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                  Casino Eredivisie, Saison 05/06, 13.08.05                                 

 

   1:1  

 

SC Heracles AlmeloPSV Eindhoven

 

 

Almelo, Polman Stadion (8.000 Zuschauer)

 

Viel Zeit zum Feiern ob des Derbysieges blieb leider nicht, denn der schwarz-gelbe Studienrat wartete schon mit laufendem Motor. Also rein ins Auto und ab ins Land der 1.000 gleichen Stadien. Die Nachbearbeitung des vorherigen Spiels dauerte ungefähr 40 Sekunden, denn Meister Zumsel war ziemlich schnell mit seinem Latein am Ende und dürfte in eine finstere Zukunft blicken. Mitleid konnte er meinerseits natürlich nicht erwarten, eher das Gegenteil. Aber nach dem Spiel ist ja bekanntlich vor dem Spiel und den Rest der Fahrzeit widmeten wir uns der holländischen Liga und dem Aufsteiger SC Heracles Almelo. Dass an dieser Stelle überhaupt ein Spielbericht steht, ist nur der Zähigkeit des Schreiberlings zu verdanken. Ein paar Tage vor dem Spiel meldete Zumsel Begehren an, sich dieses Match anschauen zu wollen. Also erstmal den Verein kontaktiert und nachgefragt, ob es überhaupt noch Karten gibt. 80 Stück, war die Antwort. Folglich wurde die Bitte formuliert, ob man für uns zwei davon zurücklegen könnte. Geht leider nicht, war die Antwort, denn ausschließlich „Ticket Box“ sei für die Vergabe der Eintrittskarten zuständig. Also dort angerufen und nochmals die Bitte vorgetragen. Geht nicht, war die kaum befriedigende Antwort, denn nur Fancardinhaber haben das Recht für dieses Spiel Karten zu kaufen. Also wieder beim Verein angerufen und gefragt, ob man vor dem Spiel noch eine Fancard beantragen kann. Klar, war die Antwort, aber eine Hinterlegung der Tickets sei trotzdem nicht möglich. Tolle Wurst, bis Samstagabend sind dann auch die letzten Karten weg, denn zum einen waren ja nur 80 erhältlich und zum anderen hat das Polman Stadion in Almelo gerade einmal ein Fassungsvermögen von knapp 6.400 Zuschauern. Also Trick 17 angewandt, der dann aber auch ziemlich kläglich scheiterte. Mittlerweile war Donnerstag und jetzt wurde alles auf eine Karte gesetzt. Fünf mal wurde darauf hin der SC Heracles Almelo mit Anrufen bombardiert, aber erst kurz vor Büroschluss hatte ich Nicole am Hörer und dieser kleine Engel war dann endlich mit genug Kompetenz ausgestattet uns zwei schnöde Billets an der Abendkasse zu hinterlegen. Und dann sage noch mal einer, Frauen hätten keinen Sinn für die Sorgen und Nöte von Fußballfans.

Nachdem Zumsel aus seinem Diesel alles herausgeholt hatte, was rauszuholen war, passierten wir um Punkt 19 Uhr die Stadtgrenze Almelo und ca. zwei Minuten später waren wir vor dem kleinsten Stadion in Hollands höchster Fußballdivision. Danach musste sich die Gruppe kurz trennen. Die eine Portion versuchte das KFZ loszuwerden und die andere (in dem Fall bessere) Hälfte fahndete, zunächst vergeblich, nach der Abendkasse. 10 Minuten später hielten wir dann endlich die heiß telefonierten Billets in unseren Händen. Aber Zeit zum Durchatmen blieb nicht, denn schon lauerte das nächste Problem eine Ecke weiter. Denn ausgerechnet vor unserem Eingang gab es eine mörderlange Schlange. Durch ein einziges Drehkreuz mussten sich die Zuschauer quälen. Aber nachdem wir uns dann geschickt an besagter Menschenmasse vorbeigeschlängelt hatten, konnten wir noch vor dem Anpfiff das Stadion betreten.

 

 
Spiel:

Es war kein hochklassiges Spiel, aber zumindest im zweiten Durchgang unterhaltsam.

