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        Serie A, Saison 06/07, 18.03.07                    

 

   4:0

Udinese CalcioA. S. Livorno Calcio

 

Udine, Stadio Comunale Friuli (14.100 Zuschauer)

 

 

Da aus Brummbärchen der Lila-Schlechte-Laune-Bär wurde, verzichteten wir (Füchschen und ich) generös auf eine weitere Mitfahrt und zogen die ÖBB als Verkehrsmittel vor. Der Bahnhof ist vom Stadion allenfalls 200 Meter entfernt und glücklicherweise kam gerade ein Eurocity um die Ecke, der uns in 50 Minuten dorthin brachte, wo wir am Morgen gestartet waren. Für Unterhaltung im ungarischen Großraumwagen sorgten dabei drei waschechte Wiener und eine Flasche Schnaps. Eine wirklich schwer wiederzugebende Szenerie, aber die Minuten bis zur Ankunft am Südbahnhof vergingen wie im Flug. Das Angebot vom Vorabend (Zwei Desperados zum Preis von einem) galt leider nicht mehr in unserer hauseigenen Diskothek und so verballerten wir noch ein paar „gefundene“ Gutscheine und fielen irgendwann nach Mitternacht ins Bett. Vier Stunden Schlaf mussten reichen und so verließen wir in aller Herrgottsfrühe das Hotel um dann mit der Tram zum Südbahnhof zu fahren. Zeitung, Brötchen und Säftchen gekauft und schon saßen wir im EuroCity Allegro Johann Strauß. Bis zur italienischen Grenze genossen wir die absolut geniale Landschaft und erreichten gegen 11:00 Uhr Tarvisio Boscoverde. Dort stiegen dann zwei Italiener zu, die sich als Sprachstudenten aus Triest vorstellten. Da wir aufgrund der etwas undurchsichtigen Kartenlage in Udine noch nicht ganz sicher waren, ob wir überhaupt reinkommen würden, drückten wir dem einen unser mobiles Telefon in die Hand und baten ihn um Nachfrage bei den zuständigen Stellen. Das Gespräch zog sich wie Kaugummi, was zum einen an der notorischen Mitteilungsbedürftigkeit des Italieners an sich (aber man will ja nicht verallgemeinern) und zum anderen an ein paar Tunneln lag. Kurz vor Udine kam dann das OK durch die Hörmuschel. Alternativ wären wir bis Venedig durchgefahren, um dort das Spitzenspiel der dritten Liga zwischen Venezia und Cittadella (endete übrigens 2:0) zu gucken. So hatten wir aber drei Stunden Zeit um das Gepäck zwischen zu deponieren, den Magen zu füllen und zum Stadio Comunale zu kommen. Die Sache mit dem Gepäck ging gleich voll in die Hose, da der Bahnhof von Udine diese Serviceleistung gar nicht anbietet, der ein paar Meter entfernte Autobusbahnhof schon, aber halt nicht sonntags. So fragten wir betont naiv in einem Viersternehotel nach, der Portier zuckte leider auch nur mit den Schultern und schlug dann „überraschenderweise“ vor, dass wir unsere Rücksäcke einfach hier lassen sollten. Die Erledigung des zweiten Punkts auf unserer ToDo-Liste klappte schon besser, aber das Panino war letztlich „nur“ ein Döner. Dafür erwischten wir aber gleich den richtigen Bus (Linie 4, wenn ich mich recht entsinne) und so waren wir um Punkt zwei am verabredeten Treffpunkt, wo wir dann ins Innere des Stadions geschleust wurden. Der Kauf eines Billets wäre übrigens absolut nicht möglich gewesen, denn a) waren die Kassen verschlossen, b) kamen nur die Dauerkarteninhaber rein und c) wurden die Ordner von Figuren des italienischen Fußballverbands überwacht. Kein Wunder, dass sich so nur 14.100, darunter exakt null Gästefans, im Stadion verloren. Wenn jetzt auch noch wie angedroht ab April Spruchbänder, Trommeln und Megaphone verboten werden, dann gute Nacht Marie!

 

 

Spiel & Stimmung:

 

Auch sportlich gesehen war die Auswahl des Spiels sicherlich nicht die beste: Der 10. gegen den12. Udinese siegte hoch verdient mit 4:0 und es war wirklich traurig anzusehen, wie Livorno mit fünf Mann hinten drin stand und mit nur einer Spitze (Lucarelli) agierte. Selbst nach dem Rückstand gab man das System nicht auf. Stimmung auf den Rängen war vorhanden, obwohl nur ca. 300 Ultras konsequent durchsangen. Trotz der offenen und stimmungsfeindlichen Bauweise kam die Singerei ganz gut rüber. Später machte sogar die Haupttribüne mit.

