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Tag der Entscheidung! Zwei Spiele standen zur Auswahl: Reggina gegen Parma oder Palermo gegen Messina. Klangvoller hörte sich natürlich letztere Partie an, allerdings war der Weg weiter und zudem wurde das Stadio Renzo Barbera (im Volkmund heißt es aber immer noch La Favorita) in diesem Jahr schon besucht. Reggina – Parma nicht wirklich eine Knallerpaarung, aber mal ein neues Stadion und zudem lag dort ein reserviertes Ticket für mich bereit. Lange gerungen und dann doch (noch mal) nach Palermo gefahren, um mal die ganzen Gedankenwirrungen abzukürzen. Ca. 160 Km, großteils Autobahn, lagen nun zwischen mir und dem Sizilien-Derby. Da man in Italien immer ein bisschen mehr Zeit einplanen sollte als in anderen europäischen Ländern, kalkulierte ich – zugegeben ein bisschen knapp – sieben Stunden für die Wegstrecke ein. Gebraucht habe ich dann nur zwei, wovon die letzte nur für den Innenstadtverkehr in Siziliens Hauptstadt draufging. Auch hier war das Autofahren wieder ein ganz besonderer Genuss – Adrenalinausstoß pur! Dabei ist der Weg eigentlich ganz einfach: Aus Richtung Messina kommend die Autobahn so lange fahren bis sie zu Ende ist, und dann weiter auf der Schnellstraße Richtung Flughafen düsen. Dabei darf man nicht die Nerven verlieren und zu früh die Strada verlassen. Ein kleines Schild mit „Via Belgio“ weist dann den richtigen Weg. Dann noch ein paar Mal links und rechts und schon steht man vor dem wirklich beeindruckenden Gebilde mit den zwei Palmen davor. Die Kassenhäuschen hatten zum Glück auch schon auf und daher wurde erst mal das dringendste aller Probleme gelöst: 22 Euro für die Gegengerade im Oberrang! Der Wagen parkte sichtbar auf der anderen Straßenseite, und kaum zu diesem zurückgekehrt wurde ich von einem Ordnungshüter zu Recht gewiesen, dass man hier nicht parken darf, weil hier heute Abend ein Fußballspiel stattfindet. Na, sag so was! Also erstmal wieder rein in die klimatisierte Karre und den Versuch gestartet in der Stadt, wo das Verkehrschaos noch seinen Namen verdient, eine kleine Lücke zu finden. Vergebens. Ergo wieder zurück zum Stadion und versucht auf den Parkplatz für die wichtigen Leute zu kommen. Klappte auch ganz gut mit doof stellen, nur wollte der Typ einen dementsprechenden Ausweis haben. Hatte ich zwar nicht, dafür aber so was ähnliches, nämlich die kleinste aller Euro-Noten. Nikola stellte sich daraufhin gleich namentlich vor und umarmte erst mal den großzügigen Touri (kein Scherz). Mit dem Gefühl, meinen treuen japanischen Weggefährten in guten Händen zu wissen, ging es dann erst mal Richtung Innenstadt um dort die Zeit mit Kaffee, Piadina und Sozialstudien zu vertreiben. Nicht, dass die Damen aus Norditalien hässlich sind, aber was einem in Palermo so vor der Pupille rumtanzt gehört schlichtweg in die Kategorie Oberhammer. Nun gut, das soll jetzt hier nicht das Thema sein. Nach drei Stunden ging es dann wieder zurück zum Stadion, dummerweise mit einem rappelvollen Bus und ein Typ erzählte anderen Fahrgästen immer irgendwas von Sardinien. Eine Stunde vor dem Anpfiff war ich dann wieder in der Nähe meines KFZ und nach kurzer Kontrolle, ob Nikola noch mein Freund ist, konnte ich mich endlich der Frage widmen, wie viele Fans werden heute Abend den gut gesicherten Gästeblock bevölkern. Bestimmt proppenvoll, so meine fast sichere Annahme. Ob der Rest des Stadions auch bis auf den letzten Platz gefüllt sein würde, war aufgrund der noch offenen Kassen und der vielen und lautstarken Schwarzhändler schwer zu glauben. |
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Spiel & Stimmung: |
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Eine Viertelstunde vor dem Anpfiff waren exakt drei Männchen im Gästeblock und der Rest des Stadions ca. dreiviertel voll. Dafür sang sich die Curva Nord schon mal ein und trotz der fehlenden Überdachung hallten die Lieder aus den Kehlen der Sizilianer wie Chöre von Engeln in meinen Ohren. Fünf Minuten später kamen dann endlich die Gästefans, einer nach dem anderen und am Ende mögen vielleicht 300 im Block gewesen sein. Enttäuschung pur! Akustisch waren diese ganz selten zu vernehmen. Selbst beim Führungstreffer nach wenigen Minuten war die Enttäuschung der Palermoraner (oder Paleramitaner??? - wenn einer die richtige Bezeichnung kennt, her damit) lauter als der Jubel der Messinarer (gilt auch hier). Dafür zog der heimische Anhang das volle Programm durch. Gerade nach den Toren und in der turbulenten Schlussphase war das richtig schön laut. Das Spiel selber wusste auch zu unterhalten. Nach der überraschenden Führung der Gäste spielte Palermo druckvoll und konnte Mitte der ersten Halbzeit den Ausgleich markieren. Zum Ende der ersten 45 Minuten gab es dann noch einen umstrittenen Elfmeter. Umstritten deshalb, weil das klare Foul irgendwo auf der Strafraumgrenze begangen wurde. Dabei hätte der Abwehrspieler seinem Gegner locker und lässig ein paar Meter zuvor von den Beinen holen können. Strafstoß wurde verwandelt und so ging es dann in die Halbzeit. Die letzten zwanzig Minuten im zweiten Durchgang waren dann mal richtig was fürs Fußballherz. Torchancen auf beiden Seiten und das im Minutentakt. Held des Abends wurde logischerweise Torwart Fontana, da er den Sieg festhielt. Mein Spieler des Abends war allerdings Zaccardo, knallharter Verteidiger mit gutem Auge und Torgefahr, aber das nur am Rande. Tore: 0:1 (7. Min.) Rigano, 1:1 (25. Min.) Zaccardo, 2:1 (42. Min.) Di Michele (FE). Fazit: Für ein Derby letztlich eine enttäuschende Zuschauerzahl und vor allen Dingen eine jämmerliche Anzahl Gästefans. Spiel und Stimmung der Heimfans entschädigten dafür aber. |
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Stadion: |
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Das Stadio Renzo Barbera ist ein richtig schönes Stadion. Die Form ist oval, obwohl es nicht über eine Laufbahn verfügt. Es gibt zwei Ränge und eine sehr wuchtige überdachte Haupttribüne. Zwischen dem oberen und unteren Teil dieser Haupttribüne findet der Betrachter ziemlich stilvolle Bögen vor. Das Stadion ist benannt nach dem ehemaligen Vereinspräsidenten. Die Spielstätte liegt westlich der Innenstadt und ist am besten mit dem Bus (z. B. der Nr. 101) zu erreichen. Vom Flughafen aus gesehen liegt es vor der Stadt, wo auch normalerweise der Zubringerbus hält. |
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Tageskilometer: 280 km von Adrano nach Palermo mit dem KFZ Saisonkilometer: 11.651 km (9.607 km KFZ und 2.044 km mit der Bahn) zum Vergleich 05/06: 46.387 km (10.984 km Flugzeug, 24.473 Km Bahn, 11.183 km KFZ, 288 km Schiff, 690 km Bus) |
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