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                  Oberliga NOFV-Nord, Saison 05/06, 16.09.05                                 

 

   2:2 

 

Tennis Borussia BerlinTSG Neustrelitz

 

Berlin, Mommsenstadion (312 Zuschauer)

 

 
Spiel:

Nach einem durchwachsenen Start (vier Punkte aus vier Spielen) empfing Tennis Borussia an diesem wolkenverhangenen Freitagabend die TSG Neustrelitz. Die Gäste starteten mit drei Niederlagen, gewannen jedoch die letzten beiden Spiele und stehen in der Tabelle vor den wesentlich stärker eingeschätzten Gastgebern.

Eine klassische Spieleröffnung sahen die rund 300 Zuschauer im Mommsenstadion. Die Gastgeber bemüht ein Tor zu erzielen, die Gäste hingegen erst mal in der Defensive nach dem Motto „erstmal kommen lassen.“ Da es in dieser Anfangsphase nur zu einer guten Tormöglichkeit kam, die der Gästekeeper aber glänzend mit dem Fuß entschärfen konnte, wurde die TSG nun mutiger und entdeckte nach gut 20 Minuten auch die Rasenfläche jenseits der Mittellinie. Nach einigen Möglichkeiten für die Mannen aus Mecklenburg-Vorpommern schlug in der 35. Minute der Ball zum ersten Mal im Berliner Tor ein. Auf das 0:1 wäre fast das 0:2 gefallen, doch der Pfosten verhinderte einen weiteren Treffer vor dem Pausentee.

Der zweite Durchgang begann wie der erste: Tennis Borussia im Vorwärtsgang. Nur mit dem kleinen, aber feinen Unterschied, dass diese Offensivbemühungen auch in zählbaren Erfolg umgesetzt wurden. Nach nur vier gespielten Minuten köpfte Below zum Ausgleich. Tennis Borussia marschierte weiter. 2:1 hieß es nach 55 Minuten, als Fuß herrlich angespielt wurde, dieser noch herrlicher den Torwart umkurvte und zur Führung einschob. Aber entweder schalteten die Gastgeber einen Gang zurück oder die Gäste einen Gang hoch. Das Spiel wurde nach der Führung ausgeglichener und in der 70. Minute köpfte Andruzsko nach einem Freistoß zum Ausgleich. Danach lief bei den Lila-Weißen gar nix mehr und am Ende konnten sie noch froh über den Punkt sein, denn in den Schlussminuten köpfte ein TSG-Spieler in aussichtsreicher Position noch knapp am Tor vorbei.  

Tore: 0:1 (35. Min.) Wogurka, 1:1 (48. Min.) Below, 2:1 (55. Min.) Fuß, 2:2 (70. Min.) Andruszko

Stimmung:

Die Fangruppe auf der Gegengerade (der „berüchtigte“ Block E) unterstützte die Mannschaft trotz der dürftigen Vorstellung eifrig. Direkt daneben postierte sich rund ein Dutzend Gästefans, von denen aber nur in der Anfangsphase was zu hören war. Noch berüchtigter als der Block E sind die Zuschauer auf der Haupttribüne, Marke Kategorie Riester, die ein ums andere Mal gefährlich mit dem Regenschirm schwingend auffielen.

Vereine:

Es war der 09.04.1902 als sich ein Verein namens "Berliner Tennis und Ping-Pong Gesellschaft gründete. Nur ein Jahr später nannte man sich " Berliner Tenis Club Borussia" (kein Schreibfehler bei Tenis). Wie fast alle Vereine wurde auch dieser Club 1945 aufgelöst und im gleichen Jahr wieder gegründet. Bis 1949 hieß man SG Charlottenburg, dann "Berliner Tennis Club Borussia". Zwischen 1928 und 1941 sechsmal in der Endrunde vertreten, in den 50er Jahren viermal und in den Saisons 74/75 und 76/77 Mitglied der ersten Bundesliga. Die Tennis Borussia ist im eigentlichen Sinne ein "Ost-" Berliner Verein, denn von 1902 bis 1928 war an der Schönhauser Allee zu Hause, später im Polizeistadion Mitte (wo später das Stadion der Weltjugend errichtet wurde) und kam erst nach dem zweiten Weltkrieg (dauerhaft) nach Westberlin. (Die Sprechchöre "LilaWeiße - Westberliner Scheisse" sind somit ziemlich falsch und ziemlich dämlich).

Im Jahre 1924 wurde der Verein BV 1919 Neustrelitz gegründet. Nur ein Jahr später wurde dieser von Viktoria Neustrelitz übernommen. Nach Kriegsende wurde der Klub als SG Neustrelitz neu gegründet. Es folgen die Umbenennungen im Jahre 1950 (SG Empor Neustrelitz), 1972 (Maschinelles Rechnen Neustrelitz) und letztlich ab 1975 als TSG Neustrelitz.

Stadion:

Das Mommsenstadion in Berlin-Charlottenburg wurde 1930 (als SCC) für die Leichtathleten des SC Charlottenburg fertig gestellt. Architektonisch zeichnet sich das Stadion durch die über hundert Meter lange Tribüne, einem dreigeschossigen Mauerwerkbau und den zwei U-förmig verglasten Treppenaufgängen aus. 1934 vermietete der SCC die Haupttribüne an das Mommsen-Gymnasium. Bis zur Verkleinerung im Jahre 1950 fasste das Stadion 36.000 Zuschauer (danach nur noch rund die Hälfte). Nach 1945 zog dann Tennis Borussia in das vom Krieg stark zerstörte Stadion ein.

Überdacht sind im Stadion nur die Plätze auf der Haupttribüne, die über massive Wendeltreppen an den beiden Außenseiten und über zwei Aufgänge durch das Stadioninnere zu erreichen sind. Die Stehplätze befinden sich auf der Gegengeraden, in den Kurven und auch unterhalb der Haupttribüne. Diese beherbergt auch die Stadionkneipe, wo man auch während der Spiele leckeres Berliner Pilsner ausschenkt.   

 

 

 

Tageskilometer:                 -

Saisonkilometer:           13.813 km (5.900 km Flugzeug, 5.314 Km Bahn, 1.979 km KFZ, 170 km Fähre, 650 km Bus)

zum Vergleich 04/05: 39.952 km (23.213 km PKW, 5.677 km Bahn, 10.962 km Flugzeug)

 
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