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Markranstädt, Stadion am Bad (450 Zuschauer) |
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Die Anfrage von Stephan alias NOFB zu einem kleinen Ausflug in die Sachsenliga beantwortete ich positiv, denn diese Angebote sind so rar wie ein Hagelsturm in der Wüste Gobi. Überpünktlich sammelten mich die beiden Unioner (Jacob war auch diesmal mit von der Partie) in Westberlin ein und wenige Minuten später quälten wir uns durch den zähflüssigen Feierabendverkehr Richtung Leipzig. Die Fahrt war recht kurzweilig und wurde mit diversen Fußballthemen überbrückt, ehe es zu einer ziemlich sinnlosen Diskussion über Toleranz und Intoleranz kam, worauf Jacob erst mal den Schmollenden spielte (auf dem Rückweg habe ich es ihm dann heimgezahlt und auch nix mehr gesagt). Irgendwo in Leipzig wurde noch ein kleiner geschäftlicher Zwischenstopp eingelegt und nachdem der Kofferraum mit allerlei Druckerzeugnissen beladen war, ging es quer durch die Stadt nach Markranstädt, welche irgendwo im Dunstkreis der Messestadt liegt. Eine halbe Stunde vor dem Anpfiff stellten wir das KFZ, übrigens ein ca. 100 Jahre alter japanischer Oldtimer, ab und zu Fuß legten wir die letzten Meter durch einen Wald zum Stadion am Bad zurück. Die Spielstätte des SSV liegt erstaunlicherweise direkt neben einem Schwimmbad und daher müsste die Badeanstalt logischerweise eigentlich Bad am Stadion heißen, denke ich jetzt mal so. Vor dem Kassenhäuschen war die Schlange extrem lang, so dass wir befürchteten den Anpfiff zu verpassen. Aber ein pfiffiger Ordner verkürzte den Prozess und reichte die Billets gegen abgezähltes Geld. Erster Anlaufpunkt im Stadion (verdient den Namen auch) war die Stadionschenke, wo das Bier noch in Flaschen zu 1,80 Euro verkauft wurde. Da die Haupttribüne schon überfüllt war, nahmen wir auf der Gegengeraden Platz. |
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Spiel: |
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Gerade in der ersten Halbzeit wurde den Zuschauern ein interessantes und flottes Spielchen geboten, wobei die Hausherren stets optisch überlegen waren, aber der Gast aus der großen Kreisstadt im Muldetal (O-Ton Programmheft) einige Male gefährlich durch schnelle Konter vor das Tor kam. Das 0:1 fiel bereits in den ersten Minuten, allerdings konnte Markranstädt diesen Treffer bereits in der 10. Minute egalisieren. Kurz vor der Pause gingen die Gastgeber durch einen 40-Meter-Knaller in Führung. Im zweiten Durchgang verflachte die Partie und wurde erst in den letzten Minuten wieder interessanter, als Kujat zwei dicke Kontermöglichkeiten absolut kläglich vergab (beim ersten Versuch schob er den Ball am absoluten leeren Tor vorbei). Tore: 0:1 (3. min.) Tröger, 1:1 (10. Min.) Mittenzwei, 2:1 (40. Min.) Genschur. |
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Stimmung: |
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Bereits an den Kassenhäuschen wurde deutlich, dass der heimische SSV über ein ganz ordentliches Zuschauerpotential verfügt. Im Prinzip war das ganze Dorf auf den Beinen. Aus Grimma kamen auch ein paar Fans mit, allerdings war deren Unterstützung für die Mannschaft kaum nennenswert. Laut wurde es im Stadion am Bad nur bei Toren und in der einigermaßen turbulenten Schlussphase. |
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Verein: |
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Offiziell wurde der SSV Markranstädt im Jahre 1990 gegründet, gleichwohl schon vor der Wende hier Fußball gespielt wurde. Der erste Markranstädter Fußballverein wurde kurz vor dem ersten Weltkrieg gegründet (FC Markranstädt). Nach dem zweiten Weltkrieg spielten die Markranstädter unter folgenden Namen in der DDR: ZSG „Glück Auf“, BSG Stahl, BSG Motor und Turbine. Wie schon aus dem Vereinsnamen ersichtlich, wurde der SV im Jahre 1919 in Grimma gegründet. Nach 1945 wurde der Vereinsname mehrfach gewechselt (u. a. in SG, Nagema oder Stahl Grimma) und ab 1957 nannte man sich BSG Motor Grimma. Unter diesem Namen stieg der Verein im Jahre 1983 in die DDR-Oberliga (bis 1998) auf. |
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Stadion: |
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Prunkstück des Stadions am Bad ist sicherlich die neue Haupttribüne (2001), die nicht nur den Zuschauern einen überdachten Platz bietet, sondern auch die Sozialräume und die Stadiongaststätte beherbergt. Ansonsten gibt es noch etliche Schalensitze auf der Gegengeraden. Die Seiten hinter dem Tor sind nicht ausgebaut, dafür gibt es aber rundherum einen Graswall. Auffällig ist noch die Raute der Gladbacher Borussia, die neben dem Wappen des SSV auf der Tribüne sichtbar ist. Vermutlich rührt dies aus dem freundschaftlichen Vergleich im Jahre 2003. |
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Tageskilometer: 354 km mit dem KFZ von Berlin nach Markranstädt und zurück Saisonkilometer: 1.671 km (1.671 km KFZ) zum Vergleich 05/06: 46.387 km (10.984 km Flugzeug, 24.473 Km Bahn, 11.183 km KFZ, 288 km Schiff, 690 km Bus) |
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Ohne große Zeitverzögerung ging es dann gleich wieder ab nach Berlin, natürlich nicht ohne vorher den eisernen Getränkebestand an Bord aufzufüllen. Der Fahrer quälte auf dem Rückweg nicht nur das KFZ, welches sogar ganz ohne Bremsbeläge auskam, sondern auch die Ohren der Mitfahrer mit einen höchst ungenießbaren Hip-Hop-Zeug. |
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Grüße an Stephan und Jacob |