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Nach dem Schlusspfiff in Palermo durften die Gästefans noch über eine halbe Stunde in ihrem Block verweilen, um danach auf die Menschheit vor dem Stadion losgelassen zu werden. Wie nicht anders zu erwarten, gab es dort aber weder Keile oder Dresche, sondern nur Devotionalien- und sonstige Kleinkramhändler. Ich schloss mich der Zaunfahnen-Crew unter der Leitung des Coburgers an, weil glücklicherweise deren Hotel meinem direkt gegenüberlag. Dank dieser hervorragenden Reiseleitung konnte man schon mal einen Eindruck Palermos bei Nacht gewinnen. Wider Erwarten fanden wir die Hotels aber doch und nachdem die Sachen abgelegt waren, konnten endlich die knurrigen Mägen mit einer Pizza Diavolo gesättigt werden. Gegen Mitternacht machte aber die andere Reisegruppe (ich nenn sie mal „Ich bin raus!“ -Reisende) schlapp und ich versuchte noch alleine um die Häuser zu ziehen. Richtig glücklich wurde ich dabei aber nicht und krabbelte dann alsbald ins Bettchen. Dank der sizilianischen Müllmänner, die direkt unter meinem Fenster eine Art Gewerkschaftskundgebung abhielten (gearbeitet haben sie wohl dabei nicht, aber geschnattert in einer Tour), konnte ich mein Tagesprogramm recht früh angehen. Erster Anlaufpunkt war der hiesige Bahnhof, um dort das Gepäck loszuwerden. Da ja heute ein fußballfreier Tag war, wurde der dementsprechend für Kultur und Entspannung verplant. Von der Piazza Guiseppe Verdi ging es per pedes über die Via Roma hin zum Hafen und dann zurück zum Palazzo Pretoria. Bei strammer Fußleistung kann man im Prinzip innerhalb von 2-3 Stunden den Großteil der Sehenswürdigkeiten ablaufen. Etwas außerhalb vom Stadtzentrum gibt es die Katakomben von Palermo, wo sich reiche Bürger der Stadt nach ihrem Tod mumifizieren lassen konnten. Über 8.000 Leichen hängen oder liegen im Keller eines Klosters. Für 1,50 Euro kann man sich den Eintritt in dieses Gruselkabinett erkaufen und diese Investition lohnt sich alle mal. Aber zurück von den Toten zu den Lebenden. Nach dieser Stippvisite ging es zurück zum Bahnhof, wo sich auch einige Schalker einfanden um nach Deutschland zurückzukehren. Mich zog es hingegen ein Stück weiter Richtung Osten in den Badeort Cefalu, denn zum einen knallte die Sonne vom Himmel und zum anderen gab es dort eine recht günstige Absteige (20 Euro) für die Nacht. Die Zugfahrt dauerte eine Stunde und schon lag man am Strand bei Sonne pur und wieder 20 Grad. Am späten Nachmittag traf hier noch eine Gruppe weiterer Schalker ein und so war das Abendprogramm recht kurzweilig. Dummerweise habe ich mir in den letzten zwei Tagen eine garagentor große Blase am Fuß erlaufen, die nächtens noch nach einer medizinischen Eigenversorgung schrie. Dies hätte ich aber lieber unterlassen sollen, denn nahezu unmenschliche Schmerzen ließen mich dann wohl ohnmächtig werden. Gott sei Dank lag ich aber schon im Bettchen. Aus dieser Bewusstlosigkeit erwachte ich erst am nächsten Morgen. Nach bescheidenem Frühstück (die Italiener sind nicht unbedingt eine große Frühstücksnation) ging es mit dem Zug weiter ostwärts auf das Festland. Ziel der gut sechsstündigen Zugfahrt war der Ort Catanzaro, mitten in Kalabrien. Der Bahnhof in diesem Ort liegt unterhalb der Stadt, während sich das Stadion oben auf einem Berg befindet. Busse fuhren leider nicht dorthin, dafür aber eine kleine Bimmelbahn, die ich aber erst auf dem Rückweg entdeckte. Während ich da so ziemlich einsam am Bahnhof