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Die Konstellation für die Reise waren mehr als günstig, denn das LIDL-Ticket der Deutschen Bahn versprach eine günstige An- und Abreise, das Land Luxemburg war fußballtechnisch noch ein weißer Fleck auf meiner Landkarte und mit dem IFK Göteborg gastierte ein Verein im Großherzogtum, dem seit den glorreichen UEFA-Cup-Zeiten meine Aufmerksamkeit galt bzw. gilt. Mit Lichtenberg-Renato stand zudem noch ein erfahrener Reisebegleiter zur Verfügung und so hieß es am Samstagmorgen um 7:57 Uhr: Auf nach Luxemburg! In Köln nach 4 Stunden und 15 Minuten Fahrzeit angekommen traf das Mobil der Weiterreise etwa 10 Minuten zu spät am Treffpunkt ein. Ingo aus Dormagen war der Fahrer und Kai aus Solingen der letzte Mosaikstein für diese Tour. Das Transportmittel, ein so genannter Youngtimer, ging mir ungefähr bis zur Kniescheibe, so dass der Beifahrer die gut 250 km im Liegen absolvieren durfte, während die Jungs von der Rückbank den Preis dafür zahlen mussten (jetzt rate mal, wer vorne saß J). Nicht unerwähnt sollte bleiben, dass sich Ingo im Vorfeld des Mitfahrgelegenheitsangebots Sorgen um den Alkoholkonsum an Bord (ich zitiere wörtlich: „ach ja, kein (heftiger) Suff im Auto!“) machte. Als wir ihm versicherten, dass wir extra fünf trockene Tage eingelegt haben nur um mitfahren zu dürfen, war ihm das dann auch nicht recht! Die Fahrt durch die Eifel verlief dann auch recht ereignislos, sieht man mal von der fehlenden Klimaanlage (braucht letztlich auch kein Mensch) und den tropischen Temperaturen ab, und wurde mit allerlei Geschichten aus dem Wedaustadion und dem Tecklenburger Land (!!! J ) überbrückt. Direkt nach dem Grenzübertritt hieß es dann erst mal auf Einkaufstour in Wasserbillig (hier erspare ich euch mal den Wortwitz) gehen. Mehr als eine Stunde vor dem Anpfiff erreichten wir die Spielstätte und nach etwas Smalltalk mit Jörg und Julian entschlossen wir uns, das Stadion über den Gästeeingang zu betreten, denn hier waren die einzigen Schattenplätze außerhalb der Haupttribüne zu finden. Die Einlasskontrolle war vom Feinsten, denn extra für dieses Spiel wurde ein Sicherheitsdienst aus Trier angeheuert und so wurden Renatos Stullen lieblos entsorgt. |
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| Spiel: |
Ziemlich glanzlos und am Ende vielleicht auch ein wenig glücklich gewann der IFK Göteborg in Luxemburg. Zu Beginn spielten beide Teams recht verhalten und erst nach gut 20 Minuten verirrten sich die Stürmer in die gegnerischen Strafräume. Der IFK Göteborg hatte zwar optische Vorteile, Viktoria machte aber diesen Mangel mit viel Laufarbeit und einer engagierten Spielweise wett. Neben den drei Toren küsste der Ball auch ein paar Mal – auf beiden Seiten – das Aluminium. Aufgrund der zweiten Halbzeit bekommt das Spiel die Wertung: gar nicht mal schlecht! Tore: 0:1 (59. Min.) Berg, 1:1 (70. Min.) Görres, 1:2 (80. Min.) Berg |
| Stimmung: |
Ca. 2/3 Drittel der gut besetzten Haupttribüne waren dem Heimteam aus dem Dörfchen Rosport zu zurechnen. Diese unterstützten ihre Mannschaft mit einem Gemisch aus Dauergesang und –trommelfeuer während der kompletten 90 Minuten. Die ca. 100 Gästefans waren dagegen eher ruhiger, was wohl an dem sonnigen Plätzchen und der bescheidenen Leistung ihrer Mannschaft lag. Ansonsten war noch ein ganzer Haufen Deutscher im Stadion verteilt, wobei drei Patienten aus Trier negativ auffielen. |
