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                  Regionalliga Nord, Saison 05/06, 01.04.06                                 

 

   2:0  

 

BSV Kickers Emden - Wuppertaler SV Borussia

Emden, Embdena Stadion (1.935 Zuschauer)

 

 

HAM – BURG -> HAUEN – STEIN

Moin, Moin! Die Viererkette der Bahn: 4 x Deutschland für nur 99 Euro. Dank diesem Angebot von Deutschlands Zukunftsunternehmen Nr. 1 konnte man bei geschickter Buchstabenkombination des Abfahrts- und Zielortes recht günstig an der Komplettierung der Regionalligen weitermachen. Emden war dabei allerdings nur die dritte Alternative, aber da Kiel (hätte sich aufgrund der recht kurzen Entfernung eh nur bedingt gelohnt) und Augsburg an diesem Samstag keine Heimspiele austrugen, ging es halt an die Nordsee. Nach schlappen sechs Stunden Fahrt ohne Umstieg erreichte nicht nur der IC 2132 „Ostfriesland“, sondern auch ich die anziehende Seehafenstadt Emden. Aufgrund der knappen Zeitplanung ging es direkt vom Bahnhof zum Stadion, wo ich fünf Minuten vor dem Anstoß das reservierte Ticket beim Parkplatzwächter in Empfang nehmen durfte. Während der Übergabe schepperte es auf einmal. Eine Dame wollte eben auf diesen Parkplatz und stand in der Zufahrt. Aber anscheinend überlegte sie es sich dann doch anders, legte den Rückwärtsgang ein (dieser Vorgang machte auch schon erheblichen Lärm) und setzte beherzt zurück. Dummerweise stand hinter ihr aber schon der nächste potentielle Parkplatzbesucher und dessen Front wirkte nun erheblich windschnittiger (ein gerade an der Küste nicht zu unterschätzender Vorteil) als vorher. Die Dame im auffahrenden Fahrzeug zuckte kurz mit den Schultern, schaltete wieder in den Vorwärtsgang, rollte kurz vor, haute dann wieder den Rückwärtsgang rein und wollte den Vorgang wiederholen. Diese Aktion unterbanden aber laut schreiende Schaulustige sehr zu meinem Leidwesen.

Durch diese ungewollte Vorzögerung erreichte ich zwar noch rechtzeitig vor dem Anstoß meinen Platz auf der Haupttribüne, verpasste aber wohl die pyrotechnische Einlage der Gästefans. Zumindest deutete die Ansage des Stadionsprechers daraufhin. In der Halbzeitpause traf ich dann noch den Wupperhopper, Jörg und Julian.

 

 
Spiel:

Im Duell der beiden Tabellennachbarn (Emden 10., Wuppertal 9.) boten die Protagonisten auf dem ziemlich durchgeweichten Rasen gerade in der ersten Halbzeit eine spielerisch äußerst dürftige Leistung. Die Partie wurde erst im zweiten Durchgang besser, weil der WSV abbaute und die Ostfriesen gerade kämpferisch überzeugten. Das 1:0 resultierte aus einem erfolglosen Versuch der Wuppertaler eine Abseitsfalle aufzubauen. Zwar konnte der starke WSV-Keeper den ersten Schuss noch abwehren, war aber dann gegen den Nachschuss von Cannizzaro chancenlos. Gleicher Spieler verwandelte 20 Minuten später einen berechtigten Foulelfmeter zum Endstand.

Tore: 1:0 (53. Min.) Cannizzaro, 2:0 (73. Min.) Cannizzaro (FE).

Stimmung:

Ca. 250 Fans aus Wuppertal versammelten sich im Gästeblock und sorgten für eine ganz ordentliche Atmosphäre. Das Heimpublikum kam erst so richtig nach dem 1:0 in Fahrt. Dies beschränkte sich löblicherweise nicht auf die paar hundert supportwilligen Zuschauer, sondern erfasste auch die Haupttribüne und die Gegengerade. 

