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                         1. Bundesliga, Saison 06/07, 02.03.07                                  

 

   0:2  

 

FC Schalke 04 - Hamburger SV

Gelsenkirchen, Arena AufSchalke (61.482 Zuschauer, ausverkauft)

 

 

Rückblick I (17.02.07, 16:18 Uhr am Bierstand in der VW-Arena in Wolfsburg): Bis auf wenige Ausnahmen lag sich die königsblaue Anhängerschaft in den Armen und feierte die erste deutsche Meisterschaft nach 49 Jahren. In diesem Moment der kollektiven Glückseeligkeit störte sich auch keiner am Ausschank umdrehungsfreien Bieres.

Rückblick II (02.03.07, 22:18 Uhr am Bierstand in der Arena zu Gelsenkirchen): Optische und emotionale Leere.

 

Spiel und Stimmung:

 

Diese vier Gründe gibt es für die Niederlage gegen Hamburg.

  1. Zum einen die Verletzten- (und Gesperrten-) liste. Mit Pander, Lövenkrands und Varela fehlten drei wichtige Säulen der vergangenen Wochen. Dazu Lincoln gesperrt, aber dessen Fehlen ist eigentlich von einer ansonsten gesunden Mannschaft zu kompensieren.
  2. Die Rückkehr von 4-3-3 zum 4-4-2 wie es am Anfang der Saison gespielt wurde. Ergo fehlte der Druck nach vorne und die beiden Stürmer hingen in der Luft.
  3. Individuelle Fehler. Zwar spielten bis auf ein, zwei Ausnahmen alle nicht besonders gut, aber wenn man dann noch so ein Ding wie beim 0:1 verspringen lässt, reicht es eben noch nicht mal zu einem Pünktchen.
  4. Die nicht wenigen Krakeeler die es geschafft haben einen eigenen Spieler aus dem Spiel zu nehmen. Hamit spielte in der ersten Halbzeit ganz passabel, nicht immer glücklich, aber hatte im ganzen Spiel mit seinem Freistoß an den Pfosten noch die beste Chance. Als ihm nach dem Wechsel ein paar Aktionen misslangen setzte eine Wechselwirkung ein, die darin mündete, dass die halbe Arena gepfiffen hat, wenn er auch nur in die Nähe des Balls kam. Sich über die Hirnis beim Pokalspiel in Rostock aufzuregen und dann selbst mit „Scheiss Kanacke!“-Rufen auffallen. Manchmal kann man gar nicht soviel Saufen wie man Kotzen muss.

Ansonsten ist nur von den paar blauen Fähnchen, dem Banner der C. F. H. H. und der Partystimmung nach den Toren im Gästeblock zu berichten.

Tore: 0:1 (70. Min.) van der Vaart, 0:2 (80. Min.) Olic

Vereine:

Im Mai 1904 (ob es wirklich der 4. Mai war, ist historisch nicht belegt) wurde der SC Westfalia 04 Schalke gegründet. Im Jahre 1912 schloss sich kurzeitig (bis 1913) die Fußballabteilung dem TV 1877 Schalke an. 1919 erfolgte die Fusion des TV 1877 Schalke zum TuS 1877 Schalke an. Ab 1924 nannte sich die Fußballabteilung FC Schalke 04. Insgesamt sieben Mal Deutscher Meister (1934, 1935, 1937, 1939, 1940, 1942 und 1958), viermal Pokalsieger (1937, 1972, 2001 und 2002) und einmal UEFA-Cup Sieger (1997). Die ganze Geschichte ist hier zu finden.

