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Herne-Sodingen, Glückaufstadion (2.000 Zuschauer) |
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Als ich vor einigen Wochen die Reportage „Im Westen ging die Sonne auf – Die Geschichte von Bergbau, Stahl und Fußball im Ruhrgebiet“ sah, hat mich gerade die Geschichte des SV Sodingen berührt. Spontan wurde dann der Spielplan gezückt und gehofft, dass der Sportverein am Herner Stadtrand an diesem 29. August ein Heimspiel hat. Und siehe da: Man konnte es kaum glauben - der Spielplan bescherte gleich den Kracher gegen den Stadtrivalen aus der Innenstadt, dem SC Westfalia 04 Herne. Was ist schon ein Lottogewinn gegen so viel Glück bei einer Tourenplanung. Der SV Sodingen ist vielleicht das Synonym für die gute alte Fußballtradition des Ruhrgebiets. Sodingen, regelrecht eingeklemmt von Städten wie Gelsenkirchen, Bochum, Essen oder Dortmund, die heute den „Ruhrpott“-Fußball repräsentieren, lernte einst den großen Vereinen das Fürchten und war 1955 ganz nah dran, die deutsche Meisterschaft zu gewinnen. Aber die Meisterschaft wurde nicht errungen, ein „zweites Schalke“ wurde der Verein auch nicht und mit dem Niedergang des Bergbaus verblasste auch schnell der Stern des SV Sodingen 1912. Aber immerhin gibt es ihn noch und letztlich steht er für Fußballromantik. Er ist mittlerweile genau da, wo auch der Stadtrivale angekommen ist: Verbandsliga Westfalen II. Der eine kam von unten, der andere von oben. Dabei hatte der SC Westfalia 04 Herne die wesentlich besseren Voraussetzungen und stand Mitte der 70er Jahre vor dem Aufstieg in die Bundesliga. Doch Westfalia Goldin, wie der Verein kurzzeitig nach seinem Sponsor hieß, verließ sich auf einen einzigen Geldgeber, der mit wehenden Fahnen unterging und den Klub mitriss. Und so machte ich mich nach dem Spiel in Gelsenkirchen zügig auf den Weg, erreichte Sodingen eine halbe Stunde vor Spielbeginn und wurde Zeuge wie Menschenmassen sich den Weg zum Stadion bahnten. Aufgrund des großen Zuschauerandrangs konnte das Spiel auch noch nicht um 18 Uhr angepfiffen werden und so war es auch nicht verwunderlich, im Stadion einige Fußballinteressierte aus ganz Deutschland anzutreffen. In illustrer Runde (u. a. Martin aus Greifswald (Nachmacher), der Hofer, der Siegener und der Schlammbeisser aus Gießen, dem hier ein besonderer Gruß gilt) wurde dann der einstige Oberliga-West-Klassiker genossen. |
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| Spiel: |
Nachdem das Spiel in der ersten Halbzeit nicht so recht in Gang kommen wollte, entschädigte der zweite Durchgang. Es wurde auf beiden Seiten gekämpft bis zum Umfallen und der scheinbar sichere Sieger wurde in den letzten Sekunden noch abgefangen. Ein richtiges Derby eben! Tore: 1:0 (53.) Crnogaj, 2:0 Stocker (77.), 2:1 (80.) Sami El-Nounou, 2:2 (90.) Andre Dohm. |
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| Stimmung: |
Die gut 2.000 Zuschauer erfreuten sich am Spiel und gingen gerade zum Ende hin richtig mit. Support gab es nur von den Fans des SC Westfalia. Aber auch ohne große Aktion war dies ein stimmungsvoller Spätnachmittag. |
| Vereine: |
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| Stadion: |
Das Glück-Auf-Stadion, gelegentlich auch Stadion am Holzplatz genannt, wurde 1953 errichtet. Das Gelände stellte die in Sodingen beheimatete Zeche Mont-Cenis zur Verfügung. Vorher spielte der Verein auf einem Ascheplatz („Aschekippe“) mit einem damaligen Fassungsvermögen von ca. 15.000 Zuschauern. Dieser Platz wurde allerdings 1975 eingeebnet. Offiziell fasst die „neue“ Anlage nur 7.000 (davon 800 unüberdachte Sitzplätze). Zum Oberliga-West-Spiel am 11. April 1954 kamen 30.000 Zuschauer und sahen eine 1:2 Niederlage. Aufgrund der dort herrschenden chaotischen Verhältnissen mussten die Sodinger ihre Endrundenspiele um die deutsche Meisterschaft in die Glückkampfbahn nach Gelsenkirchen (5:1 gegen Viktoria 89 Berlin vor 18.000 Zuschauern und 2:2 den 1. FC Kaiserslautern vor 70.000 Zuschauern) und nach Köln (1:1 gegen den Hamburger SV vor 50.000 Zuschauern) verlegen. Heute ist von den glanzvollen Tagen des SV Sodingen nichts mehr zu sehen. Dennoch versprüht die Anlage viel Charme. Wer einmal dort zu Besuch ist, sollte aufmerksam dem älteren Herrn im Sprecherhäuschen lauschen. Vielleicht kommen so die alten Zeiten in Gedanken wieder zurück. |
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Tageskilometer: 595 km Gelsenkirchen - Herne - Essen - Berlin (PKW) Saisonkilometer: 6.692 km (4.427 km PKW, 1.681 km Bahn, 620 km Flugzeug) |
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