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Am Montag stand dann erst mal wieder Autofahren auf dem Programm, um die Strecke nach Sizilien (immer noch 1.400 km) zu halbieren. Tagesziel der siebenstündigen Fahrt war Salerno, südlich von Neapel. Dank der Fahrweise der Italiener war die Fahrt alles andere als langweilig. Die Spuren (gerade auf Super Stradas) sind schmaler als bei uns, es gibt mehr Kurven und diverse Schlaglöcher (auch auf Autobahnen), die die Wirbelsäule gehörig zusammenstauchen. Aber die Krönung sind die Italiener, die lieber auf den rechten Arm verzichten als auf ihr Auto (den linken Arm würden sie ohne mit der Wimper zu zucken übrigens für die Sonnenbrille hergeben). Die wichtigste aller Verkehrsregeln ist, dass es keinen Abstand gibt. Man fährt grundsätzlich so dicht auf, dass man problemlos im Kofferraum des Vordermanns rumwühlen kann. § 2 besagt, dass man nur blinkt, wenn man jemanden von der Straße drängen will und nicht um Richtungswechsel (eine Todsünde) anzuzeigen. Dies wird mit der ständigen Betätigung der Lichthupe (innerorts nur Hupe) kompensiert. § 3, Fahrbahnbegrenzungen sind für den Arsch. Man fährt grundsätzlich auf der Fahrbahnbegrenzungsspur, keinesfalls links und schon gar nicht rechts daneben. § 4 betrifft die Vorfahrtsregelungen aller Art. Vorfahrt achten heißt Vorfahrt missachten und ein Stopp-Schild bedeutetet, dass schon irgendjemand stoppen wird, nur nicht derjenige, der das Schild am besten sehen kann. Nachteile dieser Fahrweise: Keine – Vorteile: Hoher Spaßfaktor. Richtig viel Klamauk gab es dann in der Hafenstadt Salerno am gleichnamigen Golf. Der Verkehr in dieser Stadt war unbeschreiblich, kreuz und quer schoben sich die Karren durch die schmalen und teilweise steil abfallenden Straßen. Die Stadt ist schön dreckig und viele finstere Gestalten sind hier unterwegs. Hafenstadt halt, aber ich liebe solche Städte ganz besonders. Gattin gar nicht, drum schnell wieder raus aus dem Moloch und der Küste entlang Richtung Süden. Ein gutes und günstiges Hotel fast direkt am Strande haben wir dann auch gefunden und schon hieß es fünf Tage entspannen, Ranzen voll schlagen und sich den ersten Sonnenbrand einfangen. Aber irgendwas fehlt doch da noch? – Richtig, Fußball, der wurde löblicherweise auch gespielt und zwar in Form des Coppa Italia di C in Salerno (nicht nur hier, aber an dem Mittwoch waren überall im Land unterklassige Pokalspiele). So richtig begriffen habe ich diesen Wettbewerb übrigens auch noch nicht. Der Coppa Italia ist zwar der nationale Pokalwettbewerb, aber hier spielen bzw. spielten nur die Vereine aus den ersten beiden Ligen mit. Seit zwei Jahren dürfen dann noch ein paar Drittligisten (Serie C1) mitmachen, aber wie man sich dafür nun qualifiziert, hat sich mir noch nicht erschlossen. 64 Teams starten in Runde Eins (Mitte August) und 32 Teams gehen in die zweite Runde! Nach der dritten Runde (Ende August) spielen 16 Mannschaften mit, von denen acht übrig bleiben (Reggina, Sampdoria, Genoa, Messina, Brescia, Arezzo, Napoli und Triestina). Eigentlich ganz einfach, bis jetzt! Dann jetzt kommen alle Freilos-Teams dazu, insgesamt acht Erstligavereine! Man startet mit 64 Teams, spielt so lange bis nur noch acht übrig sind und füllt dann wieder mit acht neuen Teams auf. Naja, Italien halt. Aber das war erstmal nur der normale Pokal. Daneben gibt es noch mal den Coppa Italia di C, also ein Pokalwettbewerb nur für die Dritt- (C1) und Viertligisten (C2). Rekordgewinner ist übrigens Monza (viermal)! In diesem Wettbewerb spielen erst mal ein paar Teams in regionalen Gruppen gegeneinander und die ganzen Gruppengewinner spielen dann im K.O.-System im Hin- und Rückspiel solange gegeneinander bis nur einer übrig bleibt. Nun gut, jetzt sind manche total verwirrt und andere haben wertvolle Informationen erhalten. Der Stellenwert des Pokals in Italien ist so groß wie bei uns ein Hockeyspiel in der Kreisklasse. Aber das nur am Rande. Mittwochabend, eine Stunde vor Spielbeginn am Stadion angekommen und meine Karre dürfte das erste Auto auf dem recht großen Parkplatz gewesen sein. Während ich so die Panzerung und Selbstschussanlage aktivierte, kam auf einmal ein Mukel vorbei und verlangte einen Euro Parkplatzgebühr. Gleiches Phänomen hatte ich die Tage zuvor auch schon zweimal. Man parkt, holt sich ein Ding aus dem Parkzettelautomaten und soll zusätzlich noch mal eine inoffizielle Gebühr an so einen Dahergelaufenen entrichten. Eigentlich hätte man dem Typen eins aufs Maul hauen müssen, aber man weiß natürlich nicht, ob der dann nicht irgendwelchen Schabernack mit meinem fahrbaren Untersatz getrieben