Tore: 0:1 (84. Min.) Cocu, 1:1 (87. Min.) Sluijter

Player of the match: Martin Pieckenhagen

Stimmung:

Zu unserer Enttäuschung blieben gerade auf der Haupttribüne doch einige Plätze frei und so fragten wir uns dann doch, warum eigentlich der ganze Aufriss davor. Auch die offizielle Zuschauerangabe von 8.000 verwirrte doch einigermaßen. Angeblich passen hier nur 6.400 Zuschauer rein und da gerade auf der Haupttribüne noch ein paar hundert Plätze frei waren, darf man dann zweifeln.

Der aktive Teil der Supporter stand bzw. saß hinter dem Tor und feuerte das Heimteam ganz gut an. Zwar nicht immer ganz originell, aber doch ordentlich. Die andere Hintertorseite versuchte einige Male mitzuhalten und so entwickelte sich in dem engen und kleinen Stadion eine ganz gute Atmosphäre. Aber auch die ca. 300 Gästefans leisteten ihren Beitrag und schmetterten stimmgewaltig Schlachtrufe gen Kunstrasen. Der Dauergesang während der zweiten Halbzeit kam auch ganz gut rüber. Erwähnenswert sind noch die Pöbeleinlagen nach den beiden Toren. Von beiden Seiten wurde, teilweise mit viel Anlauf, gegen die Plexiglasscheibe gesprungen.  

 

 
Vereine:

Zwei Meistertitel (1927 und 1941) konnte der 1903 gegründete Almelose VC Heracles erringen. Von Anfang der 20 Jahre bis Mitte der 50er Jahre spielten die Almeloer mit kurzen Unterbrechungen in Hollands höchster Spielklasse. Nach einem kurzen Gastspiel Mitte der 80er Jahre gelang die Rückkehr dorthin erst vor wenigen Wochen.

Die Voetbalvereniging Philips Sportvereniging wurde im Jahre 1913 aus der Betriebsmannschaft der N. V. Philips Gloeilmapenfabrikeken Eindhoven gegründet und spielt seit 1921 erstklassig Fußball. Der erste Meistertitel datiert aus dem Jahre 1929 und (wenn ich mich nicht verzählt habe) folgten noch 16 weitere (1935, 1951, 1963, 1975, 1976, 1978, 1986, 1987, 1988, 1989, 1991, 1992, 1997, 2000, 2001, 2003). Dazu zieren noch sieben (1950, 1974, 1976, 1988, 1989, 1990, 1996) nationale Pokale die Vitrinen des PSV. Im Jahre 1978 errang der Verein den ersten internationalen Titel, den UEFA-Cup  (in zwei Finalspielen gegen den SEC Bastia). Die Saison 87/88 war die erfolgreichste Spielzeit in der Geschichte des PSV: neben den beiden nationalen Titeln Meisterschaft und Pokal, besiegten die Niederländer im Finale des Europapokals der Landesmeister in Stuttgart Benfica Lissabon nach Elfmeterschießen. Fast hätten sie auch am 11.12.1988 noch den Weltpokal gewonnen, zogen aber nach Elfmeterschießen gegen Nacional Montevideo aus Uruguay den Kürzeren.

 
Stadion:

Selten ist ein Stadion einfacher zu beschreiben, wie das des SC Heracles. Das Polman Stadion verfügt über eine einfache Haupttribüne und eine genauso einfache Gegengerade die beide ebenerdig zu betreten sind. Die beiden Hintertorseiten hingegen müssen über einen Aufgang erklommen werden. Wie in Holland üblich, befindet sich der Gästeblock in einer Ecke und ist schwer gesichert.

 

 

 

 
 

Tageskilometer:                  164 km mit dem KFZ von Dortmund nach Almelo

Saisonkilometer:           11.497 km (5.900 km Flugzeug, 3.871 Km Bahn, 1.006 km KFZ, 170 km Fähre, 650 km Bus)

zum Vergleich 04/05: 39.952 km (23.213 km PKW, 5.677 km Bahn, 10.962 km Flugzeug)

 
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