stand, kam auf einmal ein Typ mit rot-gelbem Fanschal vorbei und fragte mich irgendwas auf Italienisch. Verstanden habe ich ihn nicht, dafür aber gefragt wie ich zum Stadion komme. Daraufhin drehte sich der Typ einfach um, ging in eine Bar im Bahnhof und kehrte daraufhin mit einem anderen Typen zurück, der mich anwies in seinem Wagen Platz zu nehmen. Die Fahrt dauerte nur wenige Minuten und mein Fahrer ließ mich an einer Straßenecke raus, wo andere Fußballfans standen und brüllte denen irgendwas zu. Kurz darauf hielt der nächste Wagen und wieder wurde ich mitgenommen. Alle fragten mich, natürlich in Landessprache, was ich denn beim US Catanzaro, immerhin Letzter der Serie B, will. Eine Antwort musste ich ihnen allerdings schuldig bleiben. Wieder endete die Fahrt nach wenigen Minuten und wieder standen wir am Straßenrand, bis uns der nächste Fahrer dann endlich bis vor das Stadion chauffierte. |
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Am Kassenhäuschen habe ich mich dann in die Schlange eingereiht und beobachtet, wie alle vor mir irgendwelche Ausweise vorlegten und so tat ich es ihnen gleich. Mit dem Mitgliedsausweis des FC Schalke 04 bekam man die Karte für 5 Euro anstatt für die am Preisaushang angeschlagenen 13 Euro. |
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| Spiel: |
Der U. S. Catanzaro rangiert derzeit auf dem letzten Tabellenplatz der Serie B, während der A. C. Arezzo noch geringe Aufstiegschancen hat. Auf dem Papier eigentlich eine klare Angelegenheit, allerdings verloren die Hausherren in den bislang ausgetragenen 12 Partien gegen den A. C. Arezzo (fast alle in der Serie B) noch nie. Das Spiel wurde eigentlich die ganze Spielzeit von den Hausherren dominiert, wobei aber die Gäste mit ihren schnellen Kontern einige Male für Gefahr sorgen konnten. Mitte der ersten Halbzeit ging der U. S. Catanzaro mit einem sehenswerten Flachschuss in Führung, kassierte allerdings vor der Pause ziemlich unnötig den Ausgleich. Im zweiten Durchgang setzte sich die optische Überlegenheit der Hausherren fort, diesmal allerdings ohne Torerfolg. Dafür liefen diese gegen Ende der Partie noch in einen Konter und damit war die Niederlage besiegelt. Tore: 1:0 (23. Min.) De Simone, 1:1 (45. Min.) Floro Flores, 1:2 (72. Min.) Floro Flores. |
| Stimmung: |
Aus Arezzo waren nur ca. 20 Fans angereist, die nur ´durch permanente Fahnenschwingerei auffielen. Ganz anders der Heimblock, denn hier wurde ohne Unterbrechung gesungen und auch optisch er zu gefallen. Auch nach den Gegentoren riss die Stimmung dort erstaunlicherweise nicht ab. |
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| Stadion: |
Das Stadio Nicola Ceravolo liegt, wie bereits erwähnt auf dem höchsten Punkt der Stadt. Es verfügt über eine recht neue überdachte Tribünen auf einet Längsseite. Die gegenüberliegende Gerade und die Blöcke hinter den Toren sind offiziell als Stehplätze ausgewiesen, wurden aber heute großteils als Sitzplätze mißbraucht. Eine Besonderheit findet der Betrachter in mitten des Blockes vor, wo die heimischen Ultras zu Hause sind. Dort steht mittendrin ein Baum. |
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Tageskilometer: 394 km von Palermo nach Catanzaro mit der Bahn Saisonkilometer: 28.732 km (9.384 km Flugzeug, 12.968 Km Bahn, 5.887 km KFZ, 170 km Fähre, 650 km Bus) zum Vergleich 04/05: 39.952 km (23.213 km PKW, 5.677 km Bahn, 10.962 km Flugzeug) |
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