) Powłoka |
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| Stadion: |
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Zwei ausgebaute unüberdachte Tribünen auf den Längsseiten mit jeweils sieben Stufen, auf die entweder Sitzbänke oder Schalensitze montiert wurden, schmücken das Stadion in Debno. Hinter einem Tor gibt es noch einen Graswall und das war es dann auch schon. Trotz dieser kurzen Beschreibung: Ganz netter Ground. |
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Tageskilometer: 232 km von Stettin über Debno zurück nach Berlin mit dem KFZ Saisonkilometer: 44.297 km (20.505 km KFZ, 15.117 km Bahn, 7.284 km Flugzeug) zum Vergleich 05/06: 46.387 km (11.183 km KFZ, 24.473 Km Bahn, 10.984 km Flugzeug, 690 km Bus, 288 km Schiff) |
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Dank an Jakob, Grüße nach Leutzsch und Greifswald |
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