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            Landesliga Hannover, Saison 04/05, 05.06.05           

 

   2:0  

 

TSV Havelse - 1. FC Wunstorf

 

 Havelse, Wilhelm-Langrehr-Stadion (ca. 2.000 Zuschauer)

 

 

Wie schnelllebig der Fußball ist, zeigt sich anhand eines Zweitligaspiels vor 15 Jahren. Am 22. August 1990 trat der TSV Havelse im Gelsenkirchener Parkstadion an und verlor relativ unspektakulär mit 0:3. Heute dürfen die damaligen Gastgeber in der Königsklasse des europäischen Fußballs antreten, während sich die Kicker aus Garbsen-Havelse mit Gegnern wie Germania Grasdorf oder SV 07 Linden in der Landesliga (6. höchste Spielklasse) rumschlagen müssen. Aber zumindest versprach die Partie aufgrund der Tabellensituation Spannung pur. Nach dem letzten bzw. 29. Spieltag sah die Tabelle wie folgt aus:

1. Wunstorf (29 Spiele, 63 Punkte, Tore +51), 2. Havelse (28/63/+47) und 3. Bockenem (28/63/+44), wobei die ersten beiden in die Niedersachsenliga aufsteigen. Aus dem Zahlenwerk wird schnell ersichtlich, dass Havelse und Bockenem ein Spiel weniger haben und am letzten Mittwoch traten nun beide gegeneinander an um der Tabelle ein gerades Bild zu geben. 4:3 siegte dabei Bockenem über den TSV Havelse, setzte sich mit drei Punkten Vorsprung an die Tabellenspitze und da die anderen beiden Konkurrenten bekanntlich am letzten Spieltag aufeinander treffen würden, war der Aufstieg der Bockenemer perfekt. Nachdem der TSV Havelse den ersten Matchball nicht nutzen konnte, hatte er nun den zweiten, im Heimspiel gegen den 1. FC Wunstorf.

 

 
Spiel:

Die Ausgangslage war klar: Den Gästen würde zum Aufstieg ein Unentschieden reichen, während der TSV Havelse drei Punkte einfahren  muss. In der ersten Halbzeit standen die Gäste ganz gut in der Defensive, taten in der Offensive aber nur das absolut nötigste. Dadurch hatte der TSV zwar mehr Spielanteile, aber nach 45 Minuten stand es bei 1:1 Torschüssen 0:0. Dieses Spiel setzte sich im zweiten Durchgang fort und die Zuschauer mussten bis zur 64. Min. warten, als Ney zum 1:0 einnetzte. Erst danach wurde es ein wahrer Aufstiegskrimi, bei dem der Gast auf den Ausgleich drängte und die Hausherren die daraus resultierenden Konterchancen stümperhaft vergaben. Erst das 2:0 in der Schlussminute erlöste die Havelser, die den Sieg wie eine deutsche Meisterschaft feierten.

Tore: 1:0 (64. Min.) Ney, 2:0 (90. Min.) Huntemann

Stimmung:

Unabhängig von der offiziell angegebenen Zuschauerzahl war der Zuspruch für eine Landesligapartie enorm und ca. 2.000 Zuschauer wollten dabei sein. So wurde es einige Male auch richtig laut im Stadion, obwohl nur eine kleine Fangruppe unter dem Dach für Stimmung sorgte. Gerade der Torjubel nach dem 2:0 war mehr als beachtlich.

 
Vereine:

Die „Toto-Elf aus Totohausen“ wurde der TSV Havelse einst genannt, denn die enge Verschmelzung von der Lotto-Toto-Gesellschaft Niedersachsen zum TSV Havelse ist noch heute unverkennbar, wenn man sich nur den Brustsponsor auf den roten Trikots anschaut. Angefangen hat alles im Jahr 1912 als ein paar Fußballbegeisterte im Dorf den FC Pelikan gründeten. Der Namensgeber war übrigens der erste Spielball, der die Aufschrift Pelikan trug. 1923 folgte aber schon wieder die Auflösung und 1929 die Neugründung als TSV Havelse (später auch kurzzeitig TSV Havelse-Marienwerder). In den 50er Jahren wurde der Grundstein für die noch heute sehr erfolgreiche Jugendarbeit gelegt, aus denen u. a. Frank Pagelsdorf und Volker Finke hervorgingen. Letzter übernahm Mitte der 80er Jahre das Traineramt und führte den TSV bis in die 2. Bundesliga (90/91). Aber nach nur einem Jahr (Finke wurde schon nach wenigen Wochen entlassen) stiegen die Havelser wieder ab. Es folgte der tiefe Sturz in die Sechstklassigkeit. Bester Torschütze für den TSV in Liga 2 war ein gewisser Berardino Capocchiano, der zwar in Italien geboren wurde, aber einen deutschen Pass hatte. Dieser wechselte nach dem Abstieg vom TSV Havelse zu Lazio Rom, wo er es allerdings nur auf zwei Kurzeinsätze brachte.

Der 1. FC Wunstorf, vormals SpVgg Wunstorf entstand aus der Fusion von FC 1919 und Schwarz-Weiß 1927. Großen Fußball sah man in Wunstorf nie, sieht man mal von Uli Stein ab, der hier das Fußball spielen bzw. Tore verhindern erlernte, ab.

 

Stadion:

Die ehemalige TSV-Kampfbahn trägt seit dem Jahre 2000 den Namen eines Großbäckers, der (bevor er verstarb) viel Gutes für den Verein tat. Die Anlage ist aufgrund der Enge und der damit verbundenen Nähe zum Spielfeld attraktiv. Auf der einen Seite gibt es eine Überdachung und darunter 360 Sitzplätze. Auf der gegenüberliegenden Seite befindet sich eine recht große überdachte Stehplatztribüne, die noch keine 10 Jahre alt sein dürfte. Zusätzlich gibt es hinter dem Tor zum Parkplatz hin noch weitere unüberdachte Blöcke. Die andere Hintertorseite ist mal abgesehen von drei Mini-Stufen unausgebaut.

Der Weg nach Garbsen-Havelse von Hannover Hbf ist mit öffentlichen Verkehrsmitteln recht einfach zu erreichen. Einfach mit der U-Bahn ab Kröpke (Linie 4 Richtung Garbsen) bis Marienwerder Wissenschaftspark fahren, dort in den Bus 126 um- und am Sportplatz in Havelse aussteigen.

 

 

 

 

 

 

Tageskilometer:        620 Km von Berlin nach Garbsen und zurück mit dem Zug

Saisonkilometer: 39.952 km (23.213 km PKW, 5.677 km Bahn, 10.962 km Flugzeug)

 

Positiv noch zu erwähnen sind die Damen vom Getränkestand. Da es keinen Kaffee gab, wurde einfach aus der privaten Thermoskanne ein Becher für den weit gereisten Besucher abgezweigt und unentgeltlich überreicht.

Grüße an BTH-Jens und JFK, der sich dafür verantwortlich zeigte, dass ich um 19:15 Uhr wieder meine Haustür aufschließen konnte.

 
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