Der Hamburger SV wurde am 1. Juni 1889 als Hamburger FC 1888 (!!!) gegründet. Andere Quellen nennen den 1. Juni 1919 als Geburtsstunde des HSV, der Tag an dem sich der Hamburger SV 1888, FC Falke 1906 und SC Germania 1887 zusammenschlossen. Auf jeden Fall übernahm der HSV kurz nach seiner Gründung die Vormachtsstellung im Hamburger Fußball und gab sie praktisch bis heute nicht mehr ab. Nur 1920 platzierte sich der SC Viktoria vor den Rothosen, ein Jahr später aber schon gewann der HSV ungeschlagen die Nordkreismeisterschaft und zog damit zum ersten Mal in die Endrunde zur deutschen Meisterschaft ein. Bis 1929 spielte der HSV um die deutsche Meisterschaft mit, errang den Titel 1922 (aber nach wochenlangem Hickhack mit dem DFB verzichtete er), 1923 (über Union 06 Oberschöneweide) und 1928 (gegen Hertha BSC). Anfang der 30er Jahre verlor der Hamburger SV mit Einführung der Gauliga kurzzeitig seine Vormachtsstellung in der Hansestadt an den ETV und der SC Viktoria. Erst 1937 qualifizierten sich die Rothosen wieder für die Endrunde zur deutschen Meisterschaft. Nach dem Krieg hatte der HSV nicht nur in Hamburg die Herrschaft, sondern auch in ganz Norddeutschland. Mit Ausnahmen des Jahres 1954 spielte der HSV in jedem Jahr bis zur Einführung der Bundesliga um die deutsche Meisterschaft mit, konnte den Titel aber nur 1960 (3:2 gegen den 1. FC Köln) gewinnen. Seit 1963 trägt der HSV die Bezeichnung „Der ewige Erstligist“, ist er doch einer von fünf Vereinen, die noch nie aus der Bundesliga abstiegen sind, und das als Gründungsmitglied. Die ersten Jahre in der Bundesliga waren eher erfolglos als erfolgreich. Mit Werder Bremen und Eintracht Braunschweig wurden zwei Vereine aus dem Norden deutscher Meister, die dem HSV in den 50er noch deutlich unterlegen waren. Aber mit dem Pokalsieg 1976 begann wieder eine sehr erfolgreiche Zeit, die eng mit dem Namen Ernst Happel verbunden war: 1977 Europapokalsieger der Pokalsieger, 1979 Deutscher Meister, 1982 Deutscher Meister, 1983 Deutscher Meister und Europapokalsieger der Landesmeister.

Stadion:

Die Arena AufSchalke wurde offiziell im Sommer 2001 fertig gestellt und löste damit das Gelsenkirchener Parkstadion als Heimstätte des FC Schalke 04 ab. Das Parkstadion befindet sich neben der Arena und fasste 72.000 Zuschauer (aber nur 22.000 überdachte Sitzplätze). Dort finden fast 61.000 Zuschauer Platz (davon 16.500 Stehplätze). Für internationale Spiele wird durch die Umwandlung der Stehplätze in Sitzplätze die Kapazität auf ca. 52.000 Plätze abgesenkt. Die Arena ist multifunktional und hat über 180 Millionen Euro gekostet. So gibt es hier auch noch American Football in Form von Rhein Fire zusehen.

Das Stadion / die Halle hat eine fast quadratische Form mit abgeschrägten Ecken. Das Dach sieht aus wie eine Muschel. Die Plätze werden über mindestens 12 (mehr habe ich noch nicht gezählt) Aufgänge eingenommen. Auffällig in der Arena ist der riesige Videowürfel unter der Decke auf dem die Vorberichterstattung läuft, Spielstände eingeblendet werden und alle 15 Minuten zum Kauf eines Milchspeiseeises aufgefordert wird. Positiv zu bewerten ist sicherlich die einmalige Atmosphäre bedingt durch die Nähe zum Spielfeld und die ungehinderte Sicht auf das Spielfeld. Gegen eine solche Arena spricht, dass es sich um kein reines Fußballstadion handelt und bei schlechtem Wetter eigentlich Hallenfussball geboten wird, denn das – wenn auch lichtdurchlässige – Dach wird bei schlechtem Wetter geschlossen. Der Vorteil der sehr guten „Bier- und Bratwurst“ – Infrastruktur steht der Nachteil gegenüber, dass dort alles mit einer Bezahlkarte (Knappenkarte – clever in Amsterdam abgeschaut) bezahlt wird. So muss man mindestens 5 Euro auf die Karte laden um ein Bier für 2,80 Euro zu bezahlen. Für die Heimfans sicherlich kein Problem, aber nicht gerade gästefreundlich für die anderen.

Die Arena AufSchalke steht auf dem „Schalker Feld“ zwischen den Stadtteilen Erle, Buer und Schalke und ist per Auto gut über die A2 (Ausfahrt Gelsenkirchen Buer) oder die A42 (Ausfahrt Gelsenkirchen-Schalke) zu erreichen. Bei der Anreise mit dem Zug nimmt die Straßenbahn, mit der die Fahrt an Spieltagen manchmal recht lang werden kann. Die Heimfans stehen traditionell in der Nordkurve, die Gästefans hinter Glas in den Blöcken V und W.

 

 

Tageskilometer:                  520 Km mit dem KFZ von Berlin nach Gelsenkirchen

Saisonkilometer:          30.428 km (15.591 km KFZ und 6.553 km mit der Bahn und 7.284 km mit dem Flugzeug)

zum Vergleich 05/06: 46.387 km (10.984 km Flugzeug, 24.473 Km Bahn, 11.183 km KFZ, 288 km Schiff, 690 km Bus)

 

 
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