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                   NB I, Saison 03/04, 04.04.04               

 

  4:0  

 

Ferencvarosi TC BudapestGyöri ETO FC

 

Budapest, Ullöi uti stadion (5.444 Zuschauer)

 

 

Nach der gestrigen Trennung fand die Reisegruppe vor dem o. g. Spiel wieder zusammen. Peinlicherweise muss man gestehen, dass wir am Vorabend schon genau vor dem Stadion parkten, es aber nicht als dieses identifizieren konnten. Der Kartenverkauf klappte problemlos und so konnte man in aller Ruhe die Plätze einnehmen. Dank des ungarischen Fernsehens wurde die Partie auf 11:00 Uhr verlegt.

 

 

Spiel:

Das Spiel war die ersten dreißig Minuten zum Einschlafen langweilig. Kurz vor der Pause köpfte Gera zweimal ins Netz, was die Partie auch nicht spannender werden ließ. Kurz nach dem Anpfiff zur zweiten Halbzeit war es wieder Gera – diesmal mit dem Fuß – und schon stand es 3:0. Das interessierte den Gast aus Györ aber gar nicht, denn ein Offensivspiel fand auch danach nicht statt. Irgendwann fiel noch das 4:0 und dann auch endlich der Abpfiff. Nun ja, eine gutklassiges Spiel war es leider nicht.
(1:0 37. Min. Gera, 2:0 42. Min. Gera, 3:0 48. Min. Gera, 4:0 79. Min. Somorjai)

 

 

Stimmung:

Ganze drei handgezählte Fans aus Györ standen im Gästeblock und diese fragten sich aufgrund der indiskutablen Leistung Ihrer Mannschaft wahrscheinlich auch warum. Der Fradi-Anhang supportete während der Partie auch ordentlich, aber auch nicht gerade sonderlich erwähnenswert.

 

 

Vereine:

Der Franzstädter Turn Club wurde am 3. Mai 1899 gegründet, erster Präsident war Dr. Ferenc Springer. Die Vereinsfarben sind grün-weiß. Im Wappen des Vereins symbolisieren die fünf grünen und 4 weißen Streifen den XI. Bezirk Budapests, Franzstadt. Die drei einander zugewendeten Buchstaben E im grünen Schild unter dem Emblem weisen auf die Ziele des Klubs hin: Tugend / Moral, Kraft, Eintracht. Die Fußballabteilung besitzt auch ein eigenes Wappen: es entstand 1928, in den ersten Jahren der Professionalität, nach Manno Miltiades Entwürfen. Die Hauptfigur des Wappens ist ein Bronzeadler, welcher in den Krallen einen Fußball hält. Um den Fußball herum ist ein grün-weißes Schild mit der goldenen oder grünen Inschrift FERENCVÁROS. Der FTC ist der einzige ungarische Verein, der seit der Gründung 1901, an allen Meisterschaften der ersten Liga teilgenommen hat. Die erreichten 27 Meistertitel sind ungarischer Rekord. Die Meisterjahre: 1903, 1905, 1906-07, 1908-09, 1909-10, 1910-11, 1911-12, 1912-13, 1925-26, 1926-27, 1927-28, 1931-32, 1933-34, 1937-38, 1939-40, 1940-41, 1948-49, 1962-63, 1964, 1967, 1968, 1975-76, 1980-81, 1991-92, 1994-95, 1995-96, 2000-2001.
Am meisten bleibt die Meisterschaft 1931-1932 in Erinnerung, in der Ferencváros jedes einzelne Spiel gewann! Das ist in der Geschichte des ungarischen Fußballs einzigartig, aber auch in Europa ist ein so bravouröser Durchmarsch selten erreicht worden! Quelle: www.fradi.de.vu

In den 50er Jahren musste sich der Verein in EDOSZ bzw. Budapesti Kinizsi SE umbenennen, weil die kommunistischen Machthabern den Verein für seine Rolle im zweiten Weltkrieg bestrafen wollte. Die Pfeilkreuzler (diese standen den Nazis sehr nahe und putschten sich 1944 an die Macht) erkoren Fradi zu Ihrem Lieblingsklub. So wurde z. B. Andor Jaross neuer Präsident, der nach dem Krieg als einer der Hauptverantwortlichen für die Juden-Deportationen hingerichtet wurde (wobei anzumerken ist, dass die damalige Clubführung und einige Teile der Anhängerschaft den Weg so nicht gehen wollten). Der Lokalrivale MTK war da bereits verboten und deren Präsident Alfred Brüll nach Auschwitz deportiert worden. Doch durch die Umbenennung in "Kinizsi" (ein ungarischer Volksheld aus dem Mittelalter) wurde der Verein zum Club der Opposition. Nach dem Volksaufstand von 1956, der im übrigen in der Nähe des Fradi-Stadions ausbrach, durfte sich der Verein wieder den alten Namen geben.

Der "Futball Club Egyeterts Torna Osztalya Györ" wurde im Jahre 1904 unter dem Namen Györi Vagangyar ETO gegründet und 1949 wieder aufgelöst. Danach nahm die Mannschaft als Stadtauswahl am Ligabetrieb teil bis sich 1950 der Nachfolgeverein Györi Vasas SE Györ gegründet. Danach wird es ein bisschen kompliziert, denn eine Umbenennung jagt die nächste:
1952 Györi Vasas
1953 Vasas SE Györ
1954 Wilhelm Pieck Vasas ETO SK Györ

1957 Magyar Wilhelm Pieck Vagon-es Gepgyar ETO Györ
1957 Györi Vasas ETO (Einmal Meister)
1965 Raba ETO Györ (Zweimal Meister imd viermal Pokalsieger)
1985 Györi ETO FC
1992 Raba ETO FC Györ
1994 FC ETO Györ

   
Stadion:

Im Gegensatz zum komplett überdachten Stadion von Ujpest ist die Heimstätte von Ferencvaros unüberdacht (sieht man mal von der lustigen VIP- und der Pressetribüne ab). Die Haupttribüne befindet sich direkt an der Ullöi Uit und erstreckt sich über die gesamte Länge des Spielfeldes. Wie bereits oben erwähnt, ist nur die Pressetribüne überdacht, die sich oberhalb der normalen Sitzreihen befindet. Der Heimblock befindet sich links davon (Blöcke J-O). Die Gegengerade hat fast die gleiche Form wie die Haupttribüne, nur das oder Oberbau fehlt. Ganz witzig ist der Hintertorbereich hin zur Könyves K. körut gebaut. Im der Mitte befindet sich das Vereinsheim inklusiver der VIP-Tribüne. Dort sitzen die „Very Important Persons“ auf zwei Etagen wie in einem kleinen Kino hinter einer Glasscheibe. Dieser Bau ist zurückgesetzt gebaut und zwischen dem Gebäude und dem Spielfeld prangt in der Mitte eine Statue, die dem Vereinsgründer Dr. Springer gewidmet ist. Flankiert wird der Bau noch von zwei kleineren Blöcken (C und D). Auch die Kurven sind komplett ausgebaut. Sehr schön anzusehen sind die vier Flutlichtmasten. Laut Vereinsseite ist das Stadion Üllöi Uti im Jahre 1974 fertig gestellt worden. Vorher stand hier aber auch schon seit 1911 eine Sportstätte.

 

 

 

 

 

 

Da nach dem Spiel in Budapest und der Abfahrzeit unseres Nachtzuges noch ordentlich Zeit war, entschied man sich für Papai als Abschlusspartie dieser Tour....Fortsetzung folgt....

 
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