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                   Allsvenskan, Saison 2004, 04.05.04               

 

   1:2  

 

Örgryte IS - IFK Göteborg

 

Nya Ullevi (40.186 Zuschauer)

 

 

Ganz Göteborg fieberte dem Derby entgegen. Die ganze Stadt war voll von Ankündigungsplakaten und die lokalen Zeitungen berichteten ausführlich über die Derbys der Vergangenheit, mögliche Aufstellungen und und und… Ein Grund mehr den Tag in der Innenstadt zu nutzen. Rund drei Stunden vor dem Spiel parkten wir den Wagen strategisch günstig und konnten schon ml einen Blick ins Innere des Nya Ullevi erhaschen.

Beim Betreten des Stadions war auffällig, dass keine Polizei präsent war, es keinerlei Kontrollen der Rücksäcke oder ähnliches gab und im Stadion selber die Ordner nur im Innenraum vorhanden waren. Es gab auch keine Pöbeleien zwischen den Fans, die meist bunt gemischt saßen. Es gab auch kein Theater, wenn einer auf einem falschen Platz gesessen hat und irgendwelche Besoffene waren auch nicht auszumachen. Einzig zwei attraktive junge Damen (es waren wahrlich nicht die einzigen an diesem Abend) konnten ausgemacht werden, die kräftig an einer Tüte zogen. Manchen wird die familiäre Atmosphäre sicherlich zu langweilig sein, aber es hat was, der schwedische Fußball.

 

 

Spiel:

Die beiden Tabellennachbarn (6. und 7.) bestreiten heute Ihr Derby nicht im Gamla Ullevi (altes Stadion), sondern im Nyla Ullevi.

Nach nervösem Spielbeginn bedeutete die erste Torchance gleich das 0:1 (14. Min.). Nach einer klugen Eingabe konnte Hakan Mild unbedrängt aus fünf Metern den Ball ins Netz schieben. Eine  Minute später nahm Niclas Alexanderson eine Vorlage von Peter Ijeh (# 100) volley, traf den Ball nicht voll, dafür aber ins Tor. So überraschend wie die Führung für den IFK, kam auch das 1:2 kurz vor der Pause. Neuzugang Ailton Jose Almeida stürmte allein auf das Tor zu und zog im richtigen Moment ab. Auch dieser Ball wurde nicht richtig getroffen und trudelte vorbei am ältesten Ligaspieler Schwedens – Torhüter Bengt Anderssen – ins Tor.

Die zweite Hälfte blieb torlos und war von verbissenen Zweikämpfen geprägt. Zwei Spieler von Örgyte erlebten durch fragwürdige Platzverweise (Gelb-Rot) nicht mehr den Abpfiff.

Fazit: Kein hochklassiges, aber unterhaltsames Spielchen.

 

 

Stimmung:

Die beiden Fanblöcke befanden sich links und rechts der Gegentribüne. Der Örgyte-Anhang, zahlenmäßig deutlich unterlegen, präsentierte als Intro rot-blauen Rauch und als Choreo das Vereinswappen. Die IFK-Supporter wussten ebenfalls mit Ihrem Intro zu gefallen. Im weiteren Spielverlauf diktierten aber die „Gästefans“ das Stimmungsbild. Lautstärker, variantenreicher und im zweiten Durchgang vor allen Dingen dauerhaft. Die „Heimfans“ fielen meist nur durch recht eintönige Schlachtrufe auf. Zwischen den Fans des IFK Göteborg und denen des 1. FC Nürnberg scheint es eine Fanfreundschaft zu geben, denn im IFK-Block hing eine Fahne mit der Aufschrift: Wir gratulieren dem 1. FC Nürnberg zum Aufstieg.

   

 

 

Vereine:

Der I(Idrotts) F(Föreningen) K(Kamraterna) Göteborg wurde am 04.08.1904 gegründet. Gründungsmitglied der ersten schwedischen Liga und bis auf ein paar Spielzeiten fast immer erstklassig. Insgesamt 17 Mal schwedischer Meister (zuletzt 1996) und viermal Pokalsieger. Daneben auch der einzige Verein in Skandinavien der einen europäischen Titel errungen hat, und das gleich zweimal in den Jahren 1982 (gegen den Hamburger SV) und 1987 (gegen Dundee United).

Der älteste Verein Schwedens heißt Örgryte. Bereits im Jahre 1887 erfolgte am 4. Dezember die Gründung. Gründungsmitglied der Allsvenskan und insgesamt 14 mal schwedischer Meister. Nach dem letzten Meistertitel im Jahre 1985 ging es mit dem Verein bergab. Erst der Absturz in die Drittklassigkeit und im Jahre 1992 konnte Örgryte IS kurios- und sensationell zwei Aufstiege feiern. (In Schweden wurde in diesem Jahr ein neues Seriensystem mit einer Frühjahr- und einer Herbstsaison gespielt. ÖIS gewann zunächst die Frühjahressaison in der Div. II (3. Liga) und durfte daher in der Herbstsaison in der Div. I (2. Liga) spielen - auch diese Serie konnte dann sensationell gewonnen werden. Damit kam es zu 2 Entscheidungsspielen gegen den Drittletzten der 1. Liga (Allsvenskan) und Göteborger Rivalen GAIS. Beide Spiele gewann ÖIS sicher (Quelle:
www.schweden-tielemann.de)). In den letzten Jahren meist Mittelmaß in der Allsvenskan.

   
Stadion:

Erbaut wurde das Nya Ullevi unter der Leitung von Sten Samuelsson anlässlich der Weltmeisterschaft 1958. Die ursprüngliche Zuschauerkapazität lag bei rund 60.000 Zuschauern. Durch den Umbau der 25.000 Stehplätze fasst das Stadion aktuell 43.000 Besucher. Für Fußballspiele wird es heute aber nur noch sporadisch genutzt. Zweimal im Jahr treten die beiden Göteborger Clubs Örgyte und IFK (GAIS ist gerade erst wieder in die zweite Liga aufgestiegen) an und unregelmäßig gibt sich hier die schwedische Nationalmannschaft die Ehre. Typisch schwedisch sind die Dachkonstruktionen. Die Dächer über den beiden Längsseiten sind geschwungen. So kann man in der Mitte dieser Tribünen recht hoch sitzen; in den Kurven ist der Oberrang aber nur ca. acht Stufen und der Unterrang ca. zwölf Stufen hoch. Die türkisblauen Sitze passen sehr gut zu der Hafenstadt Göteborg. Von außen gleicht das Stadion einer Wippe und wird von schräg nach außen laufenden Stützpfeilern getragen.

 

 

 

 

 

Dank des strategisch günstigen Parkplatzes waren wir schnell auf der Autobahn (E6) und konnten noch weit vor Mitternacht im Formula-One-Hotel in Malmö Quartier beziehen. Um acht Uhr morgens legte dann die Fähre Richtung Rostock ab und am Nachmittag würgten wir uns durch den Feierabendverkehr der Hauptstadt zum Zoo.

 Dank an die Mitfahrer für diese überaus gelungene Tour. Dank auch an Dirk aus Göteborg.

 
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