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Herne, Stadion am Schloss Strünkede (610 Zuschauer) |
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Nach dem Sieg der U19 war man nicht nur glücklich, sondern auch total durchnässt. Dankbar nahmen wir (neben mir noch ein Schalke-Allesfahrer-Rentner) das Angebot von Olaf an, der uns nach Herne mitnahm. Dort angekommen ließ er uns an einer Bushaltestelle raus, wo aber kein Bus Richtung Herne fuhr. Der Rentner war ziemlich säuerlich und wollte direkt zurück nach Gelsenkirchen fahren. Ich hingegen zog meinen Joker und lotste meine Schwester mit dem mobilen Telefon eben zu dieser gottverlassenen Bushaltestelle und ließ mich zum Stadion am Schloss Strünkede kutschieren. Der ursprüngliche Plan, irgendein Amateur-Kick (idealerweise Eintracht Gelsenkirchen) in der Stadt mit der höchsten Konzentration an geilen Stadien pro Einwohner zu gucken, verwarf ich bereits am Vorabend, da Westfalia Herne so nett war, den Anstoß um eine Stunde vorzuverlegen. Zwar hatte man hier schon vor Jahren sein Kreuz gesetzt, aber solch wunderbare Spielstätten kann man eigentlich gar nicht oft genug besuchen (zumal bei einem solch attraktiven Gegner). Diesmal konnte sogar noch vor dem Anpfiff die Stadionpforte passiert werden und war um die Erkenntnis reicher, dass Westfalia Herne nicht nur über das schönste Oberligastadion in Deutschland (ok, bisschen subjektiv) verfügt, sondern auch die größten Eintrittskarten der Welt ausgibt. |
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| Spiel: |
Rein sportlich gesehen war die Partie nur von untergeordnetem Interesse, denn heute spielte der 6. gegen den 3., wobei beide Mannschaften mit dem Titel (und damit verbundenen Aufstieg in die Regionalliga) nix mehr am Hut haben. Die Gäste aus Gelsenkirchen haben die letzten sieben Spiele nicht verloren und den schwachen Saisonstart vergessen lassen. Aber ein Aufstieg wäre wahrscheinlich auch nicht gewünscht gewesen, schließlich gilt die zweite Mannschaft als Ausbildungslager. Der Kader ist auch viel jünger als in den Vorjahren und Trainer Mike Büskens hat nicht weniger als 38 Spieler in dieser Saison eingesetzt. Mit Kläsener, Müller, Hoogland und Baumjohann liefen heute gleich vier Spieler auf, die schon bei in der ersten Mannschaft mittrainieren. Das Spielgeschehen in der ersten Hälfte spielte sich zumeist in der Hälfte von Westfalia ab. Die Schalker präsentierten sich technisch stark und harmlos vor dem Tor. Herne suchte immer mit langen Bällen ihre Stürmer, dies aber stets vergeblich. Kurz vor der Halbzeit erzielten die Gäste dann doch ein Tor, dieses wurde jedoch nach einer langen Diskussion zwischen Schieds- und Linienrichter aufgrund einer Abseitsstellung nicht gegeben. In der zweiten Halbzeit fielen dann auch endlich die langersehnten Tore. Das erste für die Westfalia durch einen platzierten Flachschuss vom Elfmeterpunkt. Fast im Gegenzug fiel dann der äußerst sehenswerte Ausgleich durch Bungert. Dem erneuten Führungstreffer für die Hausherren ging ein Torwartfehler voraus und das 3:1 in der letzten Minute war letztlich nur noch eine logische Konsequenz. Fazit: Aufgrund der zweiten Halbzeit ein schöner Fußballnachmittag. Tore: 1:0 (56. Min.) Barton, 1:1 (58. Min.) Bungert, 2:1 (64. Min.) Erzen, 3:1 (90. Min.) Yeboah. |
| Stimmung: |
Am lautesten wurde es im Stadion nach den heimischen Toren. Gerade unter dem Dach der Haupttribüne waren diese besonders vernehmbar. Aber auch zwischen, vor und nach Treffern war dort der supportwillige Anhang zu hören. |
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| Stadion: |
Anlässlich des 30jährigen Vereinsjubiläums des SC Westfalia 04 wurde das Stadion am Schloss Strünkede 1934 eingeweiht. Den Krieg überstand die Sportstätte recht gut, außer das sämtliche Sitzbänke geklaut wurden, die von den Dieben dann „verfeuert“ wurden. In den 50er Jahren sanierten Vereinsmitglieder das Stadion und bauten eine Tribüne für 2.000 Zuschauer. Anfang der 60er Jahre versuchte der Verein, das Stadion an die Stadt Herne zu verkaufen. Doch diese lehnte ab und entschloss sich erst 1975 das Gelände zu übernehmen, aber eben nicht das Stadion. Zu diesem Zeitpunkt war die Stätte aber schon ziemlich heruntergekommen und der Verein wusste nicht, wie er sie hätte renovieren können. Die Rettung kam dann schließlich vom Nachbarn VfL Bochum. Dieser brauchte ein Ausweichquartier während des Neubaus des Ruhrstadions. So wurde das Stadion kräftig renoviert und der VfL Bochum spielte genau eine Saison dort. Das Stadion am Schloss Strünkede ist einer der schönsten deutschen Stadien, die ich bislang gesehen habe. Eine echte Augenweide ist die große Haupttribüne. Sie ist fast komplett umschlossen von einer 32 stufige Stehtribüne. Gegenüber dem Haupteingang, genau auf der anderen Seite des Stadions, befindet sich noch ein zweiter Eingang mit Kassenhäuschen, der aber wohl seit Jahren nicht mehr benutzt wird. Ansonsten findet man etliche Ecken, an denen der Zahn der Zeit genagt hat. |
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Tageskilometer: Saisonkilometer: 33.237 km (10.984 km Flugzeug, 15.496 Km Bahn, 5.887 km KFZ, 180 km Fähre, 690 km Bus) zum Vergleich 04/05: 39.952 km (23.213 km PKW, 5.677 km Bahn, 10.962 km Flugzeug) |
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