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| Vereine: |
Rosport ist eine kleine Gemeinde (ca. 7.000 Einwohner) und liegt zwischen Wasserbillig und Echternach im Westen des Großherzogtums Luxemburg. Gegründet wurde der Verein am 1. Oktober 1928 im Hotel Balsius und nahm 1930 zum ersten Mal am Spielbetrieb mit einer Fußballmannschaft teil. Den sportlichen Höhepunkt erreichte der FC Victoria Rosport mit dem erstmaligen Aufstieg in die Nationaldivison am 26. Mai 2002. Der I(Idrotts) F(Föreningen) K(Kamraterna) Göteborg wurde am 04.08.1904 gegründet und war Gründungsmitglied der ersten schwedischen Liga. Bis auf ein paar Spielzeiten war der IFK fast immer erstklassig. Insgesamt wurden die Göteborger 17 Mal schwedischer Meister (zuletzt 1996), viermal Pokalsieger und sind daneben auch der einzige Verein Skandinaviens, der einen europäischen Titel errungen hat (und das gleich zweimal in den Jahren 1982 (gegen den Hamburger SV) und 1987 (gegen Dundee United)). |
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Stadion: |
Fast alle internationalen Spiele in Luxemburg werden in der Landeshauptstadt und damit im Nationalstadion Josy Barthel ausgetragen. Ein echtes Schmuckstück ist diese Anlage nicht, eher ein klassisches Mehrzweckstadion mit 8.200 Sitzplätzen. Im normalen Ligabetrieb genießt CA Spora Luxembourg hier Hausrecht. Benannt ist das Stade Josy Barthel nach einem luxemburgischen Olympiasieger (über 1.500 Meter 1952 in Helsinki), der später auch Präsident des Nationalen Olympischen Komitees und Postminister war. |
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Ohne große Zeitverzögerung ging es zurück zur Grenze und dann wieder Richtung Köln, denn Kai wollte noch in den Ort Thür (genauer gesagt zum nichtvorhanden Bahnhof) und von da aus nach Frankfurt bummeln. Thür ist eine von 84 Gemeinden in Mayen-Koblenz-Kreis und müsste, da dort zumindest ein paar Schienen verlegt wurden, über einen Bahnhof verfügen. Gefunden haben wir nur eine Art Bushaltestelle. Dem einsamen Reisenden haben wir den Tipp gegeben, den Zug mit heftigen frontalen Winkzeichen zum Stehen zu bewegen, falls da jemals einer kommen sollte. Ob wir jemals noch was von ihm hören werden? Man weiß es nicht! Dem Rest war das Einzelschicksal dann auch egal und die eine Stunde von Thür bei Kruft bis Köln bei Düsseldorf verging dann wie im Flug. Endlich im Nachtzug angekommen, war ein dreimaliges Abteilwechseln nötig, bis wir endlich mit ein paar Schlüsselbänder und einem Gürtel die Tür (diesmal ohne h) verrammeln konnten. Zusätzlich nutzen wir noch Renatos Unterschenkel als Querverstrebung und dann hieß es Äuglein zu und Berlin entgegen rattern. Genau 21 Stunden nach unserer Abfahrt erreichten wir wieder den Ausgangspunkt und stellten uns schon gar nicht mehr die Frage, ob sich der ganze Aufriss für eine Erstrundenpartie im UI-Cup eigentlich gelohnt hat. „Natürlich“ wäre die einhellige Antwort gewesen. |
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Tageskilometer: 1.658 km (1.144 Km mit der Bahn und 514 km mit dem KFZ) Berlin - Lux. - Berlin Saisonkilometer: 1.658 km (1.144 Km mit der Bahn und 514 km mit dem KFZ) Berlin - Lux. - Berlin zum Vergleich 04/05: 39.952 km (23.213 km PKW, 5.677 km Bahn, 10.962 km Flugzeug) |
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Grüße an Ingo, Kai, Jörg und Julian. |
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