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                  Casino-Eredivisie, Saison 04/05, 13.03.05                                  

 

   4:0  

 

PSV EindhovenADO Den Haag

 

Eindhoven, Philips Stadium (31.000 Zuschauer)

 

 

Viel Zeit um die Nerven ob des hochbrisanten Derbys in Waalwijk zu beruhigen blieb nicht, denn erst mussten noch die gut 45 km bis nach Eindhoven zurückgelegt werden. Diesmal klappte alles wie am Schnürchen. Ohne sich zu verfahren wurde ein kostenloser Parkplatz rund zehn Minuten vom Philips-Stadion entfernt gefunden. Auch das Abholen der reservierten Karten klappte ohne Komplikationen und um 12:15 Uhr nahmen wir unsere Plätze direkt unter dem Gästeblock ein.

 

 

 

Spiel:

Der PSV empfing als Tabellenführer zwar „nur“ den 13., aber versprach diese Partie doch zumindest ein paar Gästefans. Aber dazu später mehr. Das Spielgeschehen ist schnell zusammengefasst: Der PSV war die deutlich bessere Mannschaft und die 3:0 Halbzeitführung damit mehr als verdient. Herausragende Akteure auf dem Platz waren Mark van Bommel und Ji-Sung Park. In der zweiten Halbzeit schonten die Eindhovener ihre Kräfte und das Spiel wurde zum echten Langweiler. Einzig das 4:0, zwei Minuten vor dem Ende, ist noch erwähnenswert.

Tore: 1:0 (6. Min.) Ji-Sung Park, 2:0 (30. Min.) Bommel, 3:0 (42. Min.) Ji-Sung Park, 4:0 (88. Min) Alex.

Stimmung:

Für die Gegner der Kommerzialisierung des deutschen Fußballs wäre diese Partie ein echter Anschauungsunterricht gewesen. Hier wird der Zuschauer bis zum Anpfiff beschallt ohne Ende, darf aber zumindest beim Vereinslied (irgendwas mit, „ich liebe den PSV oder so ein Schrott“) mitsummen. Bei guten Aktionen klatsche das Publikum artig wie beim Theaterbesuch. Alle 15. Min. meinte man auch so was wie Anfeuerungsrufe zu hören, aber sobald diese unsere Lauscherchen erreichten, verstummten sie auch wieder. Eigentlich müsste hier Fehlanzeige stehen, aber zum Glück gab es ja noch die Fans aus Den Haag. Zwar konnte man von diesen nix sehen, aber zumindest hören. Vielen Dank an dieser Stelle an den weit gereisten Anhang, dass wir erst in Halbzeit zwei eingeschlafen sind.

Vereine:

Die Voetbalvereniging Philips Sportvereniging wurde im Jahre 1913 aus der Betriebsmannschaft der N. V. Philips Gloeilmapenfabrikeken Eindhoven gegründet und spielt seit 1921 erstklassig Fußball. Der erste Meistertitel datiert aus dem Jahre 1929 und (wenn ich mich nicht verzählt habe) folgten noch 16 weitere (1935, 1951, 1963, 1975, 1976, 1978, 1986, 1987, 1988, 1989, 1991, 1992, 1997, 2000, 2001, 2003). Dazu zieren noch sieben (1950, 1974, 1976, 1988, 1989, 1990, 1996) nationale Pokale die Vitrinen des PSV. Im Jahre 1978 errang der Verein den ersten internationalen Titel, den UEFA-Cup  (in zwei Finalspielen gegen den SEC Bastia). Die Saison 87/88 war die erfolgreichste Spielzeit in der Geschichte des PSV: neben den beiden nationalen Titeln Meisterschaft und Pokal, besiegten die Niederländer im Finale des Europapokals der Landesmeister in Stuttgart Benfica Lissabon nach Elfmeterschießen. Fast hätten sie auch am 11.12.1988 noch den Weltpokal gewonnen, zogen aber nach Elfmeterschießen gegen Nacional Montevideo aus Uruguay den Kürzeren.

Der Football Club Alles Door Oefening (heißt wörtlich übersetzt „Alles durch Training“) Den Haag wurde 1905 in einem Café mit dem  klangvollen Namen „Hof von Berlin“ gegründete. 1927 schaffte ADO den Aufstieg in die erste Liga. Die erfolgreichste Zeit erlebte der Klub im zweiten Weltkrieg. 1942 und 1943 waren Meisterjahre. In den 60er Jahren begann Ernst Happel bei Den Haag seine Trainerkarriere und hatte erheblichen Anteil daran, dass ADO zu den Spitzenklubs aufschließen konnte. 1968 gewann die Mannschaft zum ersten Mal den nationalen Pokalwettbewerb (im Finale gegen Ajax Amsterdam).  Danach wollte der Club ganz hoch hinaus und strich die drei Buchstaben ADO aus dem Vereinsnamen (1971 – gleichzeitig Fusion mit Holland Sport). Aber anstatt um die Meisterschaft mitzuspielen, ging es fortan gegen den Abstieg und der FC Den Haag entwickelte sich zu einer echten Fahrstuhlmannschaft. Einziger sportlicher Höhepunkt war das gewonnene Pokalendspiel 1975. 1982 waren die Fans so enttäuscht, dass sie kurzerhand in einem Spiel gegen Ajax Amsterdam die Tribüne des heimischen Zuiderpark in Brand setzten. Der FC Den Haag stieg aber trotzdem ab und brauchte vier Spielzeiten um wieder aufzusteigen. In den Folgejahren reihten sich Auf- und Abstiege aneinander. 1992 wurde der Vereinsname von FC Den Haag in ADO Den Haag geändert, welches aber nach nur zwei Jahren wieder rückgängig gemacht wurde. 1994 stand der Club sogar vor der Insolvenz, diese konnte aber mit viel Mühe abgewendet werden. Zwei Jahre später war der FC Den Haag Geschichte und man nahm die drei klangvollen Letter ADO und dazu noch HFC (diese verschwanden dann 2001 wieder) wiederum in den Vereinsnamen auf. Gleichzeitig fusionierte man mit dem Amateurverein von ADO, von dem man sich im Jahre 1905 abgespaltet hatte. Sportliche Heimat der Clubs war in den 90ern die Zweite Liga (First Division). Den letzten Aufstieg schaffte der Verein im Sommer 2003.

Stadion:

Dass moderne Stadien nicht immer eintönig sind, beweist das Philips-Stadion. Von außen sieht es ein wenig spacig aus und im Inneren finden gut 36.000 Zuschauer Platz. Auf den ersten Blick meint man zwar, dass diese Kapazität eher noch größer ist, aber durch die enorme Anzahl an Logen relativiert sich dies. Diese Logen befinden sich auf ein bis zwei Ebenen zwischen dem Ober- und Unterrang und in den Ecken. Der Gästeblock befindet sich in einem Oberrang und erinnert eher an einen Hochsicherheitstrakt, als an ein Stadion. Ein weiterer Vorzug der Heimstätte des PSV Eindhoven ist die zentrale Innenstadtlage direkt am Bahnhof. So werden beispielsweise die Gästefans direkt vom Bahnsteig durch eine Röhre in den Block befördert.

 

 

 

 

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Tageskilometer:          45 km Waalwijk - Eindhoven

Saisonkilometer: 25.898 km (14.679 km PKW, 3.657 km Bahn, 7.562 km Flugzeug)

 

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