Tore: 1:0 (34. Min.) Di Natale, 2:0 (37. Min.) Gyan, 3:0 (69. Min.) Di Natale, 4:0 (83. Min.) Barreto (FE)

 
 

 

 
 Vereine:
 

Udinese Calcio wurde 1896 als SG Udinese gegründet. 1923 erfolgte die Umbenennung in AC Udinese und 1978 in Udinese Calcio. Das Erreichen der Gruppenphase in der Champions-League (2005) ist der größte sportliche Erfolg der Nordostitaliener.

Der A. S. Livorno Calcio (damals noch Unione Sportiva Livorno) ist das Ergebnis der Fusion von Spes Livorno und Virtus Juventusque Livorno im Jahre 1915. Beide Vereine kickten vor dieser Vereinigung schon in der Liga und wurden 1905 gegründet. Bis 1929 kickte der U. S. noch unterklassig, ehe ihm der Aufstieg in die Serie A gelang. In den folgenden 20 Jahren entwickelte sich der Verein zu einer echten Fahrstuhlmannschaft und pendelte ständig zwischen Serie A und Serie B, wobei die Saison 1945/46 die erfolgreichste war und mit einem siebten Platz abgeschlossen wurde. Ein Jahr zuvor gab es eine Umbenennung in U. S. Pro Livorno, aber das Pro verschwand nach nur einer Spielzeit wieder aus dem Vereinsnamen. 1949 folgte der Absturz, der mit dem Abstieg aus Serie A als Tabellenletzter eingeläutet wurde. 1952 ging man dann in die Drittklassigkeit (Serie C), der man dann auch bis auf eine Spielzeit (55/56) 10 Jahre lang treu blieb. Danach folgten wieder ein paar Jahre in der zweiten Liga. Zwischen 1973 und 2002 war der U. S. (ab 1976 U. S. Livorno Calcio und ab 1977 U. C. Livorno, später auch noch kurz Pro Livorno Calcio (1988)) ausnahmslos in der Dritt- und sogar Viertklassigkeit zu finden. Aber nach nur zwei Spielzeiten in der Serie B stieg der mittlerweile in A. S. Livorno Calcio umbenannte Verein als Drittplatzierter am 29. Mai 2004 und nach 55 Jahren Abwesenheit wieder in die Serie A auf.

 

 Stadion:

 

Man muss sich gar nicht viele Mühe geben um zu erkennen, dass das Stadio Friuli (benannt nach der Region) Austragungsort für ein paar Spiele der Weltmeisterschaft 1990 war. Korea, Uruguay und Spanien spielten hier. Erbaut wurde diese Spielstätte aber schon wesentlich früher, nämlich im Jahr 1971 und fünf Jahre später eröffnet. Der markantste Teil des Stadions ist sicherlich die Haupttribüne mit ihrer eigentümlich bogenförmigen Überdachung. Der Rest des Stadion ist allerdings nach oben offen. Im ganzen Stadion dominieren Schalensitze in unterschiedlichen Farben. Durch die Laufbahn ist Form oval und vier Flutlichtmasten unterstützt von einigen Scheinwerfern im Tribünendach sorgen für ausreichend Licht. Ein für italienische Verhältnisse sehr schönes Stadion.

 

 

 

Bis zur Rückfahrt unseres Zuges um halb zwölf schauten wir uns erst noch ein bisschen die kleine, aber sehr schöne Altstadt an und dinierten danach fürstlich. Stinki heißt übrigens Haxen und die waren köstlich, während mir die Übersetzung für eine in Essig eingelegte Wurst mit Hartweizenscheiben wieder entfallen ist. Soll aber laut Hörensagen interessant geschmeckt haben. Nach Umstiegen in Salzburg und München waren wir am Montagmittag wieder in Berlin.

 

Tageskilometer:             1.615 km mit der Bahn von Wien über Salzburg und München nach Berlin

Saisonkilometer:          34.291 km (16.768 km KFZ und 9.139 km mit der Bahn und 7.284 km mit dem Flugzeug)

zum Vergleich 05/06: 46.387 km (10.984 km Flugzeug, 24.473 Km Bahn, 11.183 km KFZ, 288 km Schiff, 690 km Bus)

Grüße und Dank an den Fuchs...

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