 

 
Vereine:

Vor wenigen Tagen feierte der BSV Kickers Emden seinen 60. Geburtstag. Eigentlich sollte nach dem zweiten Weltkrieg und der damit verbundenen Zwangsauflösung des ETV dieser Verein neu gegründet werden. Doch dieses Ansinnen unterband die britische Militärregierung und so wurde also der BSV Kickers Emden geboren (1948 wurde dann doch der ETV neu gegründet, aber der BSV lehnte mittlerweile eine Rückkehr zum alten Turnverein ab). Schnell stieg der Verein zur Nr. 1 in Emden auf und nur ein paar Jahre später lösten sie auch Ostfriesland damaligen Top-Club Germania Leer ab. Lange Zeit dümpelte der BSV in den Niederungen des niedersächsischen Amateurfußballs herum, ehe 1991 der Aufstieg in die Oberliga (mit einem Jörg Heinrich) gelang. Nur drei Jahre später stiegen sie sogar nach einem dramatischen letzten Spieltag (gegen HSV II, nach 0:3 zur Pause, Endstand 3:3) in die Regionalliga auf. Nach fünf Jahren in der dritthöchsten Spielklasse zog sich Mäzen Dr. Riedl zurück und plötzlich stand der BSV Kickers Emden kurz vor der Pleite. Diese konnte zwar noch abgewendet werden, nicht aber der Abstieg in die Oberliga. Die Rückkehr gelang den Ostfriesen erst zu Beginn dieser Saison.

Der Wuppertaler SV (zunächst als SSV 04 Wuppertal) entstand im Jahre 1954 aus der Fusion der TSG 80 Vohwinkel und dem Bergischer-Winter SV Elberfeld. Nach durchwachsenen Jahren in den 60er Jahren (zwischen Oberliga und 2.Liga) stieg der WSV 1972 in die Bundesliga auf, wurde prompt Vierter und qualifizierte sich für den UEFA-Cup (Erstrundenniederlage gegen Ruch Chorzow). In der Saison 73/74 kämpfte der WSV gegen den Abstieg und konnte diesen erst am letzten Spieltag mit einem 2:2 beim VfB Stuttgart verhindern. Nur eine Spielzeit später war dann der Gang in die Zweitklassigkeit nicht mehr zu verhindern und die Wuppertaler beendeten die Saison abgeschlagen (nur zwei Siege waren zu verzeichnen, einer davon gegen Bayern München) auf dem letzten Tabellenplatz. Es folgten fünf Spielzeiten in der 2. Bundesliga, ehe der Absturz in die Oberliga Nordrhein folgte, der man dann auch zehn Jahre treu blieb. Am Ende der Spielzeit 92/93 verließ der WSV die Oberliga Richtung 2. Bundesliga. Aber nach zwei Spielzeiten war dieses Abenteuer auch wieder beendet und die Wuppertaler stiegen in die neuerschaffene Regionalliga ab. Dort spielte der Verein meist vorne mit, aber als in der Saison 98/99 aus vier Regionalligen zwei gemacht wurden, scheiterte der WSV denkbar knapp und fand sich anschließend wieder in der mittlerweile viertklassigen Oberliga wieder. Zumindest waren die Wuppertaler in dieser Staffel spitze, stiegen aber trotzdem nicht auf. Dies gelang erst im Sommer 2003.

Stadion:

Bei dem ehemaligen „Dr. Helmut Riedl-Stadion“ zu Emden handelt es sich es um ein reines Fußballstadion, welches zur Hälfte überdacht ist. Auf der Hintertorseite stehen die heimischen Fans geschützt vor Regen, während die Gäste auf der anderen Seite den Naturgewalten ausgesetzt sind. Die achtstufige Gegengerade ist ebenfalls unüberdacht, bietet dafür aber eine erheblich bessere Sicht als die Stehplätze auf der Haupttribüne, die links und rechts der Sitzplätze angeordnet sind. Laut Vereinsangaben passen hier 12.000 Zuschauer rein, aber selbst wenn ein Zehntel davon kommt, wirkt die Anlage aufgrund der sehr engen Bauweise recht gut gefüllt.

Erwähnenswert ist noch das kulinarische Angebot im Embdena-Stadion. Neben den obligatorischen Bratwürsten (2 Stück für 3 Euro) kann sich der verwöhnte Gaumen an allerlei Fischbrötchenspezialitäten laben.

 

 

 

 

Tageskilometer:                  530 km mit der Bahn von Berlin nach Emden

Saisonkilometer:           32.929 km (10.984 km Flugzeug, 15.188 Km Bahn, 5.887 km KFZ, 180 km Fähre, 690 km Bus)

zum Vergleich 04/05: 39.952 km (23.213 km PKW, 5.677 km Bahn, 10.962 km Flugzeug)

 

Grüße an den Wupperhopper, die Almträume und ausnahmsweise mal an die Krawallschachtel mit der nachts Kaffee trinken ein ganz besonderes Erlebnis ist... :)

 (Alles außer Wuppertal ist Fußball)

 
 
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