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Nur noch bis zum Saisonende wird man die Möglichkeit haben, sich Highbury in Natura anzuschauen. Dann wird es nur noch unter der Kategorie „Lost Grounds“ geführt. Ein Besuch dieses Stadions ist schwer, aber nicht unmöglich. Meist sind die Spiele in der Phase ausverkauft, wo nur die Mitglieder ein Zugriffsrecht auf die begehrten Tickets haben, aber manchmal gelangen dann noch welche in den freien Verkauf. Man kann aber auch Glück haben und ein Arsenal-Mitglied an einem stinknormalen Montagnachmittag in einer Bar in Tallinn treffen. Diese Ehre wurde mir und Renato zuteil und Terry, so der Name des Arsenal-Members, orderte etwa zwei Monate vor dem Spiel die Eintrittskarten. Genau diese zwei Monate später trafen wir uns dann vor der Tube-Station Arsenal. Da Renato zähneknirschend auf dieses Spiel verzichten musste, ging die zweite Karte an Meister Zumsel aus der wohl hässlichsten Stadt dieser Welt, die dem hässlichsten Club auf Erden Asyl gewährt. Aber genug von diesen unappetitlichen Themen. Trotz Verspätung aufgrund von Bauarbeiten an diversen U-Bahn-Linien waren bis zum Kickoff noch über zwei Stunden Zeit, die wir in einem schönen und stadionnahen Pub verbrachten. Das Bier war zwar australisch, dafür flackerte aber echter englischer Fußball (ManCity – ManU) über die Monitore. Die Tore von ManCity sorgten für eine ganz besondere Atmosphäre in der gerammelt vollen Kneipe, denn ManU ist der so ziemlich unbeliebteste Verein für die Mehrheit der Arsenal-Anhänger. Einst war das zwar mal Tottenham, aber mit dem Erfolg wechseln wohl auch die Rivalitäten. Etwa 20 Minuten vor dem Anpfiff zog Terry dann in einen anderen Pub und uns mit u. a. norwegischen, österreichischen, schweizerischen und vor allen Dingen japanischen Fußballtouristen zu den Drehkreuzen. Gerade die Japaner griffen besonders tief in die Taschen und zahlten für ihre normalen Tickets zwischen 90 und 120 Pfund. Und dies nicht etwa auf dem Schwarzmarkt, sondern in einem Verkaufsbüro von Arsenal in Tokio (wenn ich das jetzt mal alles richtig verstanden habe). Kurz im Fanshop vorbeigeschaut, auf die Preise geguckt und dann ging es ab auf den North Lower Stand. Stand ist eigentlich zuviel gesagt, denn Stehen in diesem Stadion tun nur die Ordner. Unsere Plätze waren fast hinter dem Tor in der dritten Reihe von unten. Rauchen, Alkohohl (Budweiser wurde gereicht) und Aufstehen strengstens verboten. Dafür sitzt man aber in einem Stadion, das so schön ist wie der Ball rund. Ob dies den Preis von 30 Pfund (ca. 45) Euro rechtfertigt, muss jeder für sich selbst entscheiden. |
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| Spiel: |
Aufgrund der Nähe zum Spielfeld erlebten wir Fußball in Reinkultur. 7:0, bei Arsenal lief alles, bei Middlesbrough gar nix. Tore: 1:0 (20. Min.) Henry, 2:0 (22. Min.) Senderos, 3:0 (30. Min.) Henry, 4:0 (45. Min.) Pires, 5:0 (59. Min.) Silva, 6:0 (68. Min.) Henry, 7:0 (84. Min.) Hleb. |
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| Stimmung: |
Es fällt richtig schwer zu diesem Thema etwas zu schreiben. Die Stimmung war eigentlich gar nicht mal schlecht, zumindest besser als erwartet. Allerdings war es auch phasenweise so ruhig wie bei tristen Kreisliga-C-Spielen. In den ersten fünf Minuten wurde gesungen, einige Male richtig laut, dafür aber auch extrem kurz. Dann legte sich eine Art Dämmerschlaf über das Stadion, in dem nur die einigermaßen gelungenen Szenen von Arsenal beklatscht wurden. Bei den Toren sprangen beim Jubeln trotz des strengen Verbotes dann doch alle auf. Vergleiche mit anderen Ländern fallen zwar leicht, bringen einen aber nur bedingt weiter. Ob besser oder schlechter, ich vermag es nicht zu sagen. Die englischen Zuschauer sind irgendwie mehr beim Spiel als in anderen Ländern beobachtet. Achja, angeblich sollen auch Auswärtsfans im Stadion gewesen sein. Fazit: Nicht so schlecht wie allgemein immer erzählt. Aber ich behaupte mal ganz kühl, dass die Stimmung bei einem stinknormalen Bundesligaspiel besser ist. |
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| Vereine: |
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| Stadion: |
Ohne Übertreibung darf man wohl sagen, dass Highbury eines der schönsten Fußballstadien auf diesem Planeten ist. Wenn im Sommer die Abrissbirne die Spielstätte dem Erdboden gleichmacht, dann hat Highbury 93 Jahre lang Arsenal ein Zuhause geboten. Das erste Spiel fand hier am 6. September 1913 (gegen Leicester Fosse 2:1) statt. 20.000 Pfund zahlte man damals für eine 21jährige Pacht und der schottische Architekt Archibald Leitch wurde für den Bau beauftragt. Richtig beeindruckend sind die zweirangigen Tribünen auf den Längsseiten sowie die Nordseite, die ebenfalls aus einem Ober- und Unterrang besteht. Auf der Südseite befindet sich ein recht großer Bau, der u. a. die etwas deplatziert wirkenden VIP-Logen beherbergt. |
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Tageskilometer: 942 km mit dem Flugzeug von Berlin nach London Saisonkilometer: 22.584 km (6.842 km Flugzeug, 9.382 Km Bahn, 5.847 km KFZ, 170 km Fähre, 650 km Bus) zum Vergleich 04/05: 39.952 km (23.213 km PKW, 5.677 km Bahn, 10.962 km Flugzeug) |
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Besten Dank an Terry, Grüße an Zumsel |
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