hätte, während ich bei der Pokalschlacht bin. Also keine Gewalt und den Euro mal in die Ausbildung des jungen Mannes investiert. Danach zu den Kassenhäuschen, die natürlich noch nicht geöffnet waren, und daher die Zeit vertrieben mit Nutten gucken, die an der stark befahrenen Küstenstraße (Stadion liegt im Süden der Stadt fast direkt am Meer – bitte nicht verwechseln mit dem Stadio in der Innenstadt), die sich dort ihren bzw. den Lebensunterhalt ihrer Luden verdienen. Eine halbe Stunde vor Anpfiff konnte man dann auch endlich die Billets lösen, wobei zwei Varianten zur Auswahl standen. Fankurve oder Oberrang Haupttribüne. Die Entscheidung fiel auf letztere und für 12 Euro und unter Vorlage des Personalausweises hatte ich dann meine Eintrittsberechtigung. Der Zuschauerzuspruch hielt sich doch arg in Grenzen. Ich hätte mal so auf 500 getippt, am Ende waren dann aber doch ein paar mehr Hansels im Stadion. |
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Spiel & Stimmung: |
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Gleich mal vorab die positive Überraschung: Gästefans trotz schlimmster Befürchtungen da und dazu noch reichlich! Ich schätze mal so ca. 400 Damen und Herren aus dem ca. 40 km westlich entfernten Sorrento (übrigens ein ganz nobler Badeort) den Weg nach Salerno gefunden. Geboten haben sie den wenigen Zuschauern ein ganz feines Intro mit herrlichem rotem Feuer! Zwar konnten die Heimfans auch ähnliches präsentieren, aber bei weitem nicht so eindrucksvoll. Im Heimblock hinter dem Tor waren ca. 800 Menschen verteilt auf zwei Rängen, Support gab es nur von einer ca. 50 Mann starken Gruppe. Sorrento (C2 – vierte Liga) ist vielleicht auch nicht der Knallergegner für Salerno (C1 – dritte Liga (die spielten noch vor ein paar Jahren in Serie A u. a. mit einem gewissen Gattuso). Aber aufgrund der Gästefans rein stimmungsmäßig eine ganz ansprechende Partie, zumindest für diejenigen die nix erwartet haben. Das Spiel war eigentlich gar nicht mal so schlecht. Es gab genug Torchancen auf beiden Seiten, die aber meist aus irgendwelchen Abspielfehlern resultierten. Auch hier waren die Spieler technisch durchaus beschlagen und konnten auch mal einen langen Ball elegant annehmen und direkt weiter spielen, allerdings knubbelte sich doch einiges im Mittelfeld und ließ so nicht den rechten Spielfluss aufkommen. Auffällig (und nicht nur hier) ist, dass das Spiel in Italien doch sehr positionsorientiert ist. Ich behaupte mal ganz kühn, dass man in keinem anderen Land eine Viererkette oder eine Raute besser erkennt als in Italien. Sorrento spielte vorne mit zwei Frontalstürmern, was ja für einen unterklassigen Gegner von auswärts eine Sensation ist, Salerno dafür konsequent mit Viererkette, wobei die beiden Außen bei Ballbesitz ein paar Meter nach vorne durften. Die beiden Innenverteidiger aber konsequent immer auf gleicher Höhe (wahrscheinlich noch unter der Dusche). Ist nicht immer schön anzusehen, aber irgendwie doch erfolgreich. Wäre sonst Italien Weltmeister geworden? Egal, Tore heute leider Fehlanzeige, vielleicht im Rückspiel! Bei diesem Spiel war übrigens die Gegengerade gesperrt, dennoch versammelte sich dort ca. ein Dutzend vermummter Halbwüchsiger, die mit ein paar Polizisten Verstecken spielten. Zunächst dachte ich, die würden versuchen den Gästen eine Fahne zu ruppen, aber was macht das Jungvolk nach dem Schlusspfiff? Die rennen nach dem Schlusspfiff aufs Spielfeld und betteln erst bei den eigenen Spielern um Trikots und Hosen und als das erfolglos war bei den Spielern aus Sorrent. |
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Stadion: |
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Das Stadio Comunale in Salerno trägt den Namen des wenige Kilometer entfernten Castello di Arechi, wobei Arechi irgendwo so ein Herzog war, der die Burg hat bauen lassen. Italienische Stadien zu beschreiben ist ungefähr so langweilig wie beim Angeln zugucken, aber ich will es doch versuchen. Wieder einmal ist Beton das offentsichtlichste aller verwendeten Baustoffe. Alle vier Tribünenseiten sind freistehend und bestehen aus zwei Rängen. Der obere Rang dient dabei dem unteren für ein bisschen Überdachung. Die beiden Hintertorseiten sind genauso baugleich wie die beiden Tribünen auf den Seiten. |
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Tageskilometer: 760 km von Cittadella nach Salerno mit dem KFZ Saisonkilometer: 11.121 km (8.757 km KFZ und 2.044 km mit der Bahn) zum Vergleich 05/06: 46.387 km (10.984 km Flugzeug, 24.473 Km Bahn, 11.183 km KFZ, 288 km Schiff, 690 km